ungebremst ins Chaos

30.05.2017 um 13:16 Uhr

Ich habe keine Lust mehr

Was für ein Scheißtag.

Mit Rückenschmerzen aufgewacht, im Kopf lauter Dinge, über die ich nicht nachdenken will und zum Frühstück erstmal zwei Schmerztabletten gefuttert, die natürlich Null geholfen haben. Mich irgendwie durch den Vormittag gewurstelt (arbeiten konnte man das jedenfalls nicht nennen, so wie ich da durchs Gebäude gekrochen bin - unbeweglicher als der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg...)

Das Problem ist, dass meine Psyche sich offensichtlich überlegt hat, meinen Herzschmerz in den Rücken umzuleiten. Ich stelle nämlich fest, dass der Rücken immer am meisten rumzickt, wenn mein "Gestörtheitsgrad" ansteigt. Also ehrlich, dann doch lieber reinen Herzschmerz, da kann man sich wenigstens vernünftig bewegen.

Irgendwie habe ich seit gestern das Gefühl, dass ich dank des Alkoholkonsums während des Traditionsbesäufnisses zu betäubt war als das mir Jans Verhalten so richtig weh tun würde. Dieser Zustand lässt gerade nach. Eine nicht unerhebliche Menge Alkohol wäre jetzt super. Oder ein paar Scheißegal-Pillen. Aber sowas wäre ja zu einfach. Sehen wir es positiv, ich bin kein guter potentieller Süchtiger. Außer nach Essen vielleicht wahrscheinlich. Ich muss unbedingt aufpassen, ich futter die letzten zwei Tage nämlich schon wieder im Kreis herum. Böse Falle.

Ich hab gerade keine Lust mehr auf mein chaotisches, verwirrendes, mich knüppelndes Leben.
Ich geh mir dann mal die Decke über den Kopf ziehen...

27.05.2017 um 13:32 Uhr

Zersplittert

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Damals als wir noch jung und im Umgang mit Alkohol unerfahren waren... Da haben wir nicht darüber nachgedacht, dass die Säule vor dem Haupteingang der Disco nicht gerade der idealste Ort ist um sich von irgendeinem Typen die Zunge in den Hals schieben zu lassen.

Mit Mitte 20 wäre ich im Leben nicht auf die Idee gekommen, derartige Entgleisungen zu wiederholen - völlig unabhängig von der Menge Alkohol, die ich zu mir genommen hatte. Und wir sprechen hier nicht von einem harmlosen Küsschen oder einem möglicherweise etwas intensiveren Kuss in der Verliebtheitsphase einer Beziehung (die bei manchen ewig anzudauern scheint), sondern von einer äußerst detailraichen Zurschaustellung der eigenen Knutschkünste.

Wie ist das heute? Ich meine, ich habe ja die 20er schon eine Weile hinter mir gelassen und bis mal einer mit mir das Knutschen anfängt, sind alle anderen entweder weg oder ich wurde in eine dunkle Ecke gelotst. Was in Anbetracht der Beziehungskonstellationen wahrscheinlich auch nicht die schlechteste Idee ist. Aber selbst wenn ich Single wäre, würde ich auf dieses große Öffentlichkeitsding verzichten.

Ende des Vorwortes. Starten wir mit dem Prolog...
(und weil ich die ganze Zeit "Cut my life into pieces" im Kopf herumsumme...)



Auf unserem Traditionsbesäufnis gibt es im Zelt eine Terrasse im Hochparterre - quasi der Aufenthaltsort des Herrschers samt Gefolge. Und im Laufe des Abends macht sich jeder noch so kleine Verein, Verwandtschaft oder sonstwie zusammengestellte Truppen auf den Weg auf diese Terrasse um seiner königlichen Hoheit die Aufwartung zu machen. Es war so gegen halb 1 als das Jungvolk auf die Terrasse marschierte und Jan es dem niederen Fußvolk nicht ersparte, ihm beim Rumlecken (ich persönlich mag dieses Wort gar nicht, weil es so einen ekligen Beiklang hat - was schade ist wenn es um so etwas schönes wie Knutschen geht - aber das gestern war wirklich hart am Rande der Geschmacklosigkeit und insofern passend) zusehen zu müssen. Ehrlich, man MUSSTE einfach hinsehen. Ich meine, halloo, die stehen da quasi am Rande einer Bühne auf die sie vorher zum Takt der Musik und dem Geklatsche der anderen hinaufmarschiert sind. Man kann also gar nicht weggucken. Jedenfalls nicht so schnell wie man möchte. Und wenn man erstmal guckt, ist es wie im Fernsehen. Die zeigen etwas so ekliges das man eigentlich weggucken möchte, aber in uns allen steckt dann doch ein kleiner neugieriger Schaulustiger.

Ernsthaft, als wäre mein Tag bis dahin nicht schon scheiße genug gewesen.

Mein Blick schweifte zu diversen Leuten (inklusive denen, die quasi direkt mit der Nase am Geschehen waren) und ich bin mir ziemlich sicher, dass etwa 98% von denen diesen Augenverdreher-Gesichtsausdruck "echt jetzt?" hatten. Das Wort "Fremdschämen" ist ihnen also ein Begriff.

Ich war in dem Moment tatsächlich mehr so außen vor. Nicht so geschockt wie am Abend zuvor aber immer noch mit einer riesigen Fassungslosigkeit stand ich neben mir und sah mein Herz in Zeitlupe in eine Milliarde Teile explodieren und wie Schneeflocken zu Boden schweben. Glücklicherweise hatten wir eine Menge Alkohol am Tisch.

Bin ich eigentlich total bescheuert dass ich die ganze Zeit denke, dass er dieses "Guckt mir alle zu"-schreiende Rumgeknutsche nur veranstaltet um sich selbst davon abzulenken, dass er eigentlich was anderes will oder wahlweise um mir vor Augen zu führen was ich haben könnte (also, damit meine ich ihn und nicht dieses öffentliche Rumgeschlabber). Oder beides. Oder er fühlt sich einfach gut damit, mir das Herz rauszureißen und darauf herumzutrampeln wie wir auf dem Zeltfußboden wenn die Band "TNT" von ACDC spielt?
Okay, streicht das letzte - ganz so ein Arsch ist er dann wahrscheinlich nicht.

Ich habe es leider gestern nicht geschafft, ihn allein zu erwischen - bzw. einmal schon, aber da war ich nicht alleine.. - denn irgendwer hat wohl seine Zunge an die seiner Flamme geklebt... War möglicherweise gar nicht so schlecht, denn ich wäre unter Umständen in der Stimmung gewesen, mich doch mal als Dramaqueen zu versuchen.

Irgendwann schleifte mich dann meine Freundin aus dem Zelt und fragte mich was denn Mittags losgewesen wäre. Ich hab ihr dann (etwas widerwillig weil ich das eigentlich abhaken wollte) alles erzählt und hab ihr auch gleich gesagt, dass ich das an "normalen" Tagen locker weggesteckt hätte, mein Tag aber gerade nicht so prickelnd war. Sie darauf: "Wegen Jan?"
Es gibt so Leute, denen kannst du einen vom Pferd erzählen und sie wissen trotzdem, wo der Hase eigentlich im Pfeffer liegt. Und ich meine, ungeachtet der Tatsache, das meine Hormone gerade bescheuerterweise ein wenig verrückt spielen, mag ich Jan ganz gerne - denn ich hatte ja auch schon Spaß mit ihm von dem Tag X - und ich vermisse das, was vorher war.

Dieses Jahr also das erste Traditionsbesäufnis an dem Jan und ich nicht zusammen an der Theke gelandet sind. Herrgottnochmal.

Während ich heute morgen auf der Arbeit so vor mich hingearbeitet habe, habe ich doch tatsächlich darüber nachgedacht, ob ich nicht Ticks "Angebot" von einem - hm, wie nenne ich das denn jetzt am besten mal? - vergnüglichen Teil ohne Konsequenzen - hätte annehmen sollen. So nach dem Motto, was Jan kann, kann ich schon lange.
JA, ich weiß, das ist total bescheuert, aber wenn ich kurz vorm Durchdrehen bin, werde ich nunmal so. Denke über idiotische Dinge nach, rede schreibe zuviel verrückte Sachen und entwickel mich irgendwie zurück zu einem verwirrten Teenager.

Und als verwirrter Teenager darf ich mir folgende Frage stellen:
Wenn Tick in der Lage ist einen Abend lang mit mir rumzumachen und am nächsten Tag genauso mit mir umzugehen als wäre NIEMALS irgendwas passiert und Jan eben dazu nicht in der Lage ist, heißt das dann, dass er mich ein bisschen mehr mag als er (vom moralischen Standpunkt) sollte?

Herzlichen Dank, dass ihr bis zum Ende durchgehalten habt.

Ich geh dann mal mein Herz wieder zusammenkleben...
Ich mag komplizierte Puzzles...

26.05.2017 um 15:12 Uhr

Lagebericht #1

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Ich könnte immer noch kotzen. Das letzte Glas Cola-Korn war schlecht, fürchte ich.

Meine Nacht auf dem Sofa war kurz, ich habe keine 4 Stunden geschlafen, die aber einigermaßen passabel, da ich die Terrassentür aufgemacht habe und so wenigstens ordentlich frische Luft hatte. Um 9 habe ich mir dann ein Brötchen reingequält in der Hoffnung, dass es mir danach besser geht. Ging es auch, naja, so leidlich jedenfalls. Und so lange ich den Kopf oben lasse, ansonsten wird mir nämlich ganz schön brummkreiselig im Kopf. Mein Mann dazu (ganz schadenfroh): "Selber Schuld." Geschieht mir Recht, hätte ich auch so gemacht.

Meine Freundin kam dann noch spontan rum und hat mich abgeholt - zum Frühschoppen. Ich war fest entschlossen, nur Wasser oder ähnliches zu trinken und kaum hatte ich auch nur einen Fuß auf den Zeltboden gesetzt...
... ja, genau. BIER.
Aber nach 2 bin ich auf Sprite umgestiegen - sehr gute Entscheidung.

Wie auch immer, alles nahm seinen gewohnten Gang und war irgendwie auch ganz okay, bis mir zwei kreischende Kinder so dermaßen auf den Geist gingen, dass ich denen mal gesagt habe, sie sollen aufhören oder nach Hause gehen. Woraufhin sich mein Vordermann umdrehte und mir "Krieg du erstmal Kinder" an den Kopf haute.

BÄMMM.

Aber ich bin ja so ein verdammt scheißnetter Mensch der keine Dramaszenen in der Öffentlichkeit aufführt und dazu leider weiblich, denn mit einem ordentlichen Schlag auf seine Nase hätte ich mich bestimmt enorm besser gefühlt. Wobei es mir als Mann ja wahrscheinlich egal gewesen wäre. Hm. So war das einzige, was mir schlagfertiges eingefallen wäre, dass er ja auch verheiratet ist obwohl er von ner "gleichberechtigten Partnerschaft" auch keine Ahnung hat. Aber ich sitz ja in so nem Glashaus und - wie gesagt - ich bin keine Dramaqueen.

Es ist echt scheiße schwer, mit einem Messer in der Brust herumzulaufen und nicht zu heulen weil es weh tut. Deshalb bin ich echt froh, dass niemand zum Suppe essen zu uns gekommen ist. Ich kann mir jetzt gepflegt eine Weile die Decke über den Kopf ziehen und heulen. Dann geht es mir nachher hoffentlich besser. Ich hab ja schließlich noch was vor...

26.05.2017 um 05:15 Uhr

Ich könnte kotzen...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Eigentlich war heute / gestern ein guter Tag. Die Sonne schien, es war warm - also ein idealer Tag für das Traditionsbesäufnis. Abends um 8 hin (mein Mann kam irgendwie nicht aus dem Bett - nicht mein Problem, aber das nur nebenbei) und dann Party. Erst mit der Clique, dann ein bisschen mit den schnieken Jungs geflirtet und mit meinem Arbeitskollegen einen getrunken. So weit so gut. Irgendwann war ich so knülle (ach übrigens, ich bin besoffen  angetrunken) dass ich dachte: "Entweder ich trinke noch einen und gehe dann nach Hause oder ich klinke mich jetzt ne Weile aus und feiere bis zum bitteren Ende."

Ihr ahnt es - ich habe mich für B entschieden.

Ich saß also mit Tick (dem ältesten von drei Brüdern) draußen auf der Bank. Quatschen, Leute beobachten, nichts trinken (was das angeht eine gute Entscheidung...). Es gibt ja so Standorte, an denen man ALLES mitkriegt. So quasi GZSZ live und mit Bekannten.
Jeder der vorbeikam so: "Ey, ihr sitzt ja schon seit Stunden da..."
Egal, wir kriegen aber alles mit.
Irgendwann fiel unser Blick auf ein "Pärchen" beim Nahkampf. Tick und ich gucken uns an und dann so gleichzeitig "Ey, guck mal, die Knutschen..."
Das Knutschpärchen löst sich und geht in Richtung Toilette (also quasi unsere Richtung) und Tick und ich so (voll fassungslos) "Das ist ja Jan..."

Ich könnte kotzen.
Das könnte ich jetzt auf den Alkohol schieben... Aber...

Ich weiß, ich habe kein Recht dazu, ihm irgendwas vorzuwerfen, aber ich fand das einfach nur so unfassbar fies. Ich meine, so öffentlich rumknutschen, dass ich es quasi sehen muss (und das ungelogen bis das Licht anging...) ist jetzt genau das, was ich brauche (*Ironie*). Aber was mache ich? Halte es frei nach den Pinguinen von Madagaskar.. "Stur Lächeln und winken, Männer"... Lächeln war noch nie so anstrengend. Glücklicherweise hatte ich Tick an der Hand, also im Arm und dachte mir nur "du Arsch"...
Nur um es mal klarzustellen, ich habe nicht mit Tick geknutscht - weder öffentlich, noch sonstwann - aber es tat gut, jemanden im Arm zu haben, der einem irgendwie den Rücken stärkt, und sei es nur dadurch, dass er da ist und einen festhält..

Ich wünschte, ich hätte heulen können.
Aber glaubt bloß nicht, dass ich so öffentlich in dem Moment Schwäche gezeigt hätte.

DANKE ALKOHOL!

Gefühlt waren dann auf einmal alle weg. Tick und dich beschlossen, auch zu gehen (seine Eltern sind quasi unsere Nachbarn) aber statt zu Hause sind wir erstmal bei Bekannten gelandet.  Zu Spiegeleier essen.
Das Traditionsbesäufnis ist quasi unser DFB-Pokal. Es hat seine eigenen Gesetze...

Whatever. Irgendwann waren wir dann doch  auf dem Heimweg und Tick und ich standen quatschend mitten auf der Straße. Allein. Um 4 Uhr morgens.

Ich hätte ihn haben können, wenn ich gewollt hätte (was auch immer ich gewollt hätte). Und zugegeben, ich hatte einen echt wirklich megaschwachen Moment, aber ich konnte nicht. Also habe ich ihm ein paar auf die Finger gegeben. Mehrfach. Und ihm gesagt, dass ich das nicht kann. Nicht wegen meinem Mann, sondern wegen nem anderen. Gott, das ist so verrückt, dass es mir schon peinlich sein sollte, sowas überhaupt zu sagen. Naja, Tick wollte es genauer wissen, woraufhin ich nur meinte "wenn ich dir das sage, dann bin ich morgen tot". Ja, das mag übertrieben sein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Jan mir deshalb die Hölle heiß machen würde.

Ich bin so stolz auf mich. Schweigen und standhaft bleiben bei gefühlten 5 Promille.... Gibt's für sowas eigentlich einen Orden? Wahrscheinlich nicht.

Naja, jedenfalls sitze ich jetzt zu Hause auf dem Sofa, schaue "Medical Detectives" im Fernsehen und male mir aus, wie ich Jan morgen anhauen werde. Ich meine, die ganze Sache ist eh schon so verfahren, da ist es doch egal, wenn ich mich jetzt auch noch zum Horst mache - oder? Es heißt ja immer, man soll nicht alles so in sich reinfressen und es ist besser, wenn ich ihn morgen drauf anspreche (wenn seine "Knutschpartnerin" von heute arbeiten muss) als dass ich das wieder wochenlang mit mir rumschleppe und dann alles so weit verdaut ist, dass ich nicht mehr richtig wütend bin. Ich bin diese ganze Scheiße so leid.

Mal nebenbei, hatte ich erwähnt, dass ich betrunken bin? Ein Wunder, dass ich überhaupt noch halbwegs normale Sätze aufs virtuelle Papier bringe.

Memo an mich selbst:
- ich habe Jan öffentlich "angedroht"/ihn genötigt morgen (also heute) müsse er mit mir einen trinken weil er es heute nicht getan hat
- ich habe C versprochen, dass wir morgen/heute abend zum Teil 2 zusammen gehen
- ich habe A gesagt wir trinken noch einen zusammen.

By the way - es gibt nicht zufälllig jemanden, der sich mit den süßen rosa Steckdosennasen auskennt und am Wochenende meinen Job machen möchte???

Also, ich sitzt jetzt also zu Hause auf dem Sofa und male mir aus, wie Jan wohl reagiert,wenn ich ihm morgen mal an den Kopf knalle, dass er sich das nächste Mal zu Knutschen bittschön einen Ort aussuchen soll, an dem er nicht so auf dem Präsentierteller steht. Weil es mir nämlich verdammt nochmal weh tut. Und es ist mir egal wie moralisch korrekt oder inkorrekt das ist.

So, ich geht jetzt Karrussell fahren... schlafen...

23.05.2017 um 23:05 Uhr

Ikea deprimiert mich...

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

WAAAS?
Aber IKEA ist doch der inspirierendste Laden, den Frauen im allgemeinen und ich im Speziellen immer wieder gerne aufsuche (und leerkaufen würde).

Ja, aber im Ikea wird gerade ordentlich umgebaut - für neue Wohninspirationen - es gab also fast gar nix zu sehen. Das ist schonmal der Anfang.
Mann ey - so eine Scheiße.

Aber gut, denke ich, genieße ich also das, was ich noch zu sehen bekomme...
... Esszimmer mit gedecktem Tisch für 6 Personen - hm, ein Abendessen mit Freunden die ich bekoche... schöne Idee irgendwie
... Badezimmer ohne Badewanne - für eine Weile könnte ich damit notfalls leben... wenn ich dafür Jan kriege (Alter, VERSCHWINDE AUS MEINEM KOPF!!!!)
... Baby-/Kinderzimmer - Knacks, plötzlicher Fall ins eiskalte Wasser... mühselig das Heulen verkniffen
... oh, eine HÄngematte - ich liebe Hängematten... reingelegt, Rückenschmerzen rufen laut "hallo, wir leben noch"

Naja, wenigstens habe ich die künstlichen Orchideen und die Boxendeckel vom "Bestellzettel" meiner Schwester organisiert und damit meinen Schuldenstand ein wenig verringert.
Und Hotdog und Köttbullar hilft immer.

Ehrlich, ich fand einen Ikea-Besuch noch nie so doof wie heute. Beim Schlendern durch die Baustelle habe ich mich gefragt, ob es mit Ikea so ist wie mit Weihnachten - je älter man wird umso mehr verliert es seinen Zauber. Aber so ist es nicht. Jedenfalls nicht mit Ikea. Da hatte es wohl eher etwas mit meiner momentanen Situation zu tun. Diesem Festgefahren-sein ohne die Kraft, daran sofort etwas zu ändern. Das macht das Träumen von einer konkreten Zukunft etwas schwierig.
Komischerweise ist es überhaupt nicht schwierig, ständig an Jan zu denken und mir vorzustellen, wie es wäre, wenn... Aber ich war ja schon immer gut darin, mir mit dieser Art Traum vor Augen zu führen, was für ein erbärmlicher Feigling ich bin. Oder was für ein riesiger Masochist.

Worüber ich jedoch in letzter Zeit verschärft nachdenke, ist das Thema Selbst-/Fremdwahrnehmung.

Juli hat früher immer schon angedeutet oder auch gesagt wie er mich sieht und ich hab das immer mit einem Lächeln und einem gedachten "ja, der Junge spinnt sich da einen zusammen" abgetan, weil es so gar nicht mit dem übereinstimmte, was ich über mich dachte. Denke. Dass ich ein kleines, verschreckes Häschen bin. Schüchtern, unauffällig, unsichtbar, aber im Grunde genommen schon irgendwie okay. Ne graue Maus die gerne mal übersehen wird. Außer von hässlichen Vollpfosten. Keinesfalls sexy oder sowas in der Art.
So sieht's aus.
Allerdings.... da Jan ja nun in eine ähnliche Kerbe schlägt, fange ich so langsam an zu glauben, dass da womöglich was dran ist obwohl ich seine Andeutung, ich hätte schon mehreren den Kopf verdreht, nicht so recht ernst nehmen kann. Oder will? Ich glaub, ich hab einfach nur ne Heidenangst vor dem, was sich so alles hinter meinem Panzer versteckt. Und trotzdem wünsche ich mir, dass da mal jemand um die Ecke kommt, der das alles rausholt. Okay, vielleicht nicht alles. Aber das, was mir andere so zuschreiben. Der witzige, charmante, ehrgeizige, sexy und ein wenig durchgeknallte Teil von mir.

Seufz.

22.05.2017 um 19:53 Uhr

löchrige Woche

von: blacksheep   Kategorie: überraschend positiv

Morgen habe ich frei wegen heute - das hat mein Chef sehr treffend festgestellt als ich um 15.30 Feierabend machte. Klingt im ersten Moment witzig, ist aber soweit logisch. Normalerweise war das vergangene Wochenende nämlich mein freies - aber auf Grund betrieblicher Abläufe ist das gerade nicht drin. Ich habe also sonntags frei und hätte (theoretisch) auch montags frei, was aber ebenfalls wegen betrieblicher Abläufe nicht geht, also ist dann der Dienstag wieder frei. Mittwoch und Donnerstagvormittag wird dann wieder gearbeitet und der Freitag ist zwecks Ausnüchterung (haha, als würde ein Tag dafür reichen) frei. Mein Chef ist schon irgendwie cool - normalerweise würde ich an dem Tag nämlich nicht freibekommen wegen der ganzen Arbeit... Samstag und Sonntag muss ich regelkonform arbeiten - das wird doppelt hart, da viel Arbeit und Chef weg...

Wie auch immer.

Für morgen habe ich einen Ausflug in den Waschsalon geplant.
Doch, natürlich besitze ich eine Waschmaschine. Die ist aber nicht groß genug für 5 Kubikmeter Brautkleid. Also gefühlt. Und weil ich nicht gewillt bin, einer Reinigung 130 Euronen hinterherzuschmeißen um mein Brautkleid zu reinigen, wird es halt in eine große Waschmaschine gestopft und dann gebetet, dass es am Stück wieder rauskommt. Möglicherweise will es ja noch jemand haben, ansonsten wird es einem guten Zweck zugeführt (ich habe mal im Internet von einer Dame gelesen, die aus Brautkleidern Beerdigungskleider für verstorbene Frühchen näht) - ich werde es so oder so nicht wieder anziehen. Obwohl so ein "Trash the Dress"-Fotoshooting wäre eine Überlegung wert...

Außerdem müsste ich dringend mal wieder eine Runde laufen gehen. In nicht ganz zwei Wochen steht schließlich in Köln meine nächste läuferische Herausforderung auf dem Plan und 27km sind kein Pappenstiel - jedenfalls nicht wenn Treppen und Brücken dazukommen. Wie bin ich nochmal auf diese bescheuerte Idee gekommen? Ach ja, Instagram...

Ansonsten genieße ich das herrliche sonnige Wetter und die T-Shirt-Temperaturen. Und das Anhalten meiner "ich entrümple die Bude"-Phase. Mein Sparschwein bekommt ordentlich Futter von den ganzen ebay-Verkäufen und dann heißt es demnächst "Tschüs Schulden" - zumindest für die, die nichts mit meinem schnuckligen Auto zu tun haben. Sieht beinahe so aus als würde ich langsam mein Leben wieder auf Spur kriegen.
Schrittchenweise.
Immerhin.

Und meine Freundin lauert schon wieder auf Katastrophenmeldungen von mir...

19.05.2017 um 12:00 Uhr

Allgemeines der Woche

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

Am Dienstag  hatte ich einen Termin bei meinem Hausarzt. Ich habe ihn letzte Woche ausgemacht weil es mir da gerade nicht so gut ging, dummerweise glücklicherweise hatte ich am Dienstag ausnahmsweise mal einen guten Tag. Aber der Doc kennt mich ja nun schon ein paar Jahre und er ist einer von denen, die genau hingucken. Kann man nicht von jedem Arzt behaupten, wie ich aus Erfahrung weiß.
Jedenfalls fiel ihm als erstes auf, dass ich ein paar Kilos verloren habe und er äußerte sich lobend darüber, dass ich das auf eine gesunde Art und Weise (und vor allem ohne Zwang) geschafft habe. Er meinte, es sei wichtig (besonders für mich) dass ich zwischendurch auch mal genieße. Tja, also wenn ich bedenke wie gerne ich esse, besteht da absolut keine Gefahr, dass ich das vergesse.
Ansonsten machen wir jetzt einen zweiten Versuch was eine Reha angeht. Dieses Mal wird der Focus auf meinen halbtotalgeschädigten Rücken gelegt. Womöglich ist Rücken ein besserer (=erfolgversprechenderer) Grund als meine leichte Gestörtheit (gibt es das Wort überhaupt?). Aber was meine Gestörtheit angeht, habe ich mir jetzt doch mal einen Termin bei einem Psychotherapeuten geben lassen. Wobei ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass mir das nicht die Bohne weiterhelfen wird. Ich meine, ich weiß ja was mein Problem ist und wie ich es theoretisch lösen kann, ich bin nur irgendwie noch nicht ganz so weit. Aber zur "Gestörten-Reha" kommt man laut Rentenversicherung erst, wenn man entweder ambulant (halbwegs erfolglos) austherapiert oder einigermaßen selbstmordgefährdet ist (manchmal ist es von Nachteil, das Leben zu lieben, egal wie Scheiße es gerade ist) - also okay, versucht euer Glück. Lobend zu erwähnen sei in diesem Fall die Warteschleifenmusik der Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Das war nämlich nicht so eine Einschlaf-Depressionsmusik bzw. nervtötendes Gedudel wie man es für gewöhnlich in Warteschleifen zu hören bekommt. Es war Swing - glaube ich, jedenfalls fingen meine Füße automatisch an zu wippen. Und die gute Dame am Telefon war auch gar nicht so verzweifelt wie mein Arzt vermutet hatte (Wartezeiten für Psychotherapeuten betragen hier etwa 24 Monate...) sondern hatte einen Termin für Juli parat.
Außerdem soll ich noch meine Muttermale nachgucken und meine Venen durchmessen lassen. Ich hab ja auch sonst nichts zu tun als mehr oder weniger regelmäßig zum Arzt zu rennen... Aber das soll sich mit dem Alter wohl häufen...

Und sonst so?

Hm. Letztes Wochenende hatte ich ein Gespräch mit meiner Mama. Okay, sie ist jetzt nicht meine biologische Mutter, denn die liegt ja nun schon fast anderthalb Jahre eine Etage tiefer, aber sie ist auf jeden Fall die bessere. Klingt womöglich fies, ist aber Tatsache. Naja, jedenfalls hab ich ihr von Jan erzählt und dabei zum ersten Mal in diesem Zusammenhang das Wort "verliebt" benutzt. Habe ich das hier schon getan? Ich bin mir nicht sicher, ich vermeide es nämlich tunlichst, das auszusprechen. Einfach weil ich mir, was das angeht, dabei so unsagbar dämlich vorkomme. Wobei dämlich es nicht so ganz trifft. Es ist eher so wie wenn man als Mittelmaß-Teenager in den Mädchenschwarm der Schule verknallt ist. Selbst wenn der gewisse Andeutungen macht kann man einfach nicht glauben, dass es tatsächlich wahr sein könnte. Ungelogen, ich werde nächstes Jahr nicht 40, ich werde 17 oder so. Okay, ich will nicht wirklich erwachsen werden, aber auf diese ganze Teenie-Verliebtheits-Scheiße kann ich ganz gut verzichten.
Nichtsdestotrotz hat es sich irgendwie ganz gut angefühlt, es tatsächlich mal aussprechen zu können. Jan würde mich umbringen wenn er wüsste, dass ich mit jemandem über "uns" gesprochen habe - dass ich es mit Juli getan habe,  hat er mir (glaube ich) nur durchgehen lassen, weil Juli ewig weit weg ist. Ganz ehrlich, ich frage mich, wie Jan (oder Jungs/Männer im Allgemeinen) mit sowas klarkommen, wenn sie mit niemandem darüber reden. Er hat mir mal gesagt, dass B sein "bester Freund" ist, aber das er nichtmal mit dem über mich reden könnte/wollte. Ich würde durchdrehen wenn ich das alles allein klarkriegen müsste.

Ansonsten hat mich eine Freundin gefragt, ob sie mal meinen Blog lesen dürfte - ich hab mal erwähnt, dass ich einen schreibe. Aber - ungeachtet der Tatsache dass sie in den USA lebt - ich würde NIEMANDEN in meinem Umfeld freiwillig diesen Blog lesen lassen. Nichtmal Juli, aber der weiß ja eh was für ein verdrehtes Chaoskind ich bin.

Nächste Woche steht wieder das jährliche Traditionsbesäufnis auf dem Plan. Ich weiß nicht, ob ich mich freuen oder fürchten soll. Naja, abwarten und versuchen cool zu bleiben...

15.05.2017 um 14:32 Uhr

Lichtblicke...

Man soll sich ja über die kleinen Dinge im Leben freuen, also freue ich mich jetzt einfach mal.

  Happy

Ein Vorteil von befristeten Arbeitsverträgen ist, dass man gegen Ende der Laufzeit die Möglichkeit hat, seinen eigenen Marktwert zu checken. Vorausgesetzt es ist weit und breit niemand in der Nähe, der einem diesen Job streitig machen kann wenn man etwas höher pokert. Der Nachteil ist, ich bin für Gehaltsverhandlungen nicht gemacht. Ich fühle mich einfach nicht wohl dabei wenn ich mich hinstelle und sage, dass ich mehr Geld haben will.

Andererseits gibt es so Momente, da muss man auch Dinge tun, die einem nicht so leicht fallen. Also sprach ich letzte Woche meinen Chef auf meinen auslaufenden Arbeitsvertrag an. Er war im ersten Moment etwas irritiert weil er davon ausgegangen war, dass ich bleiben will (ich hatte ja auch nichts anderes anklingen lassen) und weil für ihn eh klar war, dass er mich behalten will (er hatte ja auch nichs gegenteiliges gesagt). Wahrscheinlich hätte ich nichtmal was gesagt, wenn ich nicht gerade privat in dieser blöden Krise stecken würde. Da würde ich mich des Lebens freuen, meinen Job machen und mich nicht an meinem Sklavengehalt (dank Steuerklasse 5) stören. Naja, jedenfalls warf ich dann mal so in den Raum, dass ich gerne mehr arbeiten würde - so Richtung Vollzeitstelle -  und er meinte, er würde sich mal Gedanken machen.

Inzwischen hat er sich Gedanken gemacht.

Angebot: eine Gehaltserhöhung um 10% UND 10 Stunden im Monat mehr.

Das wäre dann quasi beinahe eine Vollzeitstelle und wenn ich die Steuerklasse wechsle bin ich - erstmal - zufrieden was meine berufliche Situation angeht.

Ich freu mich jetzt noch ein bisschen...

Happy

14.05.2017 um 17:36 Uhr

Every Generation got it's own deseases...

von: blacksheep   Kategorie: und sonst?

... I've got mine...

Sorry, aber seit gestern Abend habe ich einen oder besser gesagt mehrere - Ohrwürmer. Vor zwei Wochen fragte mich nämlich eine Bekannte, ob ich nicht Lust hätte, mir ihr zum "Fury in the Slaughterhouse" Konzert zu gehen.
HALLOOO?
Sowas lasse ich mir doch nicht entgehen. Ich meine, mal aus dem Provinznest rauszukommen in dem wir wohnen. Okay, zugegeben, der Veranstaltungsort des Konzertes war jetzt auch nicht so der Nabel der Welt - aber das ist Ostfriesland ja eh nicht - dafür kamen wir recht nahe an die Bühne und es war auch noch genug Platz um ein wenig herumzuzappeln (ich weigere mich ja immer noch standhaft, das was ich da tue tanzen zu nennen...). Mit den Getränkepreisen ist es auf Konzerten ja immer so eine Sache, aber da ich ja wegen der Musik da hingehe und nicht um mich zu betrinken (was mit 8 Euro für 0,2l Aperol Spritz auch eine teure Angelegenheit geworden wäre) muss ich mich wegen der 4 Euro für 0,4l Cola nicht ganz so aufregen. Und die Bratwurst für 3 Euro fand ich äußerst human.



Ich bin ja nun auch schon so alt, dass es "Fury" für mich quasi schon immer gegeben hat seit ich mich für Musik interessiere. Aber was ich definitiv mit der Band verbinde ist der Sommer 93 in Dänemark. Okay, so ganz Sommer war es noch nicht. Es war die Woche vor dem letzten Bundesliga Spieltag und wir waren zum Gegenbesuch bei unserer Partnerschule in Dänemark. An einem Tag waren wir an die Ostsee gefahren und da es zum Baden zu kalt (oder wir zu weicheierig) war(en) lagen Carsten und ich chillend auf einem Handtuch und lauschten einträchtig "Fury in the Slaughterhouse". Er hatte damals schon Ohrstöpsel für seinen Walkman (für die mp3-Generation: das ist eine Art mp3-Player in den man Musikcassetten (Vorläufer der CD) einlegen musste und für die man Batterien brauchte, die grundsätzlich immer dann leer waren, wenn man sich gerade auf einer mehrstündigen Fahrt befand) so dass wir beide gleichzeitig an diesem damals so modernen Gerät hingen.
Eigentlich ist es merkwürdig, dass sich das so in mein Gehirn eingebrannt hat, zumal ich niemals auch nur Ansatzweise in Carsten verliebt war - geschweige denn, dass wir vorher oder nachher je wieder miteinander zu tun gehabt hätten. Aber: er hatte den Walkman mit der coolen Mucke und war bereit, seine Ohrstöpsel zu teilen...

Jedenfalls, wir hatten einen echt tollen Abend gestern und ich musste mal nicht an den ganzen Scheiß denken, der sich sonst in meinem Kopf so breit macht.

10.05.2017 um 11:52 Uhr

Im Entrümpelungsmodus

von: blacksheep   Kategorie: was mich betrifft

Ich hab ja sicher schonmal erwähnt, dass ich ein Hamster bin. Ich kann grundsätzlich alles brauchen und nix wegschmeißen. Meistens jedenfalls. Aber es gibt da so Phasen der Erleuchtung, in denen bräuchte man mir einen Container vor die Tür stellen müsste und ich würde die Hälfte meines Besitzstandes reinschmeißen. Ballast abwerfen hat etwas unglaublich befreiendes. Kann ich daraus schlussfolgern, dass ich die meiste Zeit ganz gerne ein wenig Ballast mit mir rumtrage? Ich hoffe nicht. Wahrscheinlich lenkt mich das Tragen nur von anderen Dingen ab.

Mann, ich hätte Psychologe werden sollen.
Nein, lieber nicht, ich hab genug eigene Probleme, da muss ich mir nicht auch noch die Störungen anderer antun (von Freunden mal abgesehen...).

Naja, jedenfalls bin ich gerade im Entrümpelungsmodus. Ich sortiere beinahe gnadenlos aus. Verschenken, auf diversen online Portalen anbieten (ein Hoch auf ebay-Kleinanzeigen...) oder auch wegschmeißen bzw. erstmal bei meinem Vater zwischenlagern bis zum Flohmarkt. Alles, was ich hierdurch an Geld reinbekomme, wird in die Tilgung meiner Beerdigungsschulden gesteckt, die immerhin noch satte 800 Euro betragen. Was zum Geier hat mich eigentlich geritten, die Hälfte zu bezahlen? Wahrscheinlich meine moralische Verpflichtung meiner Mutter gegenüber. Ohne sie gäbe es mich schließlich nicht und das wäre - trotz allem - ja echt schade.

Es gibt immer einen Auslöser für meine "Ich will alles loswerden"-Phasen. Dieses Mal ist es mein Gespräch mit Jan. Ich hatte ja nun ein paar Tage um es zu verdauen/verarbeiten oder nochmal drüber nachzudenken und wenn ich, den Teil, in dem es um "uns" ging mal ausblende, gab es da einen Teil, in dem er ein paar Dinge gesagt hat, die mich nachdenklich gemacht haben. Ein wenig hat er mich so an Juli erinnert, mal abgesehen davon, dass Juli mich länger und besser kennt. Und jetzt würde ich soweit gehen zu sagen, dass da ein kleines Hoffnungsschimmern entstanden ist. Also bezüglich der Sache, dass irgendwann mal alles gut wird. So allgemein.

Verrückt.

Ich geh jetzt weiter entrümpeln.

07.05.2017 um 11:45 Uhr

Krawall-Kater...

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Nein, damit ist nicht der gemeint, der mit Alkohol zu tun hat, sondern der, der heute morgen um halb 8 meinte, sich vor meinem Schlafzimmerfenster mit einem Artgenossen anlegen zu müssen und mich dadurch unsanft aus dem Schlaf gerissen hat. Okay, bezüglich meiner zusammenhanglosen Träume, die allesamt mit Alkohol und dem älteren Teil der Dorfjugend zu tun hatten, war das vielleicht gar nicht so schlimm, andererseits brauche ich doch meinen "Schönheitsschlaf"...

Aber okay.
HALLO WACH!

Fakt ist, ich war/bin weniger betrunken als befürchtet. Kein Karussell und keine überdimensionale Matschbirne.
Fakt ist aber auch, dass meine Speicherkapazität für erinnerungswürdige Gespräche leicht beschädigt ist. Ich versuche nämlich schon seit ich wieder zu Hause bin, daran zu erinnern, was Jan von mir wollte das mich dazu verleitete zu sagen: "Aber nicht ohne Gegenleistung." (Ich hoffe, es fällt mir noch wieder ein)
Jan: "Was wäre das denn?"
Ich: "Du versprichst mir aber, dass du spätestens morgen früh wenn du aufstehst vergessen hast, was ich jetzt sage."
Jan: "Raus damit."
Ich (hatte wohl irgendwie in den "Jetzt ist es auch egal was ich sage"-Modus geschaltet, aber auf jeden Fall war ich sehr neugierig darauf, wie seine Reaktion ausfällt): "Ich will ein Baby." (Zu Juli würde ich sowas NIEMALS so direkt sagen. Glaube ich. Obwohl der auch schon echt viel aus mir rauskriegt.)
Jan (völlig entspannt und keineswegs in irgendeiner Form schockiert): "Ich weiß."
Klar weiß er das, wir haben mal drüber geredet. Aber in Anbetracht der Tatsache, das wir hier mehr oder weniger ernsthaft über Leistung und Gegenleistung sprachen und ich so meinem "Ich will ein Baby" ungesagt ein "von dir" angefügt habe, hätte meiner Meinung nach einen Ansatz von "Du hast einen Schaden" als Reaktion verdient.

Während wir (als wir uns noch in einer 4er Runde befunden hatten) noch über Beziehungen sprachen und er sich an diesem Gespräch munter beteiligt hatte, wurde er überraschend einsilbig als es um meine Beziehung ging. Jeder seiner spärlichen Aussagen hängte er ein "aber das müsst ihr unter euch klären" an.
Ja.
Aber...
Meine Freunde (also, die richtigen, ernsthaften) haben eine Meinung und scheuen sich nicht, sie zu äußern - auch wenn das nichts an der Tatsache ändert, dass letztendlich ich (und mein Mann) unseren Kram auf die Kette kriegen müssen. Auch andere äußern ihre Meinung wenn sie gefragt werden und ausgerechnet er nicht? Obwohl ich ihn explizit aufgefordert habe. Vielleicht... will er sich tatsächlich raushalten weil er sich irgendwie in die Sache verwickelt fühlt. Klingt das in irgendeiner Form realistisch? Für mich macht es nämlich irgendwie Sinn. Vor allem im Zusammenhang mit einer Aussage von ihm, die eine vielfältige Reaktion in mir ausgelöst hat.
"Ich werde nicht der Grund dafür sein, dass das mit euch auseinandergeht." Also, ich bin mir gerade nicht sicher ob das der genaue Wortlaut ist (der erste Teil des Satzes schon), aber die Aussage trifft es jedenfalls 100%ig. Er sagte es mit fester Stimme und klang dabei zwar entschlossen, aber es gab so einen Unterton bei dem ich das Gefühl hatte, dass es zwischen uns anders laufen würde, wenn ich Single wäre.
Ich habe ihm versichert, dass er nicht der Grund für eine Trennung wäre, da der immer in irgendeiner Form in der Beziehung  zu finden ist und dass er höchstens der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ich weiß dass das wie ein hilfloser Versuch klingen kann, ihm diese fixe Idee zu nehmen, er wäre Schuld (denn ich habe irgendwie den Eindruck, dass er das denkt - und ich war immer fest davon überzeugt, dass ich die einzige mit diesen leicht paranoiden Ideen bin). Aber das ist wirklich meine Meinung. Da sind sich Kopf und Herz ausnahmsweise mal einig.

Als wir uns zusammen auf den Weg nach Hause machten, habe ich mir spätestens nach 50 Metern gewünscht, dass das eine dieser Nächte ist, die ewig dauern. Und als wir auf der Leitplanke saßen, fühlte es sich für eine Weile genauso an.

Das verrückte an der ganzen Sache ist, dass ich alles notwendige angesprochen habe um unser Verhältnis zu klären und das Ende vom Lied ist, dass seine Reaktionen und Antworten alles irgendwie noch verwirrender gemacht haben.

Memo an mich selbst: Einmal den Mut aufbringen eine Frage zu stellen, die möglicherweise eine schwer verdauliche Antwort nach sich zieht in der Hoffnung, es möge einen heilsamen Schock geben. In die eine oder andere Richtung.

07.05.2017 um 03:29 Uhr

Voll gewesen, toll gewesen...

von: blacksheep   Kategorie: Männer

Also, nur damit ihr gleich bescheid wisst: ich bin betrunken. Zumindest angetrunken. Ich war nämlich zwei Tage feiern. Gestern auf der allerbesten Hochzeit, auf der ich jemals gewesen bin (und das trotz der Tatsache, dass ich in einem Raum mit etwa 200 Personen immer nur auf einen fixiert war). Und heute auf dem 2.besten Resteverzehr nach einer Hochzeit, wobei, vielleicht war es auch der Beste, aber das kann ich erst morgen beurteilen, wenn ich wieder halbwegs nüchtern bin.
Wie auch immer, spätestens wenn ihr weiter das wirre Zeug lest, das ich hier gleich verfassen werde, merkt ihr eh, dass ich das eine oder andere alkoholische Getränk zu mir genommen habe. Aber von vorne...

Kurze Ausschweifung zum 1. Mai. Da habe ich Jan natürlich nicht getroffen - naja, es ist eher wahrscheinlich, dass ich ihn verpasst habe, weil ich so früh und er so spät - oder so ähnlich - dort war. Aber das ich ja nun egal.... Zurück zum aktuellen Wochenende...

Also gestern. Die Mega-Hochzeitsfeier des letzten unverheirateten Paares in unserer Clique oder des vorletzten? Egal, jedenfalls hatte ich so überhaupt keine Lust auf diese Hochzeit. Glückliches Brautpaar, Cliquenpaare mit Kindern und werdende Eltern - nicht gerade das, womit ich im Moment sonderlich gut umgehen kann. Aber gut. Morgens zum Friseur, mal eben die Haare schön, dann ein Kleid kaufen (ja, ich mach das neuerdings immer so) und dann den Tag irgendwie rumkriegen. Nachmittags Kirche. Echt schön (da der Bruder der Braut musikalisch begabt ist und aktuellel Musik im Gottesdienstprogramm untergebracht wurden) dann zur Gaststätte - den ersten Aperol reinkippen und hoffen, dass es schnell weiter geht und ich nach dem Ehrentanz unter Vorgabe fadenscheiniger Gründe abhauen kann.
Tisch gefunden, hingesetzt, an nichts böses Gedacht. Ehemann: "Ach, Jan ist auch da" Mega (Achtung, Ironie). Ehrlich, es ist schon verrückt. Es schleicht sich immer genau das ins Gehirn, mit dem man sich AUF GAR KEINEN FALL beschäftigen will. Ob ich es nun wollte, oder nicht, ich wusste immer, wo Jan war. Also her mit dem Alkohol, Hemmschwelle abbauen und rauf auf die Tanzfläche, die wilden 90er auferstehen lassen (Megageile Band...). Mitternachtsbuffet. Jan und ich treffen uns beim Mettigel und - Halleluja, ein Wunder! (Achtung, Ironie) - Er spricht ganze 3 Sätze mit mir. Bezüglich des Mettigels. Okay, das bringt den Weltfrieden jetzt nicht unbedingt voran, beruhigt mich aber für den Moment ungemein. Weil ich nämlich dachte, dass das ein Schritt auf dem Weg zu einer - wie auch immer gearteten - Normalität ist. Her mit dem Alkohol, Dauergrinsen ins Gesicht, auf der Tanzfläche abzappeln. Das Gefühl, dass es aufwärts geht, hat etwas enorm befreiendes...

Lagerfeuer (am Ende der Party wird ein Stuhlkreis gebildet, in der Mitte werden Teelichter aufgestellt, es gibt noch ein/zwei ruhige Songs während das Brautpaar versucht, auch die letzten abzufüllen....). Da etwa 60 der Gäste absolut noch nicht nach Hause wollen (um 5 Uhr morgens, wohlgemerkt), ist es eine große Runde und ich nehme aus Platzmangel, auf dem Schoß meines Mannes Platz. Jan steht an der Theke. Wenn Blicke töten könnten.

Ich liebe Ed Sheeran (sorry, aber ich hab den Fernseher laufen und auf Vox gibt es gerade immer Ausschnitttweise Ed Sheeran vor der Werbung) und ich kriege dann immer einen Ohrwurm "I'm in love with the shape of you..."

Ich hab euch gewarnt, ich bin betrunken...

Heute also der Party 2. Teil. Resteverzehr ab 11.30 Uhr. Um 18 Uhr bin ich bereit nach Hause zu gehen. Trete - mich verabschiedend - vor die Tür des Partyraumes wo mich die Stimme meines Mannes aus meinen Zuhause-Sofa-chillen-Gedanken holt. "Ach, Jan ist auch schon da." AAAAAAAHHHHH. Echt jetzt. Wäre mir nicht aufgefallen (ehrlich nicht, ich schwöre) wenn er es nicht gesagt hätte. Wie gesagt, Sofa, chillen und so.
Wie auch immer, ich verbrachte 2 Stunden auf dem Sofa - halb chillend - und danach drängte es mich zurück auf die Party. Ich habe wirklich mit mir gehadert. Ich dachte mir, es sei vielleicht besser, zu Hause zu bleiben, so nach dem Motto "Zeit heilt Wunden" oder "Gras über die Sache wachsen lassen". Ja, okay, ich weiß, ich bin eine absolute Niete darin, aber das hindert mich ja nicht daran, an diesem Makel zu arbeiten. Jedenfalls habe ich erstmal Radfahrend eine Runde durch die Felder gedreht und bin dann zur Party. Mit dem festen Vorsatz "1 Bier und wenn es dann noch scheiße ist, lassen wir es gut sein".
Und wenn du denkst, es geht nichts mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her...
So saßen Jan und ich irgendwann allein auf der Terrasse vor dem Partyraum. Wie fängt man am besten ein Gespräch an? Keine Ahnung. Also die direkte Nummer.
Ich: "Hast du gar keine Angst?"
Jan: "Wovor?"
Ich: "Was die anderen morgen erzählen, wenn wir jetzt ganz alleine hier draußen sitzen."
Jan: "Du sitzt ja direkt vor dem Fenster, da kann gar nichts passieren."
Ich: "Naja, jedenfalls finde ich es schön, dass du mit mir redest. Und mich nicht immer nur so anguckst als würdest du dir wünschen ich wäre nicht da."
Jan: "Du weißt genau warum."
Ehrlich, je öfter ich diesen Satz von ihm höre, umso weniger bin ich mir sicher, dass ich das wirklich weiß. Ich meine, okay, moralisch haben wir uns am Tag X nicht mit Ruhm bekleckert, aber wie war das noch mit der Zeit und dem Gras? Ich meine, wie soll ich das abhaken wenn er sich damit offensichtlich ebenso schwer tut?

Egal, wir kamen jedenfalls auf meine derzeitige Beziehungssituation zu sprechen woraufhin er etwas sagte, das klang wie "du hast damals versprochen, dass das mit euch so oder so vorbei ist, wenn nicht heute, dann morgen".
Es dauerte einen Moment, mein Hirn ratterte um die Information zu verarbeiten. Klick.
   "Hast du gerade gesagt, ich hätte was versprochen???"
Verwirrung, die 1. Eine Antwort bekam ich natürlich nicht, weil restliche Anwesende das Talent haben, immer dann aus der Terrassentür zu kommen, wenn es gerade um die Beantwortung wichtiger Fragen geht. Nach einem (erfolglosen) Versuch uns zum Reinkommen  zu überreden, sind wir wieder allein und reden weiter. Darüber, dass er nicht versteht warum ich mich nicht trenne, woraufhin ich versuche ihm zu erklären, dass das alles nicht so einfach ist. Und überhaupt.
Ruhiger Moment.
Ich: "Jan, jetzt mal ganz ehrlich. Wenn ich mich jetzt trenne, wo soll ich denn hin?" (Wir hatten vorher über Mietwohnungen gesprochen und darüber, dass die ja nicht bezahlbar sind)
Jan (in einem Ton als wäre es das normalste der Welt): "Zu mir."
WHAT THE FUCK? HÄ? Hab ich Ohrhalluzinationen oder was? MEGAVERWIRRUNG.
Ich leise (total davon überzeugt, dass ich da irgendwas völlig falsch verstanden habe): "Hast du gerade gesagt zu dir?"
Kurzer, sich ewig anfühlender Moment des Schweigens zwischen uns.
Jan: "Ich..."
Terrassentür auf...
   "Ihr seid ja immer noch hier draußen. Wollt ihr nicht mal reinkommen?"
Hatte ich erwähnt, dass das Timing der anderen Gäste echt höllisch miserabel war?

Wir sagten -  zum wiederholten Mal - wir kämen, wenn wir unser Glas leergetrunken hätten. Statt dessen füllten wir es wieder auf und redeten weiter. Irgendwie kamen wir tatsächlich auf den Tag X zu sprechen. Ich gebe zu, es war echt arschig von mir, ihm vorzuwerfen, er sei Schuld an dem ganzen "Schlamassel", aber irgendwie hatte ich gehofft, ihn so zu einer Reaktion provozieren zu können die uns weiter bringt.
Ich: "Du hast angefangen. Es wäre ja gar nichts passiert, wenn du mich nicht geküsst hättest."
Jan: "Du hättest nicht mitmachen dürfen"
Ich: "Du hast mich vorher abgefüllt" (Herrgott, ich war echt arschig.)
Natürlich hat uns das kein bisschen weitergebracht.

Irgendwann landeten wir dann doch im Partyraum. Dort war es laut und heiß und voller Betrunkener (okay, außer uns waren es noch 10 andere inklusive Brautpaar) und wir hockten auf unseren Barhockern neben dem Tiefkühlschrank mit dem Schnaps und tranken eben diesen mit Cola. Und ER fing damit an, unseren Tag X in Einzelheiten aufzudröseln. Wer wo gestanden und was gesagt bzw. getan hat und was dann passiert ist und mein Gehirn versuchte in rasender Geschwindigkeit zu Frage zu klären, wieso in Gottes Namen er das in der "Öffentlichkeit" tut owbohl er mir sonst manchmal vorwirft, ich würde ihn in der Öffentlichkeit ansprechen. Oder ihn nicht ansprechen, je nachdem was er gerade für besonders auffällig hält.
Jan (mal wieder): "Du hast angefangen. Hättest du nicht immer deinen Charme spielen lassen..."
Ich war kurz geneigt, in Gelächter auszubrechen. Charme spielen lassen - echt jetzt - niemand ist in sowas unbegabter als ich.
Ich: "Ich bin überhaupt nicht charmant."
Er (sieht mich mit seinen schwachmachenden Kulleraugen an): "Wenn du wüsstest, wem du schon alles den Kopf verdreht hast."
Natürlich war nicht rauszukriegen was er damit meinte. Oder wen. Aber wahrscheinlich ist genau das mein Problem. Dass ich sowas nicht weiß. Dass ich selbst nicht mal mitkriege, dass ich charmant sein kann oder es automatisch bin oder whatever. Oder dass ich es einfach nicht ernst nehme.

Der Mann verwirrt mich.

Schließlich löste das Brautpaar die Party auf indem es uns bat, nach Hause zu gehen. Ohne Zicken machte Jan sich mit mir zusammen auf den Weg (also, wir hatten in etwa denselben Weg, sonst wären wir wahrscheinlich gerade mal zusammen bis zur Kreuzung gegangen) und wir redeten wie normale Menschen miteinander. Wie Freunde, die denselben Weg haben. Schließlich begleitete ich ihn noch ein wenig über die Grenze meines Wohnortes hinaus, wo wir schließlich eine Pause einlegten, weil er noch eine Zigarette rauchen wollte.
Wir saßen auf der Leitplanke, sahen in den Himmel und er erzählte mir einen vom Polarstern. Ungelogen, der Himmel war wolkenverhangen und nur ein einziger Stern war durch eine Wolkenlücke zu sehen. Ich hab keine Ahnung ob das wirklich der Polarstern war, aber Jan klang sehr überzeugend bei seiner Erklärung (ich werde das googeln). Irgendwie war es ein klein wenig romantisch.
Wir verabschiedeten uns mit einer freundschaftlichen Umarmung. Zugegeben, ein Teil von mir wünschte sich einen Kuss, aber der größere Teil von mir hat gerade keinen gesteigerten Bedarf an noch mehr Schlamassel. Als er mich im Arm hielt, spürte ich eine gewisse Erleichterung. Ehrlich, unabhängig davon was zwischen uns beiden war oder ist oder auch nicht ist, es wäre schön, wenn wir hin und wieder einfach nur miteinander reden würden. So wie wir es auf dem Heimweg getan hatten und das sagte ich ihm auch. Also, dass es schön wäre wenn er mal wieder mit mir reden würde.
Wir verabschiedeten uns nochmal - mit noch einer Umarmung - dann stiegen wir auf unsere Räder und fuhren nach Hause. Er den Deich rauf, ich zurück ins Dorf.

Mein Kopf hat eine Menge Infos (verbale und nonverbale) zu verarbeiten und der Alkohol macht mich so langsam echt bettschwer, also werde ich mich jetzt erstmal hinlegen - hoffentlich ohne Karussell fahren... - und möglicherweise später noch mal mit ein paar Erinnerungsfetzen um mich werfen.

Aber eins weiß ich sicher. Er hat mir ein paar Dinge erzählt, mit denen er mich testen will. Relativ früh in unserem Gespräch hat er mir nämlich erzählt, dass er einer Bekannten im Vertrauen einiges erzählt hat, auf die er von Freunden angesprochen wurde, kaum dass das Gespräch beendet war. Erst war er sich nicht sicher ob er nicht doch jemand anderem auch dasselbe erzählt hat, deshalb hat er der "Tratschverdächtigen" mal ein paar Fake-News aufgetischt um zu sehen, was passiert. Und da er mir vorgeworfen hat, ich hätte von unserem Tag X sämtliche Einzelheiten in unserem "Dorfuniversum" verbreitet (Hallo, ich weiß ja bei den meisten Details selbst nicht mehr, ob das wirklich passiert ist, gesechweige denn, dass ich das jedem auf die Nase binden würde) kann ich das durchaus verstehen. Er meinte, er wäre ganz gut im Lügen, woraufhin ich erwidert habe, dass ich wetten würde, dass jemand, der ihn wirklich gut kennt, merken würde, wenn er lügt. Und mir hat er etwas erzählt, von dem ich fast sicher bin, dass er sich das ausgedacht hat, weil es so unwahrscheinlich klingt für jemanden in seinem Alter.

Ich geh jetzt erstmal schlafen...