ungebremst ins Chaos

20.01.2016 um 23:25 Uhr

Hatschi - verdammt nochmal...

Was für ein Scheiß. Jetzt ist endlich mal Winter - so richtig mit vernünftigem Schnee mit dem man Schneemänner bauen kann, Eiszapfen die von den Dächern hängen und Straßen auf denen man nur herumschlittert (die Hauptstraßen sind natürlich frei) - ich bin hoch motiviert und will raus und laufen und überhaupt so einiges anstellen, da streckt es mich nieder. Nase läuft, Nebenhöhlen dicht, Kopf dröhnt. Ganz großes Kino.

Also habe ich mich den Nachmittag auf dem Sofa herumgelümmelt, erst gefroren, dann geschwitzt, dann wieder gefroren... und als ich mich dann einigermaßen wie ein Mensch fühlte, dachte ich mir, ich könnte mal das Schnittmuster für das T-Shirt zusammenschnippeln und kleben. Echt jetzt, habt ihr eine Vorstellung davon wie anstrengend es ist, eine Schere und ein Blatt Papier festzuhalten und sich darauf zu konzentrieren, nur auf der Linie entlangzuschneiden? Und dann kriegt man vom Ehemann (der kurz vorm abnippeln wäre, wenn er dieselben Symptome hätte wie ich) auch noch kluge Ratschläge aufgedrückt.

Naja, gegen eine Erkältung/Grippe kann man nicht viel machen. Die kommt und geht wie sie lustig ist. Aber wieso kommt sowas immer dann, wenn man ein langes Wochenende vor sich hat? Ich hoffe, ich kann morgen früh wenigstens  arbeiten, ich habe nämlich keine Lust, einen halben Tag beim Arzt zu verbringen. So wie letzte Woche, als ich innerhalb von fünf Minuten die Praxis betreten, den Arzt gesprochen, meine Rezepte bekommen und die Praxis wieder verlassen habe geht das nämlich nicht jedes Mal.

Und wo wir jetzt gerade mal beim Thema Ärzte und Krankheiten sind...

Mein Arzt hat jetzt erstmal einen Antrag gestellt, damit er für mich eine Reha beantraten kann. Ja genau. Man muss einen Antrag stellen um einen Antrag stellen zu dürfen... Wie auch immer, ich soll also mal zur Reha weil ich gestört bin. Nicht ernsthaft, nur ein bisschen, aber ich finde trotzdem, dass ich eine Reha mal verdient hätte.
Neugierig wie ich bin, habe ich also aus lauter Langweile mal die Rehakliniken gegoogelt, die mein Arzt genannt hatte. Naja. Aber man darf da wohl nicht so anspruchsvoll sein. Bin ich ja  auch nicht. Alles was ich brauche ist ein Bett, ein Fernseher, W-Lan und Flachland zum Joggen. Gruppentherapie allerdings... Ja, ich weiß, Depressionen sind eine Krankheit, aber erstens habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Psychologen (nachdem ich drei durch habe, kann ich mir wohl mal eine Meinung erlauben) und zweitens kann ich es auf den Tod nicht leiden, wenn andere wegen ihrer Probleme rumjammern. Bei meinen Freunden ist das was anderes, aber ich habe mit meinen eigenen Problemen genug zu tun, ich weiß nicht, ob es mir tatsächlich weiter hilft, mir die Probleme von Fremden anzuhören.
Wie auch immer. Mein Onkel war mal zur Reha und der meinte, man müsse sich erstmal darauf einlassen, auch wenn es einem komisch vorkommt. Und wer weiß, möglicherweise hilft es mir ja doch. Und erstmal muss der Antrag durch sein. Davor soll ich noch zu einem  Psycho-Fachdoktor. Macht sich ganz gut beim Reha-Antrag habe ich mir sagen lassen.

Und jetzt leg ich mich mit meiner Erkältung mal ins Bett in der Hoffnung, dass es morgen besser wird anstatt schlechter. Man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.

18.06.2014 um 20:15 Uhr

schriftlich bestätigtes Versagen

Als ich gestern nichtsahnend den Briefkasten öffnete, befand sich darin ein Brief von der Kinderwunschpraxis in der wir seit einer Weile in Behandlung sind. Oder besser gesagt, noch nicht in Behandlung sind weil die dusselige Krankenkasse mit ihrer Kostenübernahme-Bescheinigung nicht in die Hufe kommt und wir deshalb noch warten müssen.

Es war eine Rechnung über einen lächerlich niedrigen Betrag von 6,80 für die Erstellung eines Behandlungsplans.

Diagnose: sterile Ehe

Klingt das nicht schrecklich? Ich meine, zuzugeben, dass das mit dem Kinder kriegen bei uns problematisch ist weil die Spermien meines Mannes nicht so richtig schwimmen wie sie sollten ist ja schon irgendwie blöd, klingt aber lange nicht so herzlos und endgültig.

Das Problem ist, es liegt nicht an mir und seit ich das weiß geht mir irgendwie nichts anderes durch den Kopf als "ich sollte mir einen anderen Mann suchen" oder mich zumindest von einem anderen schwängern lassen. Dann brauche ich weder die Hormonspritzen, noch die Eizellenabsaugung und die Befruchtung über mich ergehen lassen, und erspare mir so eine Menge Nadelstiche in meinen empfindlichen Körper. Außerdem ist mir die Lust auf Sex total vergangen, zumindest mit meinem Mann weil ich den idiotischen Gedanken habe, dass es ja eh nichts bringt (also kein Kind) und da bei mir ja der Spaßfaktor an der ganzen Geschichte begrenzt ist, habe ich einfach aufgehört.

Ich denke daran wie es sich wohl anfühlt Jan zu küssen. Es würde mir nicht einfallen, eine Beziehung mit ihm haben zu wollen, denn sollte ich mir jemals einen anderen Mann suchen mit dem ich ernsthaft mein Leben verbringen will, dann... (und ich wünschte mir würde nicht ausgerechnet dieses Beispiel einfallen).... dann jemanden wie Julius. Jemanden, der mit mir intellektuell auf einer Ebene ist. Mit dem ich diskutieren kann auch wenn wir unterschiedliche Meinungen haben. Der mich dazu bringt über Sex zu reden obwohl ich mir lieber die Zunge abbeißen würde als genau das zu tun. Der mich darin unterstützt Dinge zu tun auf die ich Lust habe und es nicht mit einem gleichgültigen "wenn du meinst" hinnimmt und sich nie nach den Fortschritten erkundigt.

Ich bin herzlos und egoistisch und ich fühle mich schrecklich deswegen. Aber ich habe keine Ahnung wie (oder ob) ich dagegen überhaupt etwas tun kann, geschweige denn will. Manchmal denke ich, ich sammle einfach Gründe um hier wegzukommen und ich tue eine Menge fieser Dinge damit mein Mann mich loswerden will (was vermutlich nie passieren wird weil er auch einfach alles erstmal aushält und hinnimmt und sich so gar nicht aus der Ruhe bringen lässt).

Vielleicht hätte ich nicht heiraten sollen. Es ist keine gute Idee den ersten, der einem einen Antrag macht zu heiraten nur weil man vielleicht nie einen zweiten bekommt. Falls ihr Single seit - merkt euch das und denkt daran wenn euch jemand einen Heiratsantrag macht. Notfalls lasst die Hochzeit platzen und sei es eine Woche vorher. Eine Bekannte sagte mir neulich, dass man selbst eine einvernehmliche Scheidung für Minimum 2.500 Euro bekommt. Ist das nicht unfair wenn man bedenkt, dass eine Hochzeit für weniger als 200 Euro zu haben ist?

Manchmal wünschte ich mir, ich könnte einfach aufhören nachzudenken und zufrieden mit dem sein, was ich habe. Im Prinzip geht es mir ja nicht schlecht. Wenn man davon absieht, dass ich am Arsch der Welt lebe, in meinem Job unterfordert bin, die Diskussionsthemen meines Umfeldes sich auf "Kinder(erziehung)" und "Nachbarschaftstratsch" beschränken und ich mich ständig frage ob das wirklich alles ist, was das Leben mir zu bieten hat.

Aber ich fürchte "zufrieden sein" ist eine Eigenschaft, die mir nicht mitgegeben wurde.

22.07.2013 um 13:02 Uhr

Es ist geil, ein Arschloch zu sein...

... so der Titel eines überflüssigen Liedes mit dämlichem Text an dem aber eine Menge Wahres dran ist.

Aber: Nein, es ist nicht geil ein Arschloch zu sein. Zumindest nicht, wenn man ein Mensch mit Gewissen ist. Das Dumme an der Sache ist nur, wenn man ein Mensch mit Gewissen ist und dabei ist, etwas arschloch-mäßiges zu tun, ist man ein sicherer Kandidat für Depressionen oder andere negative Auswirkungen.

Hat irgendjemand da draußen eine Ahnung was man in so einem Fall macht?

Ja, ich bin ein Mensch mit gewissen, aber nein, ich habe nichts angestellt. Oder sollte ich besser sagen, noch nicht? Ich bin mir nicht ganz sicher. Sicher ist nur, dass mein Gewissen mir schon im Vorfeld eine Menge Stress macht und ich mich gerade in einem stockdunklen Raum verkriechen und heulen will, weil ich das alles so verdammt Scheiße finde.

Ich traue mich schon fast gar nicht es zu sagen, aber es ist (mal wieder) Julius. Oder doch eher Heimweh? Schwelgen in der Vergangenheit? Oder eine Mischung aus allem? Keine Ahnung.

Das Einzige, was ich weiß ist, dass ich übers WE bei meinen Leuten war und dabei auch auf ihn getroffen bin, was sich nicht vermeiden ließ. Ich will es auch gar nicht vermeiden, denn ich mag Julius. Ich verteidige ihn sogar immer noch. Wobei, verteidigen jetzt nicht so ganz das richtige Wort ist. Sagen wir, ich versuche den Leuten klar zu machen, dass Julius nicht so ganz derjenige ist, den sie in ihm sehen. Möglicherweise ist er auch nicht der, den ich in ihm sehe, aber das ist ja ein anderes Thema.

Ich habe einfach das Gefühl, dass mir gerade klar wird, dass Verdrängung eins meiner Talente ist. So nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn" konnte ich mir eine gefühlte Ewigkeit einreden, dass das Thema Julius für mich erledigt hat, und dieses kleine Aufflackern von Gefühlen was kam wenn wir uns mal über den Weg liefen habe ich als sentimentale Erinnerung kleingeredet und abgehakt damit es nicht so an mich herankommt. Vielleicht war ich es auch irgendwann einfach leid zu warten und zu hoffen dass wir eines Tages mal zusammenfinden. Wenn ich mal Kinder haben will, habe ich schließlich nicht ewig Zeit.

Und jetzt? Jetzt bin ich seit einem halben Jahr verheiratet und schon zum zweiten Mal so weit, dass ich mich frage, ob ich hier nicht den größten Fehler meines Lebens gemacht habe.

Wahrscheinlich sollte ich mich nicht beklagen. Ich bin mit meinem Mann nun schließlich schon fünf Jahre zusammen und es war doch okay. Und das ist vermutlich der eigentliche Fehler den ich gemacht habe. Mich mit einem mittelmäßigen "es ist okay" zufrieden zu geben, da muss man ja zwangsläufig irgendwann anfangen, das Ganze zu hinterfragen. Warum merkt man sowas eigentlich nie rechtzeitig? Warum kann ich Julius nicht einfach "nur" mögen, als Mensch, ohne immer wieder mal auf die Frage zu stoßen was wäre, wenn damals nur nicht der richtige Zeitpunkt für uns war und jetzt, wo er eventuell näher rücken könnte, es quasi zu spät ist (ich will mich doch nicht nach sechs Monaten schon mit dem Scheidungsthema herumschlagen).

Warum kann man eigentlich nicht einfach mal zufrieden sein mit dem, was man hat?

17.02.2012 um 18:00 Uhr

harte Zeit

In der letzten Woche gab es in der Gegend ständig schwere Autounfälle, so dass man sich, so schockierend das auch klingen mag, beinahe dran gewöhnt hat, täglich neue Schreckensmeldungen in der Zeitung zu lesen. Natürlich finden wir es schrecklich von Unfällen zu hören, vor allen Dingen, wenn dabei Menschen ums Leben kommen, aber trotzdem ist das alles für uns noch so weit weg, dass es einen nicht wirklich berührt.

Doch dann kam der Anruf.

Gestern hat es einen von uns erwischt. Wieso es passiert ist wissen wir nicht und werden es vermutlich auch nicht erfahren, Fakt ist nur, dass unser Freund den Frontalzusammenstoß mit einem LKW nicht überlebt hat.

Egal mit wem man hier im Moment spricht, jedem ist der Schock über dieses tragische Ereignis anzusehen und auch anzuhören wenn es jemandem gelingt, dazu ein paar Worte zu sagen. Denn Worte fehlen uns gerade.

Ich habe noch nie einen Freund beerdigt und wenn ich ehrlich bin, hatte ich das so schnell auch nicht vor. Vielleicht in 30 Jahren mal wenn es denn sein muss. Ich meine, wir sind alle um die 30 und das ist ja definitiv zu früh zum sterben. Man hat ja noch nicht mal richtig gelebt, wobei das viele mit 60 auch noch nicht haben.

Da merkt man mal, mit was für Kleinigkeiten man sich im Leben so beschäftigt die einem im ersten Moment so immens wichtig erscheinen und dann eigentlich nicht die Energie wert sind, die man dafür aufgebracht hat. Zum Beispiel sich mit seinem Nachbarn zu streiten weil er eine unzuverlässige Flachpfeife ist. Aber das Gute daran, in einem so kleinen Dorf zu wohnen ist ja, dass in so schweren Zeiten tatsächlich noch ein wenig zusammengerückt wird und die kleinen Animositäten für eine Weile ruhen.

In den nächsten Tagen wird das Leben wohl erstmal ein wenig still stehen.

 

13.02.2010 um 13:41 Uhr

Schwer vorstellbar

Gestern war ich auf Papas Trauerfeier. Also, nicht mein richtiger Vater sondern nur der, der mich so quasi "adoptiert" hat, weil ich seit ich 15 war mit seiner Tochter befreundet bin und etwa genauso lange dort ein und ausgehe. Letzten Sommer wurde bei ihm ein irreparabler Gehirntumor festgestellt und seit dem hat er mehr oder weniger auf den Tod gewartet. Erst war er im Kopf nicht ganz klar, konnte vieles nicht begreifen oder bei Gesprächen mithalten, dann war er wieder voll bei Verstand aber sein Körper machte nicht mehr so mit. Aber obwohl er wusste, dass er in absehbarer Zeit sterben wird, ließ er sich nicht hängen.

So war er eben. Sorgte sich um alles und jeden, aber als letztes um sich selbst. Am Montag ist er dann eingeschlafen. Und auch wenn uns allen klar ist, dass das für ihn auch eine Erlösung war, tröstet uns das nicht so recht. Es fühlt sich auch noch nicht so an, als wäre er tatsächlich tot. Es ist, als könnte noch jeden Moment die Tür aufgehen und er steht mit einem lachenden Gesicht und einem "Ätsch, ich hab euch verarscht" im Raum. So war er eben auch. Immer für einen Spaß zu haben. Er hat auch mal gesagt, es sei ganz "schön blöd" dass er jetzt "nicht mehr ganz richtig im Kopf" sei und dass er "noch gar keine Zeit zum Sterben" hat. Und wir sollten bloß nicht die ganze Zeit mit Trauermienen um ihn herumlaufen, das könnte er nicht mitansehen.

Und jetzt ist er irgendwo da oben. Naja, die können einen optimistischen Spaßvogel wie ihn sicher als Stimmungskanone gebrauchen. Auch wenn er uns hier unten ganz schön fehlt.

11.08.2009 um 16:05 Uhr

Ausnahmezustand 1

Am Donnerstagmittag war die Welt noch in Ordnung. Mein größtes "Problem" war meine Schwiegermutter und die Tatsache, dass ich noch mit ihr unter einem Dach wohne. Ich war gerade dabei mich seelisch auf das Camping-Wochenende mit meinen Freunden vorzubereiten als meine beste Freundin mir mitteilte, dass ihr Vater, der gleichzeitig mein "Zweitpapi" ist, im Krankenhaus liegt mit Verdacht auf Schlaganfall. Somit war der Donnerstag schonmal gelaufen.

Am Freitag fuhr ich mit meiner "Ersatzmama" also ins Krankenhaus weil kein anderweitiger Chauffeur verfügbar war. Dafür, dass mir in Krankenhäusern regelmäßig schlecht wird, selbst wenn ich gar nichts habe, hielt ich mich ganz gut. Erst recht wenn man bedenkt, dass mein Zweitpapi zwar einen recht munteren Eindruck machte, aber geistig nicht auf der Höhe war. (Am Tag zuvor hatte er behauptet, er hätte 45 Kinder...) Nach einem Gespräch mit dem Arzt stellte sich heraus, dass es sich nicht um einen Schlaganfall sondern einen Gehirntumor handelt. Inoperabel. Soviel zu meinem Freitag.

Gestern waren wir dann wieder im KH und schon flog uns die nächste Keule um die Ohren. Vermutlich ist der Tumor bösartig. Heute wird allerdings entschieden, ob nicht vielleicht doch operiert werden kann und dann erfahren wir auch, wie die Chancen stehen, bzw. was uns sonst so erwartet. Und im Augenblick bin ich ganz froh, dass ich nur "adoptiert" bin und mein richtiger Vater sich bester Gesundheit erfreut. Auch wenn mich das alles trotzdem fertig macht.

20.10.2008 um 19:59 Uhr

Scheinheilig

Soviel also zum Thema "Zusammen ziehen". Leos Mutter hat beschlossen, Terror zu machen was heißt, dass wir im Januar nicht zusammen ziehen können.

Ich könnte echt kotzen. Wenn ich komme ist alles wie immer und dann kommt Leo ganz kleinlaut an und druckst rum von wegen zu früh, eigene Wohnung blabla und ich weiß sofort, dass seine Mutter ihm das eingetrichtert hat. Erstens finde ich das scheiße von seiner Mutter weil sie es nicht gesagt hat und zweitens finde ich das scheiße von Leo, weil er nicht gesagt hat, dass diese Zickerei von ihr ausgeht. Ich merk das doch.

Super. Ich stehe jetzt da ohne Job, ohne Wohnung und gestern habe ich für fünf Minuten echt darüber nachgedacht, mir einen neuen Freund zu suchen.

Ich wollte Leo eigentlich gestern sagen, dass ich gekündigt habe, aber nachdem er den Hammer mit der Wohnung brachte, war das Thema auch erstmal erledigt. Ich bin, nachdem er mir das gesagt hat, auch nicht mehr geblieben. Zehn Minuten vor dem Mittagessen habe ich meine Sachen zusammen gesucht und bin nach Hause gefahren. Ich hatte echt keinen Nerv mehr, mich mit mit der Familie auch noch an einen Tisch zu setzen. Das werde ich auch nächstes Wochenende nicht tun, selbst nicht, wenn ich dort hinfahre. Die Alte will Krieg, meinetwegen. Wenn die Frau morgen tot umfallen würde, wäre ich nur aus einem Grund traurig: weil Leo traurig wäre.

Leo ist sowieso derjenige, der einem am meisten leid tun kann. Er will eigentlich, dass ich zu ihm ziehe. Aber er will nicht, dass dann zu Hause die ganze Zeit schlechte Luft ist. Er will weder mir noch seiner Mutter auf die Füße treten und damit ist er echt nicht zu bedauern.

Aber wenn ich es genau betrachte, bin ich eher traurig als wütend. Ich bin ein netter Mensch, ich hab niemandem was getan und trotzdem kriege ich ständig mit dem Knüppel eins drüber.

Unsere Tierärztin meinte, ich müsse versuchen, das positive zu sehen. Klar hat es was für sich eine eigene Wohnung in der Nähe von Leo zu haben. Wir könnten uns jeden Tag sehen wenn wir wollen, er kann öfter bei mir übernachten und trotzdem zu Hause arbeiten. Ich kann meine Wohnung einrichten wie ich will, ich muss kein Tischgebet ertragen und überhaupt kann ich machen was ich will - vor allem überall die Heizung aufdrehen und niemand dreht sie wieder runter.

Leo sagt, er will seinen Eltern eine eigene Wohnung bauen bzw. die im alten Wohn-Stall-Gebäude fertig machen aber im Moment bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich ihm das glauben kann.

16.08.2008 um 22:53 Uhr

Nebenkostenabrechnung...

Wieso bezahle ich für eine Wohnung, in der ich nur 4 Monate noch gewohnt habe, eine Heizkostenerhöhung die höher ist als die, die ich davor für ein ganzes Jahr bezahlen musste? Ich meine, ich hab ja mitbekommen, dass sich die Nebenkosten gewaltig erhöht haben aber das ist ja wohl echt der Hammer. Und wenn ich dazu bedenke, dass ich für meine neue Wohnung eine Rückzahlung bekommen habe, die in etwa so hoch ist wie das, was ich jetzt nachzahlen muss für die alte - also, da stimmt doch was nicht. Zumal die Wohnungen von der Größe her eigentlich keinen Unterschied machen.

Möglicherweise ist meine alte Vermieterin auch nur eine alte Hexe die mich ärgern will, ich bin froh dass ich die alte jetzt los bin. 

09.07.2007 um 20:34 Uhr

Das Gegenteil von gestern

Wenn es einen Tag gibt, an dem wirklich so alles schief läuft, was schief laufen kann, dann ist dieser Tag bevorzugterweise ein Montag. Ein Montag nach einem tollen Wochenende. Damit man auch ja nicht vergißt wie gemein das Leben im normalfall ist.

Ich hatte ein tolles Wochenende und heute hatte ich einen Scheiß-Montag. Ich war morgens um 3 Uhr hellwach, obwohl ich "erst" um fünf aufstehen wollte. Der Viehhändler kam statt um halb sechs erst um viertel nach, beim umtreiben hat ein Schwein beschlossen einen Ausflug in die grüne Natur zu machen und ich hab eine halbe Stunde lang rumtelefoniert bis endlich jemand kam um das Mistviech mit mir einzufangen, ich hab mir den Finger in der Tür geklemmt usw.

Ein kleiner Trost kam zumindest in der Mittagspause: das neue Handy das ich mir bestellt hatte ist da. Ging ganz fix. Freitag bestellt heute schon da.

Ansonsten halte ich mich mit dem Gedanken über Wasser daß ich morgen um 17 Uhr meinen Urlaub einläute *jubel*. Zehn Tage lang nur das machen wozu ich Lust habe. Kein Schwein sehen kein, "können sie mal eben...", kein frühes aufstehen. Was fang ich nur mit der vielen Zeit an? Erstmal liegt mal wieder eine Komplettreinigung meiner Wohnung an. Es herrscht mal wieder äußere Unruhe (von der inneren will ich mal gar nicht anfangen).

23.06.2007 um 14:22 Uhr

Auch das noch...

Nachdem ich den Schock mit der Stromrechnung halbwegs überstanden hatte, öffnete ich meinen Briefkasten und hielt einen Umweltpapierfarbenen Umschlag in der Hand. Absender: Landkreis Göttingen. Und da ich mich da für gewöhnlich nicht aufhalte und mich da nicht beworben oder sonstwas hab, konnte das nichts Gutes bedeuten. Und richtig. Die Knalltüten haben mich geblitzt. Auf der Autobahn. Wozu gibt es überhaupt Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn? Ich meine, bei Fahrbahnverengungen und Baustellen - okay, das sehe ich ja noch ein. Aber auf einer dreispurigen Autobahn wo weit und breit nichts ist soll man 100 fahren? Wahrscheinlich damit die ihr Blitzdings aufbauen und abkassieren können. Super. Der Spaß kostet mich jetzt nochmal mindestens 70 Euro und einen Punkt bekomme ich dafür wohl auch. Zum Glück ist die Woche vorbei.

22.06.2007 um 17:53 Uhr

Ich habe jetzt einen Anwalt

Zugegeben, auf der Liste der Dinge, die ich in meinem Leben noch vor habe, stand "einen Anwalt brauchen" nicht wirklich weit oben. Genau genommen war dieser Punkt nicht berücksichtigt worden. Wer denkt denn schon darüber nach, daß man mal einen Anwalt brauchen könnte?

Genaugenommen weiß ich nicht mal, ob ich überhaupt einen Anwalt brauche. Ich hätte ja einfach die 600 Euro Stromrechnung bezahlen können. Aber als ich mir das Ding heute genauer ansah, stellte ich fest, daß ich laut der Abrechnung ein ganzes Jahr lang überhaupt keinen Strom verbraucht habe und dann in ca. 3 Monaten gleich 1000 kWh.

Und wie heißt es doch so schön: "Fragen sie jemanden, der sich mit sowas auskennt." Also habe ich mir einen Anwalt gesucht. Der hat die Abrechnung genauso wenig nachvollziehen können wie ich, was ja  zumindest schon mal heißt, daß ich nicht ganz so blöd bin, wie ich gestern dachte. Naja, jedenfalls werde ich erst mal nicht bezahlen und "mein Anwalt" (will man nie brauchen, klingt aber gut) fragt erstmal nach, wie die überhaupt auf die Abrechnung kommen usw.

Nebenbei habe ich heute einen ähnlich netten Brief bekommen, der mich allerdings nicht ganz so viel Geld kosten wird. Der Landkreis Göttingen hat mich nämlich beim Übertreten der Höchstgeschwindigkeit erwischt und ein echt furchtbares Foto von mir gemacht. Was mich, laut Internet, 40 Euro Strafe, 24 Euro Gebühren und einen Punkt in Flensburg kosten wird. Glücklicherweise ist heute Freitag, es kann also diese Woche nicht mehr allzu viel passieren *klopf auf Holz*.

21.06.2007 um 22:58 Uhr

vorausgesetzt

Heute bekam ich Post von der Firma, die behauptet, sie hätte Strom für immer. Wie schön, ich kann also auch weiterhin mein Licht anmachen, Fernsehen und am PC rumdaddeln. Weniger schön war allerdings die Zahl, die auf dem Blatt mit der Aufschrift "Rechnung" stand. Nämlich: 604,12Euro. Zugegeben, aufgeteilt auf die  26 Monate, die ich im meiner alten Wohnung gewohnt habe, macht das nicht mehr allzuviel pro Monat aus, aber da ich in dieser  Zeit nie eine Stromrechnung gesehen habe und auch schon seit einem halben Jahr nicht mehr dort wohne, war mein Schock entsprechend groß als ich den Brief in der Hand hielt. Ist sowas überhaupt erlaubt? Ich meine, klar, ich habe Strom verbraucht und ich sehe auch ein, daß ich dafür zahlen soll. Aber ich dachte, das läuft alles über die Nebenkosten. Woher soll man auch wissen, daß man sich bei einem Stromanbieter melden und sagen muß: "Hey, ich verbrauche Strom, schreibt mir ne Rechnung." Sowas sagt einem schließlich keiner. Es wird einfach vorausgesetzt daß man es weiß. Weil es eben so ist. Aber mal ehrlich, hätte der Stromfirma nicht auch eher mal auffallen können, daß ich Strom verbrauche, mich aber nirgendwo gemeldet habe? Mal abgesehen davon, daß ich nie jemanden zu Gesicht bekommen habe, der meinen Zählerstand abgelesen hat. Ich hab versucht, das mal im Internet herauszufinden, aber aus dem, was man da so findet, bin ich nicht so wirklich schlau geworden. Muß wohl doch ein wenig Beratungshonorar für einen Anwalt ausgeben. Muß man sich echt alles gefallen lassen? Und neben dem Schock muß ich dann wohl auch noch mal meinen jetzigen Vermieter anrufen und mich vergewissern, daß ich jetzt meinen Strom über die Nebenkosten bezahle - ich meine zumindest, daß es so in den Zusatzvereinbarungen in meinem Mietvertrag steht, ich hab es jedenfalls da rausgelesen.

Warum werden eigentlich im Leben ständig irgendwelche Sachen vorausgesetzt ohne daß man es weiß? Die Jungs, die das Maibaumgeld eingesammelt haben, haben auch immer vorausgesetzt daß man weiß, wo es versoffen wird. Ich wußte es natürlich nicht, woher auch? Und deshalb habe ich mich irgendwann einfach geweigert zu zahlen. Was hab ich denn mit deren Besäufnis zu tun?

Das ist genau wie in Beziehungen. Wie oft habe ich schon den Satz gehört "Ich dachte du wüßtest..." Halloooo? Bin ich Hellseher oder was? Ich kann nichts wissen was man mir nie gesagt hat. Ist eben so. Wird auch so bleiben. Nur daß das in Beziehungen keine 600 Euro kostet.