ungebremst ins Chaos

30.09.2016 um 13:43 Uhr

Die kleinen Dinge machen das Leben schön

von: blacksheep   Kategorie: Gedanken

Ja, so ist es und daran sollte man sich öfter mal erinnern. Auch, wenn es  zugegebenermaßen schwer ist, sogar diese Kleinigkeiten zu finden wenn man sich gerade in einer "alles ist scheiße"-Phase befindet. Nicht, dass ich mich aktuell in einer solchen Phase befinde, aber ich habe den Eindruck, dass ich nicht besoonders weit davon entfernt bin.

Es gibt ja den Trend, sich eine Liste mit Dingen aufzuschreiben, die man noch tun möchte. Entweder in einem bestimmten Zeitraum oder "irgendwann mal". Zugegeben, ich habe auch so eine 101 Dinge in 1001 Tagen- Liste. Schon die zweite und auch wenn diese weniger ambitioniert ist als die erste, so werde ich es auch dieses Mal nicht schaffen, alles abzuhaken. Das ist okay, denn im Grunde genommen betrachte ich diese Liste mehr als Erinnerungsstütze weil ich im Alltag so viele Dinge, die ich gerne mal tun würde, aus dem Auge verliere.

In den letzten Tagen bin ich mit offeneren Augen durch die Welt - bzw. das Kaff in dem ich lebe - gegangen und mich gefragt, was mich denn jetzt so spontan  zum Lächeln bringen könnte. Tatsächlich sind mir ein paar Sachen eingefallen.
  • reife Erdbeeren aus dem eigenen Garten im September (verrücktes Jahr)
  • ein leuchtend blauer Himmel mit weißen Wattewolken
  • ein sternenklarer Nachthimmel
  • Ringelblumen
  • mir vorstellen was wäre, wenn...
  • Feuerwerk ansehen
  • zu einem Ausflug entführt werden
  • von jemandem ehrlich angelächelt werden
  • groovige Musik hören
  • in einem Buch versinken
  • der Geruch von frisch gebackenem Brot

Ich glaube, ich sollte mal eine richtig lange Liste über sowas schreiben und diese deutlich sichtbar aufhängen. Damit sie mich dran erinnert, dass es eigentlich diese Dinge sind, die das Leben schön machen. Weil sie weniger vergänglich sind, als die Dinge, von denen wir denken sie würden uns glücklich machen. Liebe zum Beispiel.

28.09.2016 um 12:09 Uhr

Man muss Ziele haben

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Was will ich eigentlich?

Das ist eine Frage, über die ich in den letzten Tagen verschärft nachgedacht habe. Aber nicht bezüglich meines verkorksten Privatlebens, denn darüber nachzudenken ist gerade ein Strudel der mich runterziehen würde - deshalb vermeide ich das erstmal. Und um zu vermeiden über etwas nachzudenken, worüber man nicht nachdenken will, muss man - also ich - etwas haben, woran man sich statt dessen festhalten kann.

Weil ich außerdem meinem inneren Schweinehund einen gewaltigen Tritt verpassen muss damit er aufhört mich auszubremsen und ich fest entschlossen bin, läuferisch wieder etwas auf die Beine zu stellen, war das Ziel relativ schnell klar:

Ich laufe im Frühjahr 2017 einen Halbmarathon.

So, jetzt ist es raus. Ehrlich gesagt habe ich fünf Sekunden über einen Marathon im Herbst nachgedacht, aber dann beschlossen, dass das wohl etwas überambitioniert ist und ich mit einem sicher machbaren Etappenziel anfange. Denn wenn ich den HM hinter mir habe und nicht wieder in so ein Loch falle wie beim letzten Mal, kann ich immer noch höhere Ziele anstreben. Das ist dann auch weniger frustrierend falls es nicht klappen sollte.

Ach ja, jetzt hätte ich ja fast vergessen zu sagen, wo ich ihn laufen will.

HELSINKI - FINNLAND

Fragt mich nicht warum, ich weiß nicht, wie ich auf diese Idee gekommen bin. Ich habe schon seit einer Weile den Wunsch, da mal hinzufahren - wohl weil meine Lieblingsband aus Finnland kommt, und außerdem ist die Streckenführung dort ganz schön. Es geht grob geschätzt zur Hälfte durch die Stadt und die andere Hälfte führt am Meer entlang und dazu ist es auch noch flach - also alles genau mein Ding.

Okay, jetzt kommt die Einschränkung. Nachdem ich mir ja nun gerade ein neues Auto kaufen musste, weiß nicht nicht, ob ich es schaffe, rechtzeitig genug Geld aufzubringen um diese Reise zu finanzieren.
Deshalb gibt es einen Plan B. Der da lautet:

HAJ HANNOVER MARATHON

Da gibts die Halbe Strecke, flacher Kurs - zwar ohne Meer, dafür aber nicht weit weg von zu Hause und deshalb günstig machbar. Und mit dem unschätzbaren Vorteil, dass ich mir hierfür vielleicht eine kleine Fankurve mobilisieren kann weil Familie und Freunde nicht ewig weit weg sind. Aber eigentlich ist Plan B nicht ganz richtig, denn angemeldet bin ich schon - damit ich nicht kneifen kann :)

26.09.2016 um 10:01 Uhr

Sonntagsausflug

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Da gestern so ein schöner warmer Spätsommertag war und man ja nicht wissen kann, ob es nicht noch ein paar von dieser Sorte geben wird, machte mein Mann den Vorschlag ans Meer zu fahren. Meer geht immer, scheiß auf die blöden Rückenschmerzen, ich kann ja nicht nur in der Bude hocken (oder besser gesagt liegen) und Bewegung soll ja helfen. Ich dachte, es wäre ja ganz nett, sich chauffieren zu lassen (ruckartiges Bremsen = Rücken aua - und man weiß ja, was für Vollpfosten sonntags auf der Straße sind) und überließ meinem Mann mein Auto...

Böser Fehler.
Motor an, Gang rein, losfahren wollen - das Auto macht einen Hüpfer und der Motor ist aus.
Ich (bin ein furchtbarer Beifahrer und liebe mein Auto): "Handbremse."

Nächster Versuch.
Motor an, Bremse raus, losfahren. An der Ausfahrt anhalten, gucken ob einer kommt, losfahren. Das Auto macht einen Hüpfer und der Motor ist aus.
Ich (bin ein furchtbarer Beifahrer und denke jetzt schon darüber nach, die Plätze zu tauschen): "Nicht im zweiten Gang anfahren."

Wir kommen irgendwann tatsächlich an. Nachdem mein Mann das Auto insgesamt 5 Mal abgewürgt hat (dabei hat er den Führerschein 6 Jahre länger als ich) und sich nahtlos an die Sonntagsfahrer angepasst hat - wobei er eigentlich immer so fährt als wäre Sonntag - und nachdem er nach der Autobahnabfahrt ein "Was ist das denn?" von sich gegeben hat obwohl auf der Autobahn schon Schilder standen, dass es da eine Umleitung gibt. Wir landen als erstes auf einem Marmeladenfest wo ich nirgendwo einen Stand mit Marmelade sehe kann - keine Ahnung wo sie den versteckt haben, denn Leute mit Marmeladengläsern habe ich sehr wohl entdecken können. Danach gehts zum Strand, der ewig weit weg ist (ich fahre nicht wieder nach Dornumersiel) und wo das Meer natürlich auch weg ist. Scheißtag. Mein Rücken tut weh von den Schlaglöchern des Fußweges, die Cola ist viel zu kalt und hatte ich erwähnt, dass es kein Meer gab?

Zurück zum Auto. Auf dem Heimweg bekomme ich Kopfschmerzen. Die Nackenstütze am Beifahrersitz ist scheiße. Und mein Mann "Ich weiß wo es lang geht" macht Anstalten im Kreis zu fahren, was ich gerade noch so verhindern kann. Dank seiner grottenschlechten Orientierung brauchen wir für den Heimweg eine Stunde länger, so dass ich zu Hause so schlechte Laune habe, dass ich am liebsten sofort alleine wieder ins Auto steigen und wegfahren möchte. Aber mein Rücken möchte das Sofa, das Körnerkissen und den Fernseher.

Dabei hatte der Tag so gut angefangen, mit einem Frühstückstreffen mit meinen Laufkollegen.

24.09.2016 um 22:09 Uhr

Gedankenkarrussell

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Musik: Michael Brun & The Ready Set - Good Enough

Da ich mit meinem Rücken gerade nicht einen ganzen Abend auf einem Stuhl sitzen kann und davon abgesehen keine Lust auf die Nachbarn meiner Nachbarn hatte, wo wir zum Grillen eingeladen waren, bin ich dort nach dem Essen verschwunden und sitze nun mit einem Körnerkissen auf meinem mordsbequemen Chefsessel in meinem frisch aufgeräumten Homeoffice. Nachdem ich bei Youtube einen Song gegoogelt habe um zu wissen ob ich den kenne (weil mir der Titel nichts sagte) bin ich irgendwie auf der Playlist hängen geblieben (deshalb die Musikauswahl) und so schlecht ist sie nicht. Ich würde sagen, so chillige Samstagabendmusik - die mich komischerweise immer nachdenklich macht wenn ich allein zu Hause bin und im Büro am PC sitze. Als würde ich nicht ohnehin schon viel zu viel nachdenken. Vorzugsweise über Dinge, an die ich lieber keinen Gedanken verschwenden sollte, weil sie mich runterziehen.

Weil mir seit Tagen immer wieder dieselben Dinge durch den Kopf gehen habe ich darüber nachgedacht, wieder Tagebuch zu schreiben. Also, so wie früher - ihr wisst schon, mit Papier und Stift. Einfach deshalb, weil ein Tagebuch da sehr geduldig ist und nicht genervt die Augen verdreht oder mit stoischer Gelassenheit immer wieder dieselben "schlauen" Ratschläge gibt obwohl ich mir selbst ständig sage was bei mir nicht stimmt. Doch dann liegt da dieses Buch mit den weißen Seiten vor mir, der Kopf ist voll mit Dingen die raus wollen - nur aufs Papier wollen sie einfach nicht. Vielleicht will mein Unterbewusstsein auf diese Weise verhindern, dass ich mich zuviel mit diesen ganzen Dingen beschäftige. Was natürlich Blödsinn ist, weil sich ja alles sowieso in meinem Kopf befindet.

Ich habe in den letzten Tagen verschärft an Jan gedacht. War keine Absicht, aber er war in derselben WhatsApp-Gruppe (seit jeder ein Smartphone hat, werden Aktivitäten ja nur auf diese Weise koordiniert und am Tag des "Events" werden dann alle mit Fotos zugespammt) und am Ende habe ich mich aus lauter Verzweiflung aus dieser Gruppe ausgeklinkt, sie gelöscht und versucht, seinen Namen wieder aus meinem Kopf zu kriegen. Bis heute erfolglos. Es war irgendwie leichter, als Juli derjenige war, der meinen Kopf blockiert hat - zumindest kommt es mir im Nachhinein so vor.

Musik jetzt: Ollie ft. Mariliis Jogeva - Like this

Bei Gedankenchaos möchte ich mir ja meistens am liebsten die Decke über den Kopf ziehen, was dieses Mal problemlos möglich wäre, da ich mit meinem Rücken nicht arbeiten kann und mit dem Ausschlag nicht arbeiten darf, ABER... Dieses Mal möchte ich rennen. Ja, genau, ich möchte meine Laufschuhe anziehen und loslaufen. Super, geht ja nicht mit dem Rücken. AAARRRGGHHH. Da zeigt sich mal wieder, man will immer das, was gerade nicht geht.

Jan. Laufen. Einen neuen Rücken. Eine Gehirntransplantation. Ein kaltes Herz (jedenfalls vorübergehend).

Musik: Diviners feat. Dom Robinson - Flowers (Sowlmate Remix)

Ich sollte an was Positives denken.
  • Mein Lieblingsfußballverein Werder Bremen hat heute gewonnnen, endlich mal wieder. Wir sind jetzt besser als der HSV. *YAY* Das ist doch was. Es geht bergauf.
  • Morgen gehts mit meinen Laufkollegen zum brunchen. Schon wieder essen, ich wollte doch abnehmen (ich sollte mal wieder mit Jan eine Nacht durchmachen, dann hat sich das mit dem Essen für die nächsten zwei Wochen wieder erledigt... ja, sorry, mein schräger Humor ging gerade wieder mit mir durch...)
  • Ich war heute shoppen. Ein dunkelroter Pullover... Er ist bequem und passt sehr gut zu meiner schwarzen Lederimitathose vom letzten Shoppinganfall. Dabei mag ich Pullover gar nicht besonders. Das ist der erste seit meinem Micky Maus Kapuzensweater vor.... vier Jahren? Und Unterwäsche. Aber über die sage ich jetzt nichts weiter. Außer vielleicht dass sie altrosa ist und schweineteuer war. Geldverschwendung wenn man bedenkt dass sie außer mir niemand sieht (Memo an mich selbst: ich wollte positiv denken!)
Musik: Thomas Bale x ItsLee - Thousand Times

Ach übrigens, ich schreibe jetzt doch Tagebuch. Aber mehr so ein kreatives Kritzelding. Welche Musik ich gerade am liebsten höre, welche Bücher ich am liebsten mag, wen ich heirate wenn ich mal groß bin - so Zeug halt. Und wo wir gerade beim heiraten sind... Ich muss zugeben, dass ich etwas unglaublich schadenfroh innerlich und äußerlich gegrinst habe als in den Nachrichten die Trennung von Brangelina bekannt gegeben wurde (als ich es im Radio hörte, habe ich es noch für einen Scherz gehalten). Nobody's perfect - nichtmal Brangelina :)

23.09.2016 um 15:46 Uhr

SOFORT!

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Gestern Termin beim Doc wegen meiner Rückenprobleme.
"Lassen Sie mich mal sehen, wo tut's denn weh? Da?"
Der Doc drückt nacheinander an meiner Wirbelsäule auf vier Punkte, von ganz unten bis ganz oben.
"Au."
"Da?"
"Au."
"Da?"
"AU!"
"Da?"
"AU!!!"
"Ja, dachte ich mir."

Zack 600er Ibuprofen, Physiotherapie und...

"Was haben sie denn da für einen Ausschlag?"
Das geschulte Auge des Arztes richtet sich auf meine Hände.
"Ja, das wäre dann meine nächste Frage." erwidere ich und strecke meine Hände aus. Auschlag an den Gelenken, zwischen den Fingern, auf den Handrücken. Leuchtend rot mit spröder Haut.
"Seit wann haben sie das denn?"
"Hm, weiß ich nicht so genau. Immer mal wieder, jetzt gerade seit zwei Wochen so richtig."
"Damit gehen sie morgen früh SOFORT zur Notfallsprechstunde beim Haut-Doc, hier geht im Moment die Krätze um."
Hä? Ernsthaft jetzt? Ich dachte die Krankheit wäre in unseren Breiten ausgestorben. Naja, aber bei mir es es das jedenfalls nicht, das ist mir schon klar. Sieht ja aus wie immer und angesteckt habe ich bislang auch niemanden damit.

Heute dann also volles Programm. Morgens früh zur Notfall-Sprechstunde beim Hautarzt. Ausgestattet mit Buch und anderen Dingen um die Wartezeit zu überbrücken, ich bin Nr. 12 auf der Liste der Notfall-Patienten und wer weiß, wie schnell die sind. Ziemlich schnell, denn nach drei Minuten sitze ich im Arztzimmer. Kann natürlich auch sein, dass die auszuschließende Diagnose auf der Überweisung dafür gesorgt hat, dass ich ein paar Plätze nach vorne rutsche bevor ich alle anderen anstecke.
Wie auch immer, es war natürlich nicht die Krätze. Dafür habe ich aber Neurodermitis. *yay* Das ist natürlich ätzend genug (ich soll mir jetzt für jeden Scheiß den ich tue, Handschuhe anziehen - mit Sicherheit nicht, dann laufe ich ja 12 Stunden am Tag mit Handschuhen durch die Gegend...) aber das erste was mir dazu einfiel war "Super, nächstes Jahr stellen wir einen neuen Reha-Antrag wegen Hautkrankheiten"... Zur Sicherheit sollte ich noch zum Orthopäden gehen, für "Rücken" gibts ja auch ziemlich schnell Reha-Aufenthalte...

Jetzt komme ich gerade von der Physiotherapie (wo ich, dank neuer Praxisauswahl, nicht zwei Wochen auf einen Termin warten musste) und fühle mich schon etwas besser. Es geht aufwärts.

21.09.2016 um 21:32 Uhr

Rücken und sonstige Leiden

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Der September neigt sich dem Ende zu und ich frage mich mal wieder, wo die Zeit eigentlich hin ist. Nix passiert und trotzdem ist das Jahr schon fast vorbei. Wobei ich eigentlich mehr oder weniger den Eindruck habe, dass die Zeit überhaupt nicht vorbei geht, aber das liegt wohl daran, dass mein Kopf ständig damit beschäftigt ist, über Dinge nachzudenken, über die ich nicht nachdenken will, weil mich das runterzieht und ich habe wirklich, WIRKLICH keine Lust, schon wieder in so eine richtig depressive Phase abzuglitschen. Latent ein bisschen depressiv ist auch scheiße, aber das kann ich einigermaßen zur Seite schieben. Auch keine Lösung, weiß ich, aber nachdem nun auch mein Widerspruch für die Reha abgelehnt wurde, muss ich ja irgendwie zusehen, wie ich mich wieder auf ein normales Level kriege.

Seit letztem Montag quäle ich mich mit einem lädierten Rücken durchs Leben - mein Chef hatte letzte Woche so Mitleid mit mir, dass er sogar eine Runde Schmerztabletten spendiert hat, damit er mich nicht den ganzen Tag heulen sehen muss. Normalerweise geht sowas immer weg wenn ich mich bewege, aber dieses Mal... Naja, morgen gehts zum Arzt und der hat da  hoffentlich mal ne Idee. So geht das ja nicht weiter. Und wenn er schonmal dabei ist, kann er sich auch gleich mal den komischen Ausschlag angucken, den ich neuerdings wieder an den  Händen habe (und von dem ich befürchte, dass er wohl auch Ausdruck meiner lädierten Psyche ist). Vielleicht hat er ja auch ne Idee, wie man ohne Psychologen wieder klar im Kopf wird (ich halte ja von dieser speziellen Berufsgruppe nicht allzu viel, was bei einer Therapie wohl nicht gerade hilfreich ist).

Wenn es derzeit mal so fünf Minuten gibt, in denen ich mir erlaube, zur Ruhe zu kommen, denke ich jedes Mal, dass ich derzeit auf so ziemlich alles überhaupt keine Lust habe. Zu viel Chaos in meinem Kopf. Ja, ich weiß, das ist bei mir ein Dauerzustand, aber nach zwei insgesamt echt als ätzend  zu bewertenden Jahren könnte es doch langsam mal aufwärts gehen. Verdient hätte ich es jedenfalls.

Aber...
tatsächlich gibt es derzeit doch etwas in meinem Leben, das funktioniert. Ich nehme ab. Faszinierend. Und wie soll das erst werden, wenn ich wieder Sport machen kann? Meine Waage zeigte heute tatsächlich eine Zahl an, die ich seit über zwei Jahren nicht mehr gesehen habe. Phasenweise möchte ich mich bei Jan dafür bedanken, dass ich seinetwegen die ersten fünf Kilo ratzfatz losgeworden bin (ein radikaler Einstieg hilft mir immer), obwohl ich ihm sonst gerne auch mal verbal ein paar in die Fresse (sorry für die Ausdrucksweise) hauen würde.  Ja, er geistert immer noch viel zu oft in meinem Kopf rum. Ich kann machen was ich will, er verschwindet einfach nicht. Das ist das Problem mit den offenen Fragen. Ich bin nicht in der Lage, Dinge abzuschließen, die ich nicht verstehe. Oder zu ungeduldig um zu warten bis ausreichend Zeit vergangen ist, damit es mir egal ist. Oder zumindest annähernd egal.

Ich leg mich dann mal mit nem Körnerkissen aufs Sofa und gebe mich fünf Minuten meinem Weltschmerz hin bevor ich weiter in dem neuen Buch lese, oder das Tuch weiter häkel oder sonstwas tue um mich abzulenken...