ungebremst ins Chaos

30.11.2009 um 19:11 Uhr

Einbildung

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Zur Zeit laufen im TV zwei sogenannte "Doku-Soaps" mit demselben Thema. Welches da heißt "Deutschland wird/ist schwanger". Um ehrlich zu sein habe ich noch keine der beiden Sendungen bis zum Ende gesehen und das muss ich mir wohl auch nicht antun. Ich hab meine eigene Doku-Soap.

Sie haben es tatsächlich geschafft mich dazu zu kriegen, jede Woche zur "Mutter-Kind-Gruppe" zu gehen. Dabei habe ich noch nicht mal ein Kind. Egal, hieß es. Schließlich gehen zu diesem "vormittäglichen Kaffeeklatsch" auch Frauen, deren Kinder schon selbst bald Kinder kriegen könnten. Na gut, es ist ja wirklich mal was anderes zumal ich ja sonst den ganzen Tag in der Bude hocke und Löcher in die Luft starre.

Lange Rede, kurzer Sinn... Wir wollen ein Baby. Wir sind uns nur über den Zeitpunkt noch nicht so einig. Während mein inzwischen Verlobter immer noch am Nachdenken ist wie das mit dem Hausbau am besten laufen soll habe ich mich der "Kinderfrage" angenommen und beschlossen, es ist Zeit, schwanger zu werden. Schatzi ist zwar mit dem Entscheiden etwas langsam, aber wenn dann Fakten geschaffen werden, kann er damit ganz gut leben. Und da wir uns ja grundsätzlich einig sind...

Naja, jedenfalls bilde ich mir neuerdings allerhand Dinge ein bei denen ich mich Frage "schwanger oder nicht schwanger"? Es grummelt im Bauch, mir wird schlecht wenn ich mich runterbeuge, ich rieche die Seiten der Fernsehzeitschrift...          Alles todsichere Zeichen dafür, dass ich zuviel Zeit habe.

Das Problem ist ja, wenn man sich bewusst entscheidet, schwanger zu werden, denkt man automatisch mehr darüber nach. Besser ist doch, wenn man irgendwann feststellt "ups, ich bin wohl schwanger" - dann macht man sich den ganzen Stress nicht. Es ist doch bescheuert, ständig den Eisprung auszurechnen oder in etwa zu schätzen um dann öfter mal Sex zu haben und danach zwei Wochen täglich auf den Kalender zu sehen wann man denn normalerweise seine Tage kriegt und darüber nachdenkt ab wann man eigentlich einen Schwangerschaftstest machen kann. Ob man mehr Gemüse oder weniger Kaffee zu sich nehmen sollte und wie sieht es eigentlich mit Folsäure aus?

Ich brauche Beschäftigung sonst drehe ich demnächst vollends am Rad.

15.11.2009 um 19:14 Uhr

Es wird mal wieder diskutiert...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Seit Dienstagabend wird mal wieder diskutiert. Über Tabuthemen im Fußball. Vorrangig natürlich über das Thema Depressionen im Profibereich. Was können wir tun damit es nicht so weit kommt? Wie können wir den Betroffenen helfen? Können wir überhaupt etwas tun?

Wie es dem Menschen so gegeben ist, muss er für alles eine Begründung haben. Es gibt für alles eine Erklärung wird behauptet. 

NEIN.

Wir glauben an Gott oder Allah oder sonstwen für dessen Existens es keine Erklärung gibt. Wir brauchen dafür keine Erklärung. Für Gott nicht, aber für alles andere. Damals im Mathe-Leistungskurs. Ständig mussten wir irgendwas durch Berechnungen beweisen und als es dann bewiesen war, kam immer einer auf die Idee zu fragen "Aber warum ist das denn jetzt so?".

WEIL ES EBEN SO IST. BASTA.

Ich meine, wenn man sich verliebt, kriegt man auch keine logische Antwort auf die Frage nach dem Wieso. Es passiert halt. Möglicherweise ist es tatsächlich nur eine chemische Reaktion im Gehirn, aber auch die werden ja durch irgendwas ausgelöst und das ist noch nicht so wirklich erforscht. Und wenn, dann würden wir wohl auch was dagegen erfinden, denn die meisten von uns blicken später mal zurück mit der Frage "Wie konnte ich DEN/DIE denn sooo super finden?"

ES WIRD DISKUTIERT.

Wie heißt es schon im Lied "Deine Schuld" von den Ärzten:

"Lass uns drüber reden, denn in unserm schönen Land, sind zumindest theoretisch alle furchtbar tolerant. Worte wollen nichts bewegen, Worte tun niemandem weh, darum lass uns drüber reden, Diskussionen sind okay."

Mal ehrlich, die Katastrophe passiert Wirtschaftskrise, Amokläufe, Selbstmord von Persönlichkeiten - und wir diskutieren. Im Doppelpass fragte heute Jörg Wontorra zum Abschluss seine Gäste, ob sich nun, nach der Tragödie um Robert Enke, im Profifußball etwas ändern würde, oder ob nach ein paar Wochen wieder alles so sei wie vorher. Daraufhin sagte Udo Lattek, er wünsche sich, dass es ein Umdenken gäbe, aber so richtig glauben könne er daran nicht.

Vielleicht werden wir in Zukunft tatsächlich etwas mehr auf unsere Mitmenschen achten. Einmal über unsere Einstellung und unsere Ansprüche gegenüber anderen nachdenken, aber irgendwie sind wir doch alle Egoisten. Wir wollen, dass es uns gut geht. Wir wollen auch, dass es anderen gut geht, aber an erster Stelle stehen wir selber. Und wenn ich in meinem eigenen Leben schon ständig am Probleme lösen bin, dann verblasst mein Blick auf die anderen. Das ist nunmal so.

11.11.2009 um 10:23 Uhr

Robert Enke

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Heute, als ich wie immer noch im Halbschlaf lag als gegen kurz vor sechs der Radiowecker ansprang, war alles wie immer. Ich wartete darauf, dass mein Schatzi dem Ding eins aufs Dach gibt und ich weiter schlafen kann, da dringt irgendwann die Stimme des Nachrichtensprechers an mein Ohr und als der die Worte "Enke" und "tot" in einem Satz benutzt, denke ich zunächst, ich hätte mich verhört. Hatte ich Aber nicht. Im Laufe der nächsten Stunde wurde ich etwa 20 Minuten lang (nicht am Stück, das wäre ja auch echte Quälerei) mit immer denselben Sätzen belästigt. Muss man tatsächlich jedes dazu erscheinende Statement mit dem Satz "Der Nationaltorwart und Torhüter von Hannover 96, Robert Enke, hat sich gestern Abend vor einen Zug geworfen" ein- und ausleiten?

Ich meine, klar ist es eine wichtige Meldung, aber mal ehrlich, halbstündlich in den Nachrichten oder halt pro Sendestunde mal drei Minuten ist doch für den Anfang ausreichend. Vor allem, wenn sich eh noch fast keiner dazu geäußert hat.

Jetzt wird also diskutiert, ob das Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft gegen Chile am Samstag stattfinden soll oder nicht. Ich bin der Meinung: Ja, es sollte. Denn wenn das, was 96-Präsident Martin Kind sagte ("Ich bin mir sicher, es hatte nichts mit Fußball zu tun.") stimmt, wäre es sicher nicht im Sinne von Enke, dieses Spiel abzusagen.

Also, die schwarzen Binden um den Arm und raus auf den Rasen. Für Robert Enke...

06.11.2009 um 15:59 Uhr

Steckrüben

Da ich ja neuerdings auf einer Art "Back to basic"-Trip bin (was das Kochen angeht) habe ich diese Woche mal Steckrübeneintopf gekocht. Und mich gefragt, warum ich außer Möhren und Kartoffeln nichts schmecke. Und das, obwohl mehr Steckrübe drin war als Möhren und Kartoffeln zusammen...

Also hab ich gerade mal gegoogelt und auf Wikipedia gelesen, dass die Steckrübe den Geschmack dessen annimmt, mit dem sie gekocht wird. Man kann also beispielsweise aus einer Steckrübe eine Möhre, eine Kartoffel oder einen Apfel machen.

Faszinierend, oder?