Kleiner Blütenzauber

26.02.2008 um 16:32 Uhr

Auszug aus die Braut von Messina

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Schiller, Liebe, Verwandtes, Wahl, Himmel, Mensch

Stimmung: gut

Das ist der Liebe heil'ger Götterstrahl,
Der in die Seele schlägt und frisst und zündet,
Wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet,
Da ist kein Widerstand und keine Wahl,
Es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet.

( Zitat: Schiller )

Es stimmt, manchmal schlägt die Liebe wie ein Blitz ein, ein Blick nur, ein Wort genügt. Und es ist geschehen.

26.02.2008 um 16:28 Uhr

Triumph der Liebe

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Schiller, Zitat, Liebe, Natur, Silberbach, Nachtigall, Spiegel

Stimmung: gut

Liebe, Liebe lächelt nur
Aus dem Auge der Natur
Wie aus einem Spiegel.
Liebe rauscht der Silberbach,
Liebe lehrt ihn sanfter wallen;
Seele haucht sie in das Ach
Klagenreicher Nachtigallen;
Liebe, Liebe lispelt nur
auf der Laute der Natur.

( Zitat: Schiller )

Wie wir sehen, hat die Liebe auch schon zu Schillers Zeiten, die Fantasie von Dichtern und Denkern angeregt. Zu so schönen Höhenflügen getrieben.

28.12.2007 um 13:26 Uhr

Die Quelle alles Edlen und Guten

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Quelle, Edel, Gut, düster, Seelen, Vergangenheit, Zukunft

Stimmung: gut

Ein frohes, heiteres Gemüt ist die Quelle
alles Edlen und Guten, das Grösste und Schönste, was je geschah, floss aus solch einer Stimmung.
Kleine düstere Seelen, die nur die Vergangenheit betrauern und die Zukunft fürchten, sind nicht fähig, die heiligsten Momente des Lebens zu fassen, zu geniessen und zu wirken, wie sie sollten.
Erinnerung scheint ihnen nicht süsse und Zukunft nicht tröstend.

( Zitat: Schiller )

Ist es wirklich so, wie Schiller es sagt? Kommt das Grösste und Schönste nur aus einem heiteren Gemüt? In der Kunst, wurden auch unvergleichliche Werke geschaffen, von Künstlern deren Gemüt nicht gerade heiter war. Sonst hätten sie sich Beispielsweise kein Ohr abgeschnitten.
Über den Holztisch samt Hut, wird Joseph Beuys wahrscheinlich selbst gelacht haben. Aber ob es ein grosses Werk war, bezweifel ich.
Wie sieht es in den anderen Bereichen, in der Politik, Naturwissenschaft, Architektur usw. aus? Recht hat Schiller aber wohl, wenn er sagt, wer die Vergangenheit betrauert und die Zukunft fürchtet, der kann die heiligen Momente des Lebens nicht erfassen. Denn die Scheuklappen ihres Denkens, würden diese Möglichkeiten nicht erkennen können, nicht erfassen und verstreichen lassen.

04.10.2007 um 18:22 Uhr

Schicksalstragödie

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Karl, Marx, Gedicht, Dichter, Ritter, Mädchen

Stimmung: gut

Das Mägdlein steht da so bleich
so stille und verschlossen;
die Seele, engelweich,
ist trübe und verdrossen...
Sie war so fromm, so mild,
dem Himmel ergeben,
der Unschuld seliges Bild,
das Grazien weben.
Da kam ein Ritter hehr
auf prunkenden Rosse,
im Auge ein Liebesmeer
und Glutgeschosse.
Das traf so tief in die Brust;
doch er zog von dannen,
hinstürmend in Kriegeslust;
nichts mag ihn bannen.

Zitat: Karl Marx ( geb. 1818 in Trier, gest.1883 ), Auszug aus seinem Gedicht "Schicksalstragödie".

Wie die Welt wohl heute aussehen würde, wie anders wäre der Verlauf der Geschichte, hätte Karl Marx nur gedichtet? Darüber kann man nur spekulieren.

25.09.2007 um 07:30 Uhr

Schwankendes Meer von Meinungen

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Gesetze, Meinungen, Änderungen, Urteil, Wahrheit, Montaigne

Stimmung: gut

Wir sollen also die Gesetze unseres Landes befolgen.

Soll das heißen: wir sollen uns dem schwankenden Meer von Meinungen eines Volkes oder Fürsten anschließen, die mir die Gerechtigkeit so vielfarbig malen und so vielgestaltig umdeuten, wie sie von wechselnden Leidenschaften beherrscht werden?
Ich kann mich in meinem Urteil nicht so biegen. Was ist an einer Sache dran, wenn man gestern hat an sie glauben können und wenn sie morgen nicht mehr gilt?
Und wenn sie zu einem Verbrechen wird, sobald ich über einen Fluß fahre? Was an der Wahrheit, die nur bis zum Gebirge gilt und für die Menschen auf der anderen Seite zur Lüge wird?

Zitat: Michel de Montaigne , 1533 - 1592

Diese Worte von Montaigne galten wohl nicht nur zu seiner Zeit. Wenn ich mir überlege, wie wandelhaft die Gesetze im Deutschland, der letzten hundert Jahre waren.

Es gab Zeiten, da wurden Menschen, wegen des Diebstahls eines Brotes zum Tode verurteilt. Ausländische Radiosender hören wurde mit Zuchthaus bestraft. Homosexuelle eingesperrt. Männer die ihre Frauen und Kinder schlugen, handelten Rechtens.

Noch vor etwa 15 Jahren, war der Empfang von ausländischen Sendern, über Satellit bei uns verboten.
Ebenso vor etwa 18 Jahren, der Anschluss eines Akustikkopplers oder Modems ans Telefonnetz, um in Datenboxen oder ins entstehende Internet zu gehen.. Viele machten es trotzdem, dann eben illegal.
Ja, was sind Gesetze wert, wenn jenseits der Grenzen ganz andere Regeln gelten?

Das die Erde sich um die Sonne bewegt, dass allerdings darf man heute sagen, dafür wird man nicht mehr hingerichtet.

09.09.2007 um 15:57 Uhr

Hyperions Schicksalslied

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Hölderlin, Schicksal, Licht, Boden, Augen, Wasser, Klippe

Stimmung: gut

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien;
Glänzende Gotteslüste
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.

Schicksallos wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen,
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhen;
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahrelang ins ungewisse hinab.

( Hölderlin, 1770 - 1843 )

Hölderlin, war ein Schwabe, der zu Schwermut und Einsamkeit neigte.
Er erträumte sich ein ideales Land der Schönheit.
Er lebte im Zwiespalt, zwischen Wirklichkeit und Ideal, was seine lyrische Dichtung prägte.
Im Jahre 1843 starb er im Wahnsinn.

Wieder frage ich mich, was mag Hölderlin gedacht, gefühlt haben, als er diese schönen Verse schrieb?

04.09.2007 um 17:47 Uhr

Natur und der Mensch

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Natur, Schopenhauer, Wohlsein, Laotse, Frieden

Stimmung: gut

Wer dem Walten der Natur sich am innigsten anschmeigen kann,
hat Frieden gewonnen und kommt der Vollkommenheit am nächsten.

( Zitat: Laotse )

Der Natur, liegt nur unser Dasein am Herzen.

Um's Wohlsein muss man sich selber kümmern.

( Zitat: Schopenhauer )

18.08.2007 um 20:20 Uhr

Treue gebrochen..

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Ring, Treue, Mühle, Reiter, Liebe, Joseph, von, Eichendorff

Stimmung: gut

Das zerbrochene Ringlein

In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad;
Mein Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu' versprochen,
Gab mir ein'n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus
Und singen meine Weisen
Und gehen von Haus zu Haus.

Ich möcht als Reiter fliegen
Wohl in die blutge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.

Hör' ich das Mühlrad gehen:
Ich weiss nicht, was ich will -
Ich möcht' am liebsten sterben,
Da wär's auf einmal still.

Dieses Gedicht hat Joseph von Eichendorff geschrieben.
Er schrieb auch:
"Aus dem Leben eines Taugenichts" sowie
"Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weiter Welt."
Eichendorff war wohl ein Waldlyriker, vielleicht mit etwas Todessehnsucht, wenn man sein Gedicht oben ansieht.
Die scheinbar, aber eher auf eine zerstoerte Liebe beruhte, und auf einen Treubruch. Wie es sich anfühlt wenn eine Liebe entzwei geht, wenn der Schwur ewiger Treue gebrochen wird, das haben wir wohl fast alle schon einmal kennengelernt.
Es sind wohl, noch immer, die gleichen Gefühle, wie damals im 17. Jahrhundert. Ganz egal, wie modern oder fortschrittlich, wir uns heute fühlen.

25.07.2007 um 18:58 Uhr

ewig sinnlos Suchen ..

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Hofmannsthal, Suchen, Strand, Theater, Tor, und, Tod, Schiffe, Sehnsucht

Stimmung: gut

Jetzt rückt der goldene Ball, und er versinkt
Im fernster Meere grünlichem Kristall;
Das letzte Licht durch ferne Bäume blinkt,
Jetzt atmet roter Rauch, ein Glutenwall
Den Strand erfüllend, wo die Städte liegen,
Die mit Najadenarmeen, flutentaucht,
In hohen Schiffen ihre Kinder wiegen,
Ein Volk, verwegen, listig und erlaucht.
Sie gleiten über ferne, wunderschwere.
Verschwiegene Flut, die nie ein Kiel geteilt,
Es regt die Brust der Zorn der wilden Meere,
Da wird sie jedem Wahn und Weh geheilt.
So seh' ich Sinn und Segen fern gebreitet
Und starre voller Sehnsucht stets hinüber,
Doch wie mein Blick dem nahen näher gleitet,
Wird alles öd, verletzender und trüber;
Es scheint mein ganzes so versäumtes Leben
Verlorne Lust und nie geweinte Tränen
Um diese Gassen, dieses Haus zu wehen
Und ewig sinnlos suchen, wirres Sehen.

( Zitatausschnitt: Hugo von Hofmannsthal )

Dieses ist ein Ausschnitt, aus Hugo Hofmannsthal Einakter "Der Tor und der Tod"
Hofmannsthal schrieb sie 1894 - mit 19 Jahren.
Der junge Edelmann Claudio, hat im Genuss der Kunst, den Genuss des Lebens und seiner wertvollen Gaben verloren; Der Tod tritt vor ihm hin und zeigt ihm den Reichtum des Lebens, an dem der Jüngling achtlos vorübergegangen ist.
Diese Verse finde ich wunderschön, frage mich aber, was ein 19 jähriger junger Mann, wie Hofmannsthal es war, gefühlt haben muss, als er diesen Einakter schrieb?

23.07.2007 um 16:20 Uhr

Wissensdurst und Halt machen..

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Wissensdurst, Reichtum, Macht, Gier, genießen, Gut, Natur, vergiften, schaden

Stimmung: gut

Der Mensch versteht es nicht, genau da halt zu machen, wo sein Bedarf befriedigt ist;
sinnliche Lust, Reichtum, Macht beansprucht er mehr, als er geniessen kann: seine Gier will kein Maß.
Ich finde, beim Wissensdurst ist es ebenso: er mutet sich viel mehr zu, als er leisten kann, und vielmehr als ihn wirklich angeht; er denkt der Nutzen des Wissens ist so groß wie sein Umfang......
Das Wissen ist, wenn man es ruhig überlegt, ein Gut, in dem, wie in den anderen Gütern des Menschen, vieles von Natur leer und schwach ist und das man teuer bezahlen muss.
Manches Wissen ist uns nur im Wege und belastet uns, anstatt uns zu fördern; und manches andere vergiftet uns, statt uns zu heilen.

( Zitat: Michel de Montaigne, 1533 - 1592 )

Dem füge ich mal nichts hinzu.

18.07.2007 um 18:42 Uhr

Pfirsichblueten

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Li, Tai, Poh, Lyrik, China, Gedicht, Prosa, Wald, Nisten, Welt, Menschen

Stimmung: gut

Ihr fraget mich, warum im grünen Wald ich niste -
Ich lächle schweigend, und mein Herz ist selig leicht;
Die Pfirsichblüten schwimmen fort und schwinden -
Es gibt noch eine Welt, von Menschen nicht erreicht.

( Chinesisches Gedicht, Li T' ai poh )

die Zeit des Herrschergeschlechts derT'ang
(618 - 907 )
gilt als die Blütezeit der chinesischen Lyrik. Die Übersetzungen können immer nur andeutende Umschreibungen des Inhaltes sein, da zum völligen Genuss dieser Lyrik, die Kenntnis und Anschauung der Schrift notwendig ist, die gewisse Begriffe dem Auge sinnfällig vermittelt.
Li T'ai poh lebte von 699 bis 762, er galt als bedeutendster Dichter seiner Zeit, in China, der eine grosse Anzahl Liebesgedichte, Landschaftsstimmungen sowie Balladen schrieb. Es gibt von ihm aber auch viele Trinklieder sowie humoristische Texte.
Sein obenstehendes Gedicht, finde ich sehr leicht, tiefsinnig, ja, sogar modern. Das selbst noch nach fast 1300 Jahren. Erstaunlich.

18.07.2007 um 06:11 Uhr

Unmögliches und Ungewohntes

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Unmögliches, Ungewöhnliches, Natur, Menschen, Chilon, Montaigne

Stimmung: gut

Wenn man den Unterschied beachten wollte, der zwischen dem Unmöglichen und Ungewohnten besteht
und zwischen dem, was der Naturordnung und dem, was der üblichen Meinung der Menschen zuwiderläuft, so würde man der von Chilon empfohlenen Lebensregel folgen: "Nichts zuviel" ; denn dann würde man nicht unbesonnen glauben, aber auch nicht leichtsinnig behaupten, dass es nicht so sei .....

( Zitat: Michel De Montaigne )

Das hat er schon um 1550 gesagt. Auch wenn wir heute denken, wir wissen inzwischen so vieles mehr, gilt dieses wohl trotz allem auch noch heute. Selbst wenn wir uns als Wissensgesellschaft bezeichnen, wird unser Wissen späteren Generationen nur ein muedes Laecheln entlocken. Sie werden glauben fast alles zu wissen, so wie wir heute auch, und auch das wird wohl ein Irrglaube sein.