ungebremst ins Chaos

26.08.2015 um 23:46 Uhr

Irrungen Wirrungen 1. Akt

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Musik: Sheryl Crow - First cut is the deepest

Das Leben ist eine Achterbahn oder ein Impro-Theater – in jedem Fall weiß man irgendwann nicht mehr, wo einem der Kopf steht, einem ist flau im Magen und trotzdem macht es so viel Spaß, dass man es einfach immer wieder tun will.

Flirten mit Juli gehört irgendwie auch dazu. Wobei das natürlich inklusive unserer Begegnungen die Königin der Achterbahnen ist, um mal bei diesem Vergleich zu bleiben. Und da ich ja nicht anders kann, als das hier breit zu treten (vor allem um meine Freunde nicht damit zu belästigen – obwohl die eine sehr darauf brennt alles über dieses Thema zu erfahren) und ich außerdem nicht schlafen kann wenn ich mir die Gedanken nicht jetzt noch von der Seele schreibe, müsst/dürft/könnt ihr jetzt mal wieder was darüber lesen.

Ich bin gerade mal wieder urlaubstechnisch unterwegs und da versuchen Juli und ich es seit einer Weile wieder, uns in der Zeit zu sehen weil es job- und entfernungsbedingt sonst schwierig wird. Ich denke, er genießt diese Treffen ebenso wie ich, denn sonst würden wir es ja nicht tun. Meist sitzen wir in irgendeiner Gastronomieeinrichtung und quatschen bei Speis und Trank über Gott und die Welt. Nicht, dass das auch nur im Entferntesten mal langweilig würde, aber irgendwie ist es trotzdem immer dasselbe. Langer Rede kurzer Sinn, heute gab es dann mal ein Chat-Gespräch bezüglich Terminverabredung…

Juli: Morgen Abend?

Ich: Wann und wo?

Juli: Gute Frage (…) Büro oder Eisdiele oder…

Ich: Oder? (Ich bin verwirrt – unkonkrete Ansagen sind doch sonst nicht sein Fall…)

Juli: Wie gesagt *Zwinkersmiley*  (Was zur Hölle meint er damit??? Egal, find ich raus.)

Ich: „Oder“ waren wir lange nicht mehr *Zwinkersmiley* (Kann ich auch…)

Juli:  Ist das ne Einladung? *freudig lachender Smiley*

Ich: Ja *freudig lachender Smiley“ (Keine Ahnung was ich hier gerade tue…)

Juli: Nicht dein ernst…

Ich: Und wenn?

Längere Pause… Ich sollte besser aufpassen was ich von mir gebe…

Juli: Krass. Seit wann bist du so weit? (Ui, offenbar meint er tatsächlich das, was ich dachte, dass er es meint…)

Ich: Wir kommen vom Thema ab

Juli: *Smiley mit einzelnem Schweißtropfen* (erleichtert?)

Ich: Und?

Juli: Ich hab ein Luftbett in meinem Büro.

Ich: Ist nicht dein Ernst…

Juli: Doch

Ich: *erschrockener Smiley* Komme ich aus der Nummer noch elegant wieder raus?

Juli: Klar.

Ich (in einem Anfall von Leichtsinn/Übermut oder ähnlichem): Aber du nicht…

Soviel dazu. Was ich damit bezwecke ist ja wohl klar. Ich will ihn provozieren. Ich will… Keine Ahnung… Ich will Juli. Oder?... Ja, aber… So ganz genau weiß ich irgendwie nicht was ich will. Es ist wie immer kompliziert. Zumindest in der Praxis. Theoretisch hätte ich als Außenstehende eine Menge guter Ratschläge zu verteilen, aber wenn man im Chaos steckt, neigt man (also ich in jedem Fall) dazu, alles noch ein wenig komplizierter zu machen.

Natürlich habe ich das ganze Drama mit einer mir nahestehenden Person durchgekaut, was zur Folge hatte, dass  mir nun schon eine dritte Person eine Wohnmöglichkeit angeboten hat für den Fall, dass ich in naher Zukunft meinen Mann verlasse. Im Ernst, wenn ich aus dieser Nummer raus bin, schreibe ich einen Rosamunde-Pilcher-mäßigen Erfolgskitschroman sowas kann man sich im echten Leben nicht vorstellen wenn man es nicht selbst erlebt.

Nebenbei bemerkt, hatte ich erwähnt, dass mir heute jemand eine Liebeserklärung gemacht hat? Nicht, dass mich das jetzt zusätzlich aus der Bahn werfen würde, aber in manchen Situationen hat sowas einen gewissen Unterhaltungsfaktor – wenn es so total fehl am Platz ist und überhaupt nicht in die Situation passt.

Ach, und für den Fall, dass das alles etwas verwirrend ist – ich habe gestern einen Kofferraumdeckel auf den Schädel bekommen, deshalb kann ich mich notfalls damit rausreden, dass ich einen Dachschaden habe :)

To be continued…