Ein paar Bemerkungen zu den Ansichten eines Oberbürgermeisters
Hier versucht ein durch Morddrohungen belästigter SPD – Vorsitzender alles, um seine Partei davor zu warnen, das Land zu ruinieren. Ich habe bereits vor der Wahl verschiedene Erfolge der CDU auf dieser Seite vorgestellt sowie mich darüber gewundert, dass dies von den Bürgern geradezu nicht verstanden und eine fähige Regierung abgewählt worden ist.
Aber schaut man in Umfragen, wen die Thüringer nun regieren lassen wollen, findet sich folgendes Bild:
Die Vermutung liegt nahe, dass vor allem CDU – Anhänger und SED – Ideologen hier abstimmen, dennoch: Es ist die dritte Umfrage in der Thüringer Allgemeinen. Die Aussagen sind stets identisch und mögen dabei die Haltung der Bevölkerung wiedergeben.
Zu der Frage denkbarer Koalitionen wurde allerdings auch der Erfurter Oberbürgermeister ebenfalls von der Thüringer Allgemeinen gefragt, ob eine Große Koalition aus den beiden großen Volksparteien CDU und SPD gut für das Land wäre. Seine Antwort ist so dogmatisch wie unmissverständlich:
Ist Schwarz-Rot gut für Thüringen?
KONTRA
Andreas BAUSEWEIN (36), Erfurter Oberbürgermeister, plädiert für eine
neue Sicht auf die Linke.
Ich habe Angst um die SPD. Sie befindet sich in einer existenziellen Krise. Insbesondere in den neuen Bundesländern, speziell in Thüringen, droht sie, zwischen CDU und LINKE zerrieben zu werden. Es mag einem persönlich gefallen oder nicht: Die Mehrheit der Thüringer sieht in der Linkspartei nicht mehr die alte SED, sondern eine Partei unter vielen.
Das ist falsch. Es gibt die alten SED–treuen Kommunisten und pro Jahr kommen ein paar Wähler hinzu, ob durch Zuwanderung aus Sachsen–Anhalt oder Brandenburg, ob durch höhere Zahlen an Geburten unter Kommunisten oder einfach die Überredungskünste der sogenannten Linken, wer will es wissen?
Aber es ist schlicht nicht wahr, dass die CDU–Anhänger oder die Nichtwähler auf der Seite der sogenannten Linken nicht mehr die alte SED wahrnehmen. Natürlich ist das Land gespalten. Es teilt sich auf in Demokraten und Kommunisten. Während sich die ersten immer mal anders entscheiden, je nach Lage und Geschmack, bleiben die anderen immer bei ihrer Haltung, sie variieren nicht ihre Position.
Dies weiß Bausewein. Eine derartig stabile Bank an Wählern will er sich in die Koalition holen, um in fünf Jahren dann aufgrund der demokratischen Überzeugung der Mehrheit diesen einen SPD–Ministerpräsidenten zu kredenzen. Damit könnte er sogar erfolgreich sein. Zähneknirschend könnte manch ein Demokrat denken, wenn es schon nicht für eine CDU–Regierung reicht, wenn auch die SPD nicht mit denen koalieren möchte, dann muss die SPD wenigstens stärker sein als die Kommunisten, damit letztere nicht zu viele Ministerposten kriegen. Auf diese Taktik des zukünftigen Wählers spekuliert die langfristige Taktik des sehr jungen Erfurter Oberbürgermeisters. Denn wahrgenommen wird die Linke - entgegen seiner unglaubwürdigen Beteuerungen - eindeutig als die alte SED und nichts anderes ist sie.
War
die SED-PDS des Jahres 1990 aus Sicht vieler ein Auslaufmodell, so ist die
Linkspartei heute ein erst zu nehmender Faktor geworden, welcher uns zu
marginalisieren droht.
Wenn die SPD überleben will, muss sie sich besinnen. Sie muss wieder Anwalt der
kleinen Leute werden und Chancengleichheit zu ihrer obersten Maxime machen. Es
geht nicht um die Frage eines Linksschwenks, aber man muss zur Kenntnis nehmen,
dass die SPD viele Wahlen insbesondere deshalb verloren hat, weil sich die
typische Klientel Arbeitnehmer, Studenten, Auszubildende im immer
stärkeren Maße von ihr abgewendet hat. Über Jahrzehnte hinweg war die SPD für
die Gewerkschaften der natürliche Ansprechpartner. Auch diese Rolle haben wir
in weiten Teilen Ostdeutschlands an die Linkspartei verloren.
Und er spricht von „Ost“–Deutschland und dies auch noch ohne Bindestrich. Die topographische Lage Thüringens im Süden hat er nicht erkannt auch seine Chancen damit nicht. Er will den Ost–Weg zurück gehen, in eine DDR–Vergangenheit um der alten Zeiten Willen. Selbst der 50jährige Ministerpräsident Dieter Althaus sprach schon von sogenannten „jungen Ländern“, ein Euphemismus, aber er wich damit doch wenigstens dem alten Begriff aus. Der 14 Jahre jüngere Politiker von der SPD fühlt sich allerdings bemüßigt, die Sprachmuster des "Ostens" wieder herauszukramen, weil er im direkten Vergleich zu Sachsen – wo generell anders gewählt wird – damit seiner SPD eine Drohkulisse vorhalten darf.
Die Linkspartei – die alte SED – hat ihre Stimmen von der letzten Wahl wieder eingestellt, die CDU an FDP, Grüne, Freie Wähler und nicht zuletzt auch an die SPD abgegeben, aber er hat Angst vor Marginalisierung?
Die Thüringerinnen und Thüringer haben sich am 30. August 2009 mehrheitlich für
den von SPD, Linkspartei und Grünen propagierten Wechsel entschieden.
Auch dies ist eine Lüge. Die Wähler waren durch die Anti–Althaus–Kampagnen der Zeitungen und Online–Medien derart konfus, dass ihnen der Wechsel zu FDP und Grünen wie auch zur SPD aufgezwungen erschien. Selbst die Freien Wähler erhielten erstmals über 3 % der Stimmen bei einer Thüringer Landtagswahl.
Die
drei Parteien waren sich im Vorfeld der Wahlen darüber im Klaren, dass dieser
Wechsel nur gemeinsam möglich ist. Auch die handelnden Personen waren sich
schon vor den Landtagswahlen bekannt. Dass man nun nach mehreren Sondierungsrunden
feststellt, dass man persönlich nicht miteinander kann und keine
Vertrauensbasis besteht, verwundert da doch sehr.
Es sollte bei der Frage nach einer stabilen Regierungskoalition für Thüringen
nicht um Befindlichkeiten gehen, sondern um die Frage: Mit wem kann ich den
größten Teil meines eigenen Wahlprogramms glaubhaft umsetzen? Und
Glaubwürdigkeit ist die beste Voraussetzung dafür, auch in Zukunft Wahlen
gewinnen zu können.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir die meisten unserer Inhalte mit Linkspartei
und Grünen umsetzen können: Längeres gemeinsames Lernen, eine Verwaltungs- und
Gebietsreform, die Wiedereinführung der Stichwahlen auf kommunaler Ebene, ein
Kulturraumgesetz und vieles mehr scheinen mir mit der CDU kaum möglich zu
sein.
Punkt 1: Dieser groteske Unsinn des „längeren gemeinsamen Lernens“ scheint aus den Köpfen der Linken nicht herauszuwollen. Denn welchen Zweck hätte eine zeitlich um die Jahre der anfänglichen Pubertät hinausgezögerte Wahl der Schule? Sind die Kinder oder Jugendlichen nicht dann bereits zu sehr in den einzelnen Klassen zu stark verankert, haben sie nicht mit 12 oder 13 bessere Voraussetzungen die Schule zu wählen, um im einzelnen dann einen gymnasialen Abschluss zu schaffen.
Punkt 2: Eine Verwaltungsreform würde die Wege vieler Bürger erschweren, im ländlich und vor allem aber sehr kleinstädtisch geprägten Thüringen. Sollte man in der Verwaltung Stellen streichen, würde damit auch der ein oder andere mehr in Thüringen arbeitslos werden. Daneben hätten die Bürger auch weniger Ansprechpartner in ihrer Stadt, so sie nicht gerade in Erfurt oder Jena wohnen.
Und selbst wenn die CDU bei vielen Themen über ihren Schatten springt, kann ich mir nicht vorstellen, dass die SPD die Große Koalition gestärkt verlässt. Ich habe Angst, dass wir 2014 in Thüringen sächsische Verhältnisse bekommen. Dass wir Wahlen mit klaren Aussagen und Glaubwürdigkeit gewinnen können, haben die Kommunalwahlen vielerorts gezeigt.
Sächsische Verhältnisse heißt also nicht Hessische Verhältnisse der Unregierbarkeit wegen kommunistischer Beteiligung. Nein, Bausewein hat Angst vor dem wirtschaftlichen Aufschwung. In einer Gesellschaft ohne Jammern und Nörgeln würde er nicht mehr aktiv mitgestalten dürfen, er wäre abgewählt.
Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.koalition.startseite_169745.php
Was der Herr Bausewein alles so veranstaltet in seinem schönen Erfurt, kann man im übrigen gut im Netz nachlesen. Vgl. hierzu:
http://www.openpr.de/news/196034/Rot-Rot-drueckt-zweifelhafte-Kita-Gebuehrensatzung-durch.html
Zitat aus oben angegebener Quelle:
„Rot-Rot drückt zweifelhafte Kita-Gebührensatzung durch
Pressemitteilung von: CDU Fraktion im Erfurter Stadtrat
PR Agentur: Sebastian Klee Medien
(openPR) - Am gestrigen Abend (12.März 2008) haben
die SPD- und die Links Partei im Erfurter Stadtrat eine Satzung beschlossen, die
man bei näherer Betrachtung nur als Wegelagerei bezeichnen kann.
Dazu erklärte Stadtrat Michael Panse (CDU): "Während Rot-Rot im Land
permanent Gebührensenkungen einfordert, treiben sie in der Stadt Erfurt die
Kitagebühren für einen Ganztagesbetreuungsplatz für Kitas bis auf einen
Maximalbetrag von 280 Euro pro Monat und für einen Krippenplatz auf
astronomische 560 Euro pro Monat. Kaschiert wird das Ganze mit der Behauptung,
dass man damit die Besserverdienenden treffen will und das würde bei einem Familienjahresbrutto
von 90.000 Euro diesen Beitrag rechtfertigen."
Fakt ist allerdings, das dies den Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichtes
Weimar und des Bundesverfassungsgerichts widerspricht, wonach Eltern angemessen
zu beteiligen sind, allerdings keinesfalls über die tatsächlichen Kosten für
einen Betreuungsplatz hinaus.
[...]“
Und was hätte die SED, nein Moment: "Linkspartei", denn schönes in Thüringen verändert, außer dem DDR–Schulsystem und der Einführung der DDR–Bezirke. In NRW gibt es für die kommende Landtagswahl einen Programmentwurf, den der Spiegel veröffentlicht hat:
09.10.2009
Programmentwurf der NRW-Linken
Radikalinskis irritieren Genossen in Berlin
Von Björn Hengst
"Recht auf Rausch", Privatisierungen von E.on und RWE, 30-Stunden-Woche: Die Linke in NRW verstört mit ihrem Programmentwurf für die Landtagswahl im Mai selbst Parteifreunde. Eine führende Genossin in Berlin sorgt sich bereits um die Wahlchancen in dem bevölkerungsreichsten Bundesland.
Hamburg - Die Linke in Nordrhein-Westfalen ist stolz auf ihre Heimat ("bedeutendstes Wirtschaftsland der Bundesrepublik Deutschland"), aber würde es nach den NRW-Genossen gehen, dann sähe die Welt an Rhein und Ruhr ein bisschen anders aus:
· Beschäftigte müssten nur 30 Stunden in der Woche arbeiten ("Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich")
· die Energiekonzerne E.on und RWE wären in staatlichen Händen
· auch "Großbetriebe der Grundstoffindustrie" würden "in Gemeineigentum überführt"
· wegen der geringeren Zahl an Freiheitsstrafen wären "keine weiteren Gefängnisse" nötig
· Schüler müssten keine Angst vorm Sitzenbleiben haben, weil es keine Noten ("Druck-, Disziplinar- und Selektionsmittel") mehr gibt
· Religion als Unterrichtsfach würde abgeschafft und durch Ethik ersetzt
· ein "Recht auf Rausch" wäre "Bestandteil der freien Entfaltung der Persönlichkeit", in einem ersten Schritt würde hierfür die Legalisierung von Cannabis erfolgen.
So steht es im Entwurf für das Programm der Linken zur Landtagswahl im kommenden Mai. Das Programm soll auf einem Parteitag Anfang November beschlossen werden.
[...]
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,654047,00.html
Jetzt versteht man auch die Vorsitzende der Grünen, die den Thüringischen SPD–Vorsitzenden angreift:
ERFURT: Claudia Roth kritisiert Matschie scharf
Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hat die Entscheidung der Thüringer SPD, mit der CDU Koalitionsverhandlungen aufzunehmen, scharf kritisiert. "Das war ein abgekartetes Spiel von Herrn Matschie", sagte Roth der "Thüringer Allgemeinen" (Freitagsausgabe). Die Entscheidung, statt mit Grünen und Linkspartei mit der CDU Koalitionsgespräche zu führen, empfinde sie als "ungeheuerlich". "Gerade nach der Bundestagswahl ist es die falsche Entscheidung zu sagen, 'jetzt kuscheln wir uns an die CDU an, nur damit wir unsere vier Ministerposten bekommen'. Das ist Politikunfähigkeit seitens der SPD", sagte Roth der Zeitung.
Die Grünen hätten in Thüringen "sehr verantwortungsvoll sondiert", auch hätte die Linkspartei "echte Bereitschaft" gezeigt, mit der eigenen Vergangenheit glaubwürdig umzugehen, so Roth
01.10.2009 16:42 Uhr TA
Nun, wie ist das mit dem Kuscheln? Im Saarland kuschelt man doch auch, verzückt von karibischen Klängen...




