ungebremst ins Chaos

17.05.2013 um 00:01 Uhr

Ein langer Tag und das Ergebnis

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Es ist kurz vor Mitternacht und ich hocke hier im Büro, meine Füße sind kalt, mein Herz ist schwer und ich würde wahnsinnig gerne schlafen weil ich so müde  bin, aber als ich vorhin im Bett lag, war ich wieder hellwach.

Ich bin 34 Jahre alt und stecke im größten Gefühlchaos meines Lebens. Ich soll demnächst vor den Traualtar treten und alles was mir gerade im Kopf rumgeht ist, wie ich das am elegantesten wieder abblase. Ich fühle mich wie der letzte Arsch und womöglich bin ich das sogar. Ich meine, jahrelang habe ich rumgenervt dass ich unbedingt heiraten will und nach dem Antrag dachte ich, super, jetzt hab ich ja was ich will und jetzt taucht da so ein Typ aus der Versenkung auf und bringt alles ins Wanken.

Unglücklicher Single zu sein war da irgendwie angenehmer - auch wenn ich das zu den Zeiten, in denen ich unglücklicher Singla war, höchstwahrscheinlich abgestritten hätte. Aber im Nachhinein kann man ja allen Lebenslangen etwas Positives abgewinnen.

Nach einem langen Gespräch mit meiner Freundin, einem weiteren langen (mir sehr schwer fallenden) Gespräch mit meinem zukünftigen und einem nicht enden wollenden Nachmittag/Abend habe ich vorhin den Entschluss gefasst, meinem "Problem" gegenüberzutreten. Also, nicht dem Problem an sich sondern eher dem, der es ausgelöst hat. Ich meine, mit Gefühlen ist es ja so eine Sache, manchmal verschwinden sie genauso schnell wie sie gekommen sind und das ist in etwa das, was ich mir erhoffe. Dass es einfach PENG macht und ich mir danach an den Kopf fasse und mir sage "Mann, wie bescheuert war das denn? Hab ich ernsthaft geglaubt ich wäre verknallt? Ich sollte keinen Alkohol mehr trinken".

Ich werde also morgen noch einmal kurz Halt bei meiner Freundin machen und mir Jans Nummer besorgen. Ich werde ihn todesmutig um ein Gespräch bitten bei dem ich mich dann wahrscheinlich zum Vollhorst mache und danach wird alles gut. Das ist doch ein guter Plan oder nicht? Ich meine, geredet wird ja sowieso schon und wenn Jan mich hinterher für gestört hält, ich dafür aber aus der Nummer raus bin ist es das doch Wert oder nicht? Manchmal muss man eben Opfer bringen.

13.05.2013 um 14:40 Uhr

bla bla

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Ich wünschte, das Wetter wäre heute nicht so unbeständig, dann könnte ich mich jetzt mal nach draußen trauen und eine Runde joggen gehen - ich müsste nämlich dringend mal wieder etwas für meine Fitness tun. Aber vielleicht nehme ich das Rad, da ist man im Zweifelsfall recht schnell bei einem Unterschlupf, denn wenn es heute regnet, hält das meistens nicht allzu lange an.

Außerdem hilft Sport ja auch dabei, den Kopf frei zu bekommen und das hätte ich auch dringend nötig. Ich hab ja alle Jubeljahre mal so einen Anflug von Depression und auch wenn das meist nur zwei Tage dauert geht es mir doch tierisch auf den Zeiger. Heute Morgen auf der Arbeit hab ich mir extra den mp3-Player mitgenommen und die Musik voll aufgedreht, das hat irgendwann tatsächlich geholfen dass mir nicht ständig die Tränen kommen. Ich hatte nämlich keine Lust meinem Chef wie ein heulendes Häufchen Elend unter die Augen zu kommen, der wäre imstande gewesen und hätte mich nach Hause geschickt. Dabei gibt es nichts besseres zum Ablenken als Arbeit - sofern es denn funktioniert (und das tut es wenn viel zu tun ist).

Ich denke drüber nach, ob ich am Wochenende wegfahre, denn es scheint fast so, als bekäme ich gerade eine Art Lagerkoller, was die ganze Sache bezüglich meines momentanen Verwirrungszustandes wegen Jan nicht unbedingt besser macht. Mein quasi-Bruder ist gerade aus den USA zurück, vielleicht wird es Zeit, ihm mal ein wenig auf die Nerven zu gehen, immerhin hat der das Talent, mir meinen Kopf wieder geradezurücken wenn es Not tut.

 

12.05.2013 um 09:39 Uhr

Ende der Feierei...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Es ist Sonntag und so langsam stellt sich bei mir das Gefühl ein, dass der Alltag im Anmarsch ist. Nach Donnerstag haben wir auch Freitag wieder gefeiert und zwar kräftig. Dabei hatte ich gegen 22 Uhr schon beschlossen, dass es total ätzend ist und ich in einer halben Stunde nach Hause gehe. Da hatte ich allerdings auch noch nichts getrunken. Im Lauf des Abends wurde es dann aber noch ziemlich lustig. Wie sagten wir doch früher immer wenn jemand fragte wie die Party war? Voll gewesen, toll gewesen.

Aber von vorne. Am Anfang erwischte ich mich dabei, wie ich im Zelt saß und nach Jan Ausschau hielt - vermutlich weil mich dieses ganze Chaos derzeit so beschäftigt. Ich hatte wirklich Null Bock auf diesen Abend und war fest davon überzeugt, dass es öde werden würde nachdem der Donnerstag so gut gelaufen ist. Dann schlitterte ich in eine Depriphase und verzog mich erstmal mit dem Handy in die Grillhütte, wo ich eine halbe Stunde lang mit einer Freundin textete bevor ich mich wieder ins Zelt getraut und beschlossen habe, jetzt 1-2 Cola-Korn zu trinken und dann entweder nach Hause zu gehen oder richtig zu feiern.

Irgendwann später kam ich dann an der Würstchenbude mit Jan ins Gespräch. Wir redeten über den Vorabend und ich meinte, dass er da ja irgendwann plötzlich verschwunden war. Daraufhin erwiderte er (sinngemäß), dass er mehr oder weniger geflüchtet sei, weil er sich selbst nicht mehr über den Weg getraut hat was mich angeht, bzw. dass er nicht dafür hätte garantieren können, dass er mir nicht doch noch irgendwie zu nahe kommt. Das sollte mich in meiner Situation eigentlich unberührt lassen, aber das tut es nicht. Möglicherweise habe ich tatsächlich einen Anfall von Torschlusspanik wobei der Zeitpunkt dafür eigentlich idiotisch ist, immerhin haben wir das Standesamt schon seit fünf Monaten hinter uns.

Letztens kam mir noch der Gedanke, ich könnte ansatzweise doch noch so werden wie meine Mutter, die hat inzwischen immerhin schon drei Ehemänner verschlissen. Und wenn ich davon ausgehe, dass sie meinen Vater zwar aus Liebe geheiratet hat und ihn später verlassen weil... keine Ahnung, er ihr vielleicht zu langweilig war, dann habe ich im Moment das Gefühl, dass ich schonmal für einen Scheidungsanwalt sparen sollte.

10.05.2013 um 10:15 Uhr

Ist nicht wahr, oder?

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Manchmal passieren Dinge im Leben, bei denen man sich fragt ob man sie nun zum Brüllen komisch, schmeichelhaft, phantasievoll oder einfach nur dämlich finden soll.

Aber von vorne. Letzte Woche war ich auf einer Party. Die Tatsache, dass ich dort war ist eigentlich gar nicht so besonders, denn wenn man auf dem Land wohnt muss man ja jede Gelegenheit mitnehmen, die sich einem zum Feiern bietet. Selten ist nur, dass ich (zusammen mit zwei recht gutaussehenden, sympathischen jungen Männern) bis zum Ende durchgehalten habe während die Gastgeber schon im Bett lagen... Auf besagter Party floß der Alkohol in rauhen Mengen und da ich das Trinken nicht gewohnt bin weil ich mich für gewöhnlich vornehm zurückhalte, war ich recht gut gelaunt und sehr kontaktfreudig um es mal nett klingen zu lassen. Ich saß auf dem Schoß eines jungen Mannes der nicht mein eigener war und auch, wenn ich ein paar kleine Gedächtnislücken habe was den Abend angeht, so bin ich mir doch ziemlich sicher, dass ich nichts unanständiges getan habe

Gestern war dann wieder feiern angesagt. Traditionspflege. Deshalb traf ich natürlich auch auf besagten jungen Mann, nennen wir ihn Jan. Zu später Stunde (wohl als er davon ausgegangen ist, ich hätte auch wieder ein wenig einen im Tee obwohl ich mich erheblich besser fühlte als vor einer Woche), zog er mich dann zur Seite und gestand mir, dass er ein wenig Schiss gehabt hätte, mir zu begegnen weil er sich nicht sicher war, wie er sich mir gegenüber verhalten soll, was ich irgendwie süß fand. Dann erzählte er mir, dass er wohl in den letzten Tagen ein paar Mal auf letzte Woche angesprochen worden sei und dass das nicht besonders nett gewesen ist. Es wurde nämlich erzählt, wir hätten"rumgeleckt". Mal abgesehen davon, dass ich das für eine ziemlich eklig klingende Bezeichnung für etwas so angenehmes wie Küssen halte, fand ich es im ersten Moment schon ein wenig lustig. Ich meine, ja, wir haben uns geküsst, aber das war ein völllig harmloses Freundschaftsküsschen nachdem wir Brüderschaft getrunken hatten. Wenn man jedoch auf dem Dorf wohnt, wird schnell mal aus einer Mücke ein Elefant. Das ist wie beim "Stille-Post"-Spiel, wo der erste in der Schlange seinem Nachbarn was ins Ohr flüstert was dieser weitergibt und am Ende kommt etwas ganz anderes dabei heraus als was ursprünglich vorgesehen war.

Jan fügte dieser Aussage postwendend an, dass er das alles natürlich sofort abgewiesen hätte. Komischerweise, so kommt es mir im Nachhinein wenigstens vor, klang das fast so als hätten wir doch in aller Öffentlichkeit rumgeknutscht und er hätte es abgestritten in der Hoffnung, dass wenn wir es beide abstreiten, es einfach nicht wahr ist. Hätte mir das jemand an den Kopf geknallt hätte ich es vermutlich mit der gleichen Vehemenz abgestritten um mich später zu fragen ob dieser Kuss vielleicht auch in einer meiner "Gedächtnislücken" untergegangen ist. Wenn dort niemand Fotos gemacht hat (was ich nicht hoffe, ich will gar nicht wissen wie ich aussehe wenn ich betrunken bin) werden wir wohl nie herausfinden wie es war.

Als nächstes erzählte Jan mir, jemand hätte ihm vorgeworfen, dass wir eine Affäre hätten. Diese Aussage haute mich beinahe vom Stuhl. Seine Reaktion (auf diese Aussage) war etwas wie "du hast ja wohl eine Vollmeise, wir haben zusammen getrunken, rumgealbert und uns rein freundschaftlich geküsst, mehr nicht, ich weiß ja wo sie steht" (damit meinte er, dass ich demnächst kirchlich heirate - und das ist hier offensichtlich die Hochzeit, die zählt...). Ich glaube, ich habe im ersten Moment wohl sehr schockiert ausgesehen. Nach einmal durchatmen habe ich mir dann gedanklich an den Kopf gefasst und gedacht, dass sowas wohl auch nur im Dorf möglich ist. Immerhin wurde mir eine Schwangerschaft angedichtet als ich hergezogen bin...

Ich würde mich ja nun nicht als eine Frau bezeichnen, der die Männer scharenweise hinterherlaufen - sofern mir überhaupt mal jemand hinterhergelaufen ist - und im Grunde genommen ist doch die Tatsache, dass jemand mir eine Affäre (klingt ein wenig verrucht finde ich) mit einem 10 Jahre jüngeren Mann zugetraut wird, in gewissem Sinne schmeichelhaft. Also, ich spreche von der Tatsache, dass ein jüngerer Typ mit mir "anbandeln" könnte und nicht davon eine Affäre zu haben. Wobei, wenn er das so vorgehalten kriegt, hat er irgendwie den schwarzen Peter an den Hacken, was mir irgendwie leid tut.

Was mich jedoch ein bisschen verwirrt/verunsichert ist die Art, wie er mich ansieht. Nur hin und wieder aber immerhin doch so, dass ich es merke - obwohl ich ja auf diesem Auge schon immer ziemlich blind gewesen bin. Gestern zum Beispiel haben wir uns direkt in die Augen gesehen und obwohl wir beide schon mehr oder weniger den ganzen Tag Alkohol getrunken haben, kam es mir vor als wären wir beide in genau diesem Moment erschreckend klar im Kopf. Sein Blick sagte etwas wie "Ich muss mich verdammt nochmal zusammenreißen sonst tue ich etwas, das ich hinterher bereue". Im ersten Moment empfand ich das irgendwie als sehr schönes nonverbales Kompliment und was im nächsten Moment durch meinen Kopf schoss war der Gedanke Er sieht dir gerade genauso in die Augen und liest darin möglicherweise genau dasselbe. Und dann ist ihm gerade genauso klar, wie verdammt nahe er damit an der Wahrheit ist. Das war der Moment, in dem ich wegsehen musste, weil ich diese Erkenntnis irgendwie erschreckend fand. Hallooo? Gestern habe ich mein Brautkleid anprobiert und heute flirte ich wie eine Irre?

Das klingt wahrscheinlich alles irgendwie verwirrend aber genau das ist es ja auch. Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat wird jetzt vielleicht denken "ach deswegen hat sie das geschrieben". Ich bin tatsächlich ziemlich durcheinander, was womöglich auch damit zusammenhängt, dass ich gerade Seiten an mir entdecke, auf die ich nicht besonders stolz bin und von denen ich noch nicht so genau weiß, wie ich damit umgehen sollte. Dabei dachte ich früher immer, so spätestens am 30 bräuchte man sich mit solchen existenziellen Fragen nicht mehr in dieser Form auseinander setzen.

So kann man sich irren.

08.05.2013 um 14:03 Uhr

verdrehte Welt

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Warum will man eigentlich immer genau das, was man gerade NICHT hat?

Jahrelang rennt man als Single durch die Welt und wünscht sich nichts mehr als eine feste Beziehung, weil man dann nicht mehr allein ist und dadurch alles viel besser ist.

Oder man steckt in einer Beziehung und hat plötzlich das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken. Eingesperrt und gezwungen, die unzähligen Gelegenheiten die sich einem plötzlich bieten ungenutzt lassen zu müssen.

Kann man nicht einfach mal zufrieden sein mit dem, was man hat? Oder ist man erst dann zufrieden, wenn man den tatsächlichen Mr. Right gefunden hat und nicht nur jemanden, der dem in Ansätzen nahe kommt?

Es ist wohl egal in welcher Situation man gerade steckt, letztendlich hat man womöglich immer das Gefühl, etwas zu verpassen. Aber wie findet man einen Weg, zufriedener zu sein mit dem, was man hat. Ich meine, es ist schön jemanden an seiner Seite zu haben mit dem man sein Leben teilt, der einem zur Seite steht wenn es mal nicht so läuft oder einem die Höhle baut, in der man sich vor der bösen Welt verstecken kann. Genauso schön ist es doch, als Single durch die Welt zu gehen, die Freiheit zu haben das zu tun und zu lassen wozu man Lust hat ohne sich rechtfertigen zu müssen. Aber in einer einen Variante fängt man irgendwann an, sich zu fragen, ob das alles war, ob man den Rest seines Lebens in einem Hamsterrad des Alltags herumläuft ohne das kleinste Abenteuer, dafür aber mit einem bestenfalls hohem Grad an emotionaler Sicherheit. Und in der anderen Variante fehlt einem die Sicherheit, man genießt sein Leben, fragt sich aber wie es laufen würde, wenn man irgendwann den "richtigen" getroffen und eine Familie gegründet hätte oder ob man schon Gefahr läuft, als ewig alleinstehend zu enden und womöglich nie zu erfahren wie es ist eine Familie zu haben.

Sind wir wirklich für monogame Beziehungen geschaffen? Oder ist das nur etwas, was wir von der Kirche oder einer sonstigen moralischen Instanz aufgedrückt bekommen haben? Wir wissen alle, dass es im Bereich des zwischenmenschlichen unmöglich ist, den Partner zu finden, der zu 100% das ist, was wir uns wünschen. Und das Leben bietet doch eigentlich zu viele Möglichkeiten als das wir uns mit dem Zustand "beinahe-zufrieden" abfinden müssten. Wenn ich jemanden habe, der zu sagen wir 80% das ist, was ich suche, was spricht dagegen mit ihm zusammen zu sein aber die restlichen 20% bei jemand anderem zu suchen (und im günstigsten Fall zu finden)?

04.05.2013 um 08:51 Uhr

Partys auf die man eigentlich gar keine Lust hat...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Stimmung: im Großen und Ganzen gut
Musik: Männer mit Bärten

... enden  bei mir in den meisten Fällen damit, dass ich die letzte bin, die nach Hause geht.

 So war es auch am 1. Mai. Eine Freundin von mir hatte am Vorabend ihre Hochzeit gefeiert und am Tag danach zum traditionellen Frühschoppen eingeladen. Ich kam also gegen 12.30 Uhr dort an und mein Plan war es, so gegen 15 Uhr wieder nach Hause zu fahren weil ich nicht besonders viel Lust auf die Party und eigentlich auch gar keine Zeit hatte. Aber wie es dann so ist, man sitzt in gemütlicher Runde bei bestem Wetter im Garten und ohne dass man es merkt wird es immer später.

Der Schnaps wurde immer weniger (er schmeckte aber auch einfach zu lecker) und ohne dass es mir sonderlich aufgefallen wäre, wurden auch die Gäste immer weniger. Am Ende saßen wir noch zu dritt im Zelt. Der DJ, Johannes und ich. Die Gastgeber hatten schon die Türen zu und das Licht aus, aber das hinderte uns ja nicht am Feiern. Dazu muss gesagt werden, dass die beiden Jungs gute zehn Jahre jünger waren als ich.

Johannes verließ irgendwann das Zelt und war weg. Der DJ und ich redeten noch ein wenig über seine Freundin und die Frage, ob es denn ethisch okay sei, dass sie gerade mal 18 ist (er 24). Das klingt im Nachhinein betrachtet ziemlich bescheuert, aber wenn man bedenkt, dass ich mindestens 3 Flaschen Likör intus hatte und er wohl auch nicht viel weniger, ist das nachvollziehbar.

Die Nacht verbrachte ich zu einem sehr großen Teil mit Karussellfahren und als ich morgens aufstand war mein Kreislauf total im Eimer, so dass ich in der Firma erstmal einen Tag Urlaub eingereichen musste. Ich habe versucht mich daran zu erinnern, wann es mir das letzte Mal so dreckig ging und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass das etwa 12 Jahre her sein muss - zumindest wenn man die Tatsache hinzuzieht, dass sich in meinem Kopf die eine oder andere Gedächtnislücke befindet.

Heute geht es mir wieder halbwegs gut - ich bin halt keine 24 mehr (leider). Ich habe versucht, meine Gedächtnislücken zu schließen, was mir jedoch noch nicht vollständig gelungen ist. Jetzt überlege ich, ob ich bei den Jungs mal vorsichtig nachhorche inwieweit sie mir dabei auf die Sprünge helfen können. Das Problem ist nur, je länger ich über den Abend nachdenke umso unsicherer bin ich mir, ob ich wirklich wissen will was da so los war. Denn ich habe dieses vage Gefühl, dass ich Johannes ziemlich dicht auf die Pelle gerückt bin - immerhin habe ich erst mit ihm Brüderschaft getrunken (mit Küsschen natürlich) und habe dann den halben Abend auf seinem Schoß gesessen (und ich habe WIRKLICH KEINE AHNUNG wie ich da hingekommen bin). Und ich würde fast wetten, dass - wenn wir nicht den DJ als Anstandswauwau dabei gehabt hätten, möglicherweise etwas passiert wäre, weswegen wir heute ein schlechtes Gewissen haben müssten. Zumal wir beide vergeben sind.

Man sollte wirklich die Finger vom Alkohol lassen.