:: viajar desde 94 - con silvia y christian ::

15.02.2018 um 18:01 Uhr

MUSIK IST SEX FÜR DIE OHRLIS

von: chri


 
13. Februar 1988 jährt sich nun bald zum dreissigsten Mal
und ich weiß dass i. D. i. l. w. <3 <3 <3 
hier ein unfassbar schönes Stück einer meiner absoluten Favoriten und wer weiß vielleicht geht sich auch mal
ein Konzert aus ...
DEATH CAB FOR A CUTIE 
Und es bedarf so wenig um glücklich zu sein - ausreichend Gesundheit,
und Liebe ... das erleben zu dürfen ist ein Geschenk und unbezahlbar gemessen an 
all dem Materialismus heutzutage ...
 
Auch großartig Portugal the man aus Portland/Oregon ...
 
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Marcus Wiebusch (2014) bezieht zum Thema LIEBE - egal welcher Art - Stellung:

Deutsprachiges Allerfeinstes ... 
 

gerade Dritte beim fm4-Protestsongkontest 2018 geworden.

 
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04.01.2018 um 17:26 Uhr

Occupy the planet - (sach- und reisebücher): neu "Fliegende Hunde - Begegnungen mit Australien" (Felicitas Mayall), "Und jetzt retten wir die Welt!" (Ilona Koglin & Marek Rohde) und "Himmelsreise" (Necla Kelek)

von: chri

Stimmung: lesebegeistert - bildungshungrig - weltoffen - (welt-)reiseinteressiert
Musik: HIVES - hate to say i told you so


das gedruckt wort bedeutet mir viel – sach- und fachbücher sind eine tolle alternative zu anderen freizeitaktivitäten. sie helfen und immer wieder neue perspektiven kennen zu lernen, den horizont zu erweitern und weltoffen und geistig rege zu bleiben.

 

viele gruppen organisieren sich und sie oder einzelne scheren mutig aus der reihe, treten ein für eine alternative oder veranstalten und beteiligen sich an aktivitäten, wollen aufzeigen, dass sie beim gängigen status quo der gesellschaft, demokratie und wirtschaftslage ein unbehagen spüren …

 

lesenswerte alternativen zeigen auf wie es anders gehen kann – in dem artikel werde ich laufend immer wieder bücher zum lesen vorstellen - bisher zu den themen:


  • globalisierung, alternativen zu kapitalismus und kommunismus, wachstumsdoktrinen, klimawandel und überbevölkerung, foreign countries
  • gesellschaftswandel, zukunftschancen, stärkung der demokratie, terrorismus
  • bildung (waldorf ...)
  • müll von rohstoffgewinnung bis zur entsorgung
  • ernährung, armut und hunger in der welt, gesundheit
  • migration, integration und toleranz/intoleranz
  • natur- und umweltschutz, klimawandel, ökologie und artenvielfalt, umgang mit tieren, wilderei und biodiversität
  • Greenpeace (greenpeace.at)
  • (weltweites) reisen, mit öffis, zu fuss, dem rad oder dem Land Rover, Couch Surfing, Alpinismus
  • liebe - partnerschaft - beziehungen in der jetztzeit
  • erkrankungen (Depression, ...)
  • Reggae-Musik (Bob Marley)

 

 

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Interessant zu lesen dass - aus unterschiedlichen Beweggründen seit jeher ganz unterschiedliche Menschen sich vegetarisch ernährten.


Gerade vor dem Hintergrund einer (noch) rasch zunehmenden Weltbevölkerung mit zunehmenden Druck auf alle Lebensräume ist jede Person mehr die auf Fleisch tw. oder ganz verzichtet nicht zu vernachlässigen.

Der Kaloriengewinn aus pflanzlicher Nahrung ist höher, der Wasserbedarf zur Erzeugung geringer und der Flächenbedarf wesentlich geringer um nur einige, wenige Aspekte anzureissen.


Ohne tierische Kalorien in Form von Fleisch, Fisch u. ä. kamen u. a. Pythagoras, Da Vinci, Adam Smith, Leo Tolstoi, B. Franklin oder Einstein aus.



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gemeinwohlökonomie. das wirtschaftsmodell der zukunft”, christian felber, deuticke verlag, 2010.

 

christian felber, mitglied von attac österreich schreibt für einen wie ich (mit mittelprächtigen wirtschaftlichem hintergrund) gut nachvollziehbar und leicht verständlich in welcher form die derzeitige kapitalistische gesellschaft geändert werden kann und seiner ansicht nach auch soll – eine alternative zu neoliberalismus, kapitalismus und kommunismus.

 

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"Baader und Herold – Beschreibung eines Kampfes,

Dorothea Hauser, 1997 Alexander Fest Verlag Berlin

Dorothea Hauser erzählt die Geschichte jener beiden Männer, die bis heute die Symbolfiguren des ‚Deutschen Herbstes‘ geblieben sind: die Geschichte von Andreas Baader, dem Begründer der ‚Roten Armee Fraktion‘ und von Horst Herold, dem legendären Chef des Bundeskriminalamts, der zugleich ein höchst eigenwilliger Staatstheoretiker und Sozialutopist von radikaler Schärfe ist. Worum ging es in den sieben Jahren, in denen die RAF dem Staat den Krieg erklärt hatte? War die ‚bleierne Zeit‘ der Show-Down eines langangelegten Kampfes zwischen der Kriegs- und der Nachkriegsgeneration?

Dieses Buch beschreibt nicht nur die dramatischste Epoche der deutschen Geschichte seit 1945, sondern zeichnet darüber hinaus ein Bild der Bundesrepublik en miniature.

[Absolut packend und sehr gut verständlich geschrieben und sinnvoll um einige mehr zum heutigen deutschen Selbstverständnis zu begreifen.]

 


Andreas Baader (M. Bleibtreu) und Gudrun Ensslin (J. Wokalek) - im Film Der Baader Meinhof Komplex, 2008


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Angriff auf die Freiheit“ – Ilija Trojanow, Juli Zeh – dtv, 2009

Der transparente Mensch

Niemals würden Sie es anderen Menschen erlauben, in Ihren privaten Sachen zu schnüffeln, Sie zu bespitzeln oder zu belauschen. Was aber, wenn diese anderen Menschen den Staat oder die Wirtschaft präsentieren? Ist Ihnen die totale Überwachung dann egal? Die Warnungen vor Terror und Kriminalität und die Annehmlichkeiten von Plastikkarten und Freundschaften im Internet lenken von einer Gefahr ab, die uns allen droht: dem transparenten Menschen. Bevor es so weit kommt, schlagen Juli Zeh und Ilija Trojonow mit einer engagierten Kampfschrift Alarm. Ihr Buch soll aufrütteln und verhindern, dass wir uns zu lange in falscher Sicherheit wiegen – denn unsere Bürgerrechte stehen auf dem Spiel.

[Toll geschrieben und mit zahlreichen Denkanstößen bis hin zu FaceBook, Studi-VZ und xing … ]

 

 

 

 

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Der überflüssige Mensch – Ilija Trojanow

Residenz Verlag, 2013

Mit einem brillanten Essay zur Würde des Menschen im Spätkapitalismus bezieht der Autor des Weltensammlers politisch Stellung.

Wer nichts produziert und nichts konsumiert, ist überflüssig – so die mörderische Logik des Spätkapitalismus. Überbevölkerung sei das größte Problem unseres Planeten – so die internationalen Eliten. Doch wenn die Menschheit reduziert werden soll, wer soll dann verschwinden, fragt Trojanow in seiner humanistischen Streitschrift wider die Überflüssigkeit des Menschen. In seinen eindringlichen Analysen schlägt er den Bogen von den Verheerungen des Klimawandels über die Erbarmungslosigkeit neoliberaler Arbeitsmarktpolitik bis zu den massenmedialen Apokalypsen, die wir, die scheinbaren Gewinner, mit Begeisterung verfolgen. Doch wir täuschen uns:

Es geht auch um uns. Es geht um alles.

[LESEEMPFEHLUNG für all jene die meinen 'Es ist eh alles zu spät/was soll ich denn da machen' - ein Mutmacher Verhältnisse nicht als gegeben hin/anzunehmen und es zu wagen im Kleinen selbst Schritte zu setzen!!]

 

 

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Und jetzt retten wir die Welt!

(Wie Du die Veränderung wirst, die Du Dir wünschst

Das Handbuch für Idealisten und Querdenker) - Ilona Koglin und Marek Rohde, Kosmos-Verlag – 2016

Willst du die Welt verändern, dann verändere Dein Land.

Willst du dein Land verändern, dann verändere Deine Stadt.

Willst du deine Stadt verändern, dann verändere deine Straße.

Willst du deine Straße verändern, dann verändere dein Haus.

Willst du dein Haus verändern, dann verändere dich.

Laotse

Dieser jahrhundertealte, weise Spruch ist die Grundlage für die Expedition in eine bessere Welt. Leg einfach los:

- NACHSCHLAGEN

finde mehr als 460 Tipps zu öko-sozialen Projekten, Organisationen und Medien.

- NACHDENKEN

Entdecke neue Perspektiven auf deine Welt durch zahlreiche Interviews, Erfahrungsberichte  und Reportagen über den Wandel.

- MITMACHEN

Mehr als 70 schrittweise Anleitungen zeigen dir, wie du jetzt gleich deine eigene Expedition in eine nachhaltige und faire Welt starten kannst.

[Ausgehend von eine Grundidee und Interesse was zu ändern – wenn auch nur im (ganz) Kleinen, ein aktuelles Buch das sehr viele Punkte auflistet wo sich konkret was verändert.]


Jetzt retten wir die Welt (Homepage)

 


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Wohlstand ohne Wachstum“ – Tim Jackson, oekom – 2009 

Was garantiert Wohlstand und sozialen Frieden? Aus Politik und Wirtschaft kommt die Antwort wie ein Mantra: Wachstum! Aber dürfern wir das noch glauben angesichts der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrisen und der ökologischen Schäden, die unser Wirtschaften und unser Konsum verursachen? 

„Unsere gesamte Wirtschaftsordnung baut auf ewigem Wachstum auf – aber nun brauchen wir einen anderen Motor“ sagt der britische Ökonom Tim Jackson. Sein Buch „Prosperity without growth“, das nun auf Deutsch vorliegt, gilt heute schon als das Grundlagenwerkt der Postwachstumsökonomie. Jackson analysiert darin scharfsinning die aktuelle Situation und beschreibt eine große Zahl konkreter Schritte und politischer Maßnahmen, mit denen neue Denkmuster entstehen und zukunftsfähige Entscheidungen getroffen werden können. „Wohlstand ohne Wachstum“ bietet die glaubwürdige Vision einer blühenden Gesellschaft innerhalb der bestehenden ökologischen Grenzen unseres Planeten Erde. 

Aus dem Buch:

… Wohlstand ist letzten Endes mehr als die Befriedigung materieller Bedürfnisse. Er weist über materielle Interessen hinaus. Er ist tief in der Lebensqualität, der Gesundheit und dem Glück unserer Familien verankert. Er ist gegenwärtig in der Stärke unserer Beziehungen und in unserem Vertrauen in die Gemeinschaft. Er kommt zum Ausdruck, wenn wir bei der Arbeit zufrieden sind, wenn wir dieselben Werte und Ziele mit anderen teilen. Er hängt von unserer Fähigkeit ab, voll und ganz am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Wohlstand ist unsere Fähigkeit, uns als menschliche Wesen zu entwickeln und zu gedeihen – und das innerhalb der ökologischen Grenzen eines endlichen Planeten. Unsere Gesellschaft ist gefordert, Bedingungen zu schaffen, unter denen das möglich wird. Dies ist die vordringlichste Aufgabe unserer Zeit. 

 

[Vor dem Hintergrund das ein großer Teil von Entscheidungsträgern aber auch den breiten Massen inaktiv bleibt und meint man könne weitermachen wie bisher mit immer „noch mehr“ und stetem Wachstum, dem sei dieses Buch und C. Felbers Gemeinwohlökonomie empfohlen. Bücher die beide umfangreiche Möglichkeiten und Notwendigkeiten aufweisen in welche Richtung sich die (Welt-)gesellschaft entwickeln sollten um eine ökologische Krise abzufedern und das Leben aller Menschen besser, gesünder und reicher zu machen.

Jeder kann diese Ideen in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen und versuchen daran mitzuarbeiten schrittweise diesen Wandeln mitzugestalten.]

 

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Das Imperium der Schande. Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung“, Jean Ziegler, 2005, C. Bertelsmann Verlag München.

 

Der UNO-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung prangert an – seit der Französischen Revolution gehört das „Recht auf das gemeinsame Glück“ zu den unveräußerlichen Menschenrechten. Obwohl die Menschheit nie reicher war, hat ein rapide um sich greifender Prozess der Refeudalisierung eingesetzt. Im Jahr 2004 kontrollierten die 500 größten Konzerne weltweit 52 % aller produzierten Güter. Demokratische Regierungen sind dagegen geschwächt – nie waren Hunger und Elend größer.

 

Ziegler zeigt schonungslos auf wie diese Unternehmen sich die Welt aufteilen mit unbegrenzter Profitgier und 100 000 Menschen täglich sterben obwohl die ganze Menschheit problemlos ernährt werden könnte.

 

Er zeigt wie die rund 120 ärmeren Staaten der Welt in einer Spirale aus Hunger und Verschuldung gehalten werden – gesteuert auch von WTO, Weltbank und IWF. Das Buch will eine Waffe im Kampf gegen eine Weltordnung sein, die keinen anderen Wert mehr kennt als den nackten Profit.

 

Es kommt nicht darauf an, den Menschen in der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen.“,  Jean Ziegler. Dem ist nichts hinzuzufügen – außer dass uns das alle angeht – und er so schreibt, dass ich das Buch binnen 8 Stunden am Stück durchlas – c.

 

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Trench Town sehen und sterben- Die Bob-Marley-Jahre

Hélène Lee, Hannibal – 2005

Trench Town sehen und sterben erzählt die Geschichte des berühmt-berüchtigten schwarzen Ghettos Trench Town. Aus diesem Vorort von Kingston, Jamaika, kamen der Reggae und Bob Marley; die Rasta-Bewegung nahm dort ihren Ursprung.

Als  Schlafstadt im Westen von Kingston in den Dreißigerjahren gegründet, wurde Trench Town Ende der Fünfziger zur Bühne heftiger politischer Kämpfe. Zu jener Zeit tauchte Bob Marley in Trench Town auf und fand dort seine Inspiration: Er entlieh sich seine Texte bei den Leuten auf der Straße, und manchmal bezahlte er sie sogar für eine Satz oder einen flotten Spruch. Die Kraft seiner Musik speiste sich aus dieser ganz besonderen Beziehung, die er zu Trench Town hatte.

Bob Marley - live on Stage

[Bob Marley’s Musik hörte ich schon in Ländern auf allen Kontinenten – das Buch gibt einen tollen Hintergrund zu seiner Herkunft und den Rasta’s und deren friedvollen Lebenswegen abseits von blutigen Straßenschlachten und dem Töten tausender Unschuldiger  durch eine kleine Oberschicht die sich deren Ausweglosigkeit zu Nutze mach(t)en … ]

 

 

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Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis“, Klaus Werner-Lobo, 2010 dtv

 

Aufbauend auf dem Buch „Schwarzbuch Markenfirmen“ gibt der Salzburger Journalist einen sehr guten und auch für junge Menschen verständlich geschriebenen Überblick über die Machenschaften der weltgrößten Unternehmen und Konzerne. Er bespricht die Themen der Handyproduktion, der Nahrungsmittelherstellung, der Pharmakaerzeugung, der Energiegewinnung inklusive der zugehörigen Mentalitäten.

 

Das Buch sollte jeder lesen (!!) – es fast viele Aspekte zusammen die man auch von ATTAC, Jean Ziegler, Joseph Stiglitz und anderen kritischen Geistern kennt – wenn einen der Zustand der Welt interessiert. Und er endet mit zahlreichen Vorschlägen was jeder für sich tun kann um daran was zu ändern.

Was mir daran besonders gefällt ist dass es seiner meinung nach wenn man etwas ändern will vor allem um folgendes geht:

-         das selbstvertrauen stärken und die eigenen träume leben

-         sich und andere informieren

-         zivilcourage zeigen

    -         gemeinsam handeln und dabei spass haben

Außerdem dankt er all jenen die ihm wichtig sind und dafür lieben zu dürfen und geliebt zu werden – dem ist nichts hinzuzufügen.


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Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen.“, Jared Diamond, S. Fischer Verlag 2005

 

Der Autor, amerikanischer Biologe, analysiert in dem Buch Gesellschaften weltweit aus der Vergangenheit, wie die untergegangen auf der Osterinsel, die Mayas oder die Besiedlung der Wikinger in Grönland anhand jener Rahmenbedingungen und Entscheidungen die zu deren Untergang führten. Er widmet sich aber auch aktuellen Beispielen wie etwa der Domenikanischen Republik, Haiti, Ruanda, China oder Australien. Viele Nationen standen oder stehen vor den selben Fragen betreffend Bevölkerungsentwicklung, Beeinflussung der lokalen bis weltweiten Umwelt und stehen in Abhängigkeit von Nachbarn mit denen sie gute Kontakte haben (Handel) oder Schwierigkeiten haben (Konflikte bis zum Krieg).

Er beschreibt zahlreiche Fehler und falsche Entscheidungen die teilweise zu irreversiblen Fehlentwicklungen bis hin zur Aufgabe von Standorten oder dem Verhungern aller Menschen eines Volkes führten.

Er geht aber auch auf die positiven Beispiele ein die er entdeckt hat und blickt vorsichtig positiv in die Zukunft. Schließlich bedrohen den Planeten Erde derzeit beinah ausschließlich nur Faktoren die der Mensch selbst verursacht und keiner soll uns davon abhalten an dieser Einflussnahme was zu ändern und vieles dadurch zum Positiven zu wenden.

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Prolokratie – Demokratisch in die Pleite“ – Christian Ortner, edition a, Wien 2012

Streitschrift gegen die Macht des Pöbels

Sie ist ungebildet, unreflektiert, manipulierbar und ernährt sich intelektuell von Krawallfernsehen und Trash-Boulevard – jene Masse, an der sich Politiker aller Lager orientieren und die so letztlich bestimmt, wo es im Staat langgeht. Diese Masse wählt immer jene Politiker, die sie am hemmungslosesten mit längst nicht mehr bezahlbaren Wahlgeschenken bestechen, und führt damit den Staat in den finanziellen Untergang.

Christian Ortner widmet sich in seiner Streitschrift mit pointierter Polemik den Folgen der Vorherrschaft vonbildungsfernen, aber grundsicherungsaffinen Schichten und gelangt zur Einsicht: Die Demokratie braucht Instrumente, um sich vor dieser Mehrheit zu schützen. Er stellt die Frage:

Warum braucht man eigentlich zum Autofahren einen Führerschein, darf aber selbst als völliger Ignorant am Wahltag über die Zukunft eines Landes mitbestimmen?

[Prädikat – sehr lesenswert mit Hinweisen und Ansichten wo und wie demokratische Systeme heutiger westlicher Prägung an ihre Grenzen stoßen könn(t)en. Und ein Plädoyer für die Bedeutsamkeit von Bildung und die Notwendigkeit von Reife und Interesse aller wenn diese auch an Wahlprozessen teilnehmen sollen/dürfen.]

 

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Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie“, Claus Leggewie, Harald Welzer. S. Fischer Verlag, 2009

 

Die beiden Autoren bringen die ständig präsente Wirtschaftskrise (2009) und den Klimawandel in Zusammenhang. Auch sie weisen auf die Endlichkeit des Planeten hin und dass permanentes Wachstum keine Alternative ist. Vielmehr bedauern sie dass man die bisherigen staatlichen Hilfen für Banken und Staaten nur in geringem Ausmaß nutzte die derzeitige Weltwirtschaft in Richtung nachhaltiger Entwicklungen umzuformen. Sie sehen in dem Engagement möglichst vieler kritischer Bürger_innen die einzige Chance Demokratie zu stärken und davon ausgehend die Weltwirtschaft komplett zu ändern und noch tiefgreifendere klimatische Änderungen zu verhindern.

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der futurezwei zukunftsalmanach 2013. geschichten vom guten umgang mit der welt’, harald welzer, stephan rammler (hg.) – fischer taschenbuchverlag 2012

das 21. jahrhundert braucht visionen – geschichten von besseren lebensstilen, geschichten über eine gelingende zukunft. die entwicklung einer zukunftsfähigen gesellschaft wird von unterschiedlichen, oft sehr erfolgreichen projekten vorangetrieben: von verantwortungsbewussten unternehmern, kreativen schulleitungen, studentischen start-ups und menschen, die ihre handlungsspielräume nutzen, um wegweisende und nachhaltige ökonomische strategien und lebensstile zu entwickeln. futurzwei. stiftung zukunftsfähigkeit setzt sicih gegen die verantwortungslose fortschreibung des business as usual ein und zeigt, wie gegenentwürfe zur leitkultur des wachstums und der verschwendung in gestalt von nachhaltigen unternehmenskulturen, mobiliätsprojekten oder energiegenossenschaften schon heute praktiziert weden. in 72 geschichten präsentiert futurezwei handlungsoptionen und vorbilder für eine gelungene zukunft und eine enkeltaugliche gesellschaft, fernab von katastrophenszenarien und wirtschaftlichen wachstumsraten. themenschwerpunkt 2013: mobilität.

[pflichtlektüre vor jene die davon lesen wollen was alles geht wenn man nur damit anfängt. sehr amüsant als bonus ein (rück-)blick auf die mobilitätsentwicklung aus dem jahr 2050 der humorvoll zeigt wohin es dabei gehen könnte.]

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Öko Krieger – Eine neue Generation kämpft für unseren Planeten, Emily Hunter – Fischer Taschenbuchverlag 2011

Grün, Clever, Sexy: Umweltschutz im 21. Jahrhundert!

Die neuen Aktivisten der Öko-Bewegung sind charismatisch und klug, authentischund risikobereit. Die Methoden, die sie einsetzen, sind so vielfältig wie nur irgend möglich, und reichen von Großstadtgärtnern und professionellen Meerjungfrauen bis hin zum Öko-Hacker und einem Grünen Engel, der in den Wäldern Tasmaniens über das uralte Erbe der dortigen Fauna wacht. Alle diese außergewöhnlichen Menschen haben ein gemeinsames Ziel: die Bewahrung der Erde vor dem ökologischen Zusammenbruch!

Emily Hunter, MTV-Moderatorin und Tochter des Greenpeace-Gründers Robert Hunter, entwirft eine spannende Collage über den neuen Ökoaktivismus, in der sie vor allem eines zeigt: Den immensen Einsatz und das Verantwortungsbewusstsein einer neuen Generation von Aktivisten für den Erhalt des kostbarsten aller unser Güter, der Natur.

[Feine Ansammlung von Aktivitäten weltweit die von wenigen Engagierten begonnen wurden und viel bewirkten - hier wären aktuelle Beispiele dazu Erik Schnaitl und Lukuas Uitz's FAIRKEHR (http://www.fairkehr.net/) oder auch die BLATTFORM (http://www.blattform-salzburg.at/).]

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die welt ohne uns. Reise über eine unbevölkerte erde’, alan weisman, piper verlag – 2007

eines der größten gedankenexperimente unserer zeit

gestützt auf das wissen von biologen, physikern, geologen, architekten und ingenieuren und mit atemberaubender fantasie entwirft alan weisman das szenario einer unbevölkerten erde.

was wäre, wenn wir menschen von einem tag auf den anderen verschwinden würden? zum beispiel morgen.

schritt für schritt vollzieht weisman alan weisman nach, wie die natur unseren planeten zurückerobert, und führt dem leser dabei zweierlei vor augen: was der mensch in jahrtausenden zu schaffen vermochte und ber welch unerhörte macht die natur verfügt.

[ein fesselndes sachbuch von anfang bis zum schluss, dass sehr informativ darstellt wie sich die erde heute ohne menschen erholen und entwicklen würde und dem man zahlreiche aspekte entnehmen kann, hinsichtlich eines lebensstils der idealerweise menschheit und natur koexistieren lässt. tipp!] 


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'Gaviotas – Ein Dorf erfindet die Welt neu', Alan Weisman 

Piper Verlag München 2012 

Los Llanos – so heißt die weite, tropische Hochebene östlich von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. In dieser kargen, vom Drogenkrieg gepeinigten Gegend ist Leben kaum möglich. Und doch entsteht hier unter Anleitung mutiger Wissenschaftler in den Siebzigerjahren eine praktische Utopie: ein Dorf, das sich aus eigener Kraft komplett selbst versorgt, erneuerbare Energie gewinnt, Wasser aufbereitet, Wald aufforstet, Getreide anbaut und keinerlei Hilfe von außerhalb akzeptiert. Bis heute steht der Name des Dorfes weltweit für nachhaltige Entwicklung: Gaviotas.

Bestsellerautor Alan Weisman erzählt die unglaubliche Geschichte dieses Dorfes in eine Buch voller Hoffnung. Denn wenn am unwirtlichsten Ort der Welt eine sich selbst erhaltende Gemeinde dauerhaft in Wohlstand und Frieden lebt, dann ist das überall möglich. Gaviotas zeigt uns, was wir im Angesicht von Klimawandel und Energiekrise zu vergessen scheinen: Wir kennen die Lösungen für viele Umweltprobleme. Wir müssen nur den Mut haben, sie in die Tat umzusetzen. 

[Tolles Buch – nicht nur für ‚aficionados de latinoamerica’ – das (wieder) Lust auf Colombia macht und vor allem zeigt zu welch erstaunlichen und vielfältigen Lösungen Menschen in der Lage sind – Tipp für jeden dem diese wunderschöne Erde am Herzen liegt!]


 

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das leben ist eine öko baustelle. mein versuch, ökologisch bewusst zu leben“ – christiane paul mit peter unfried, 2011 ludwig verlag münchen.

für umweltschutz hat sich christiane paul schon als jugendliche interessiert. aber seit sie kinder hat, ist ihr die bedrohung des planeten durch den klimawandel noch stärker bewusst. dass wir uns von liebgewonnenen gewohnheiten verabschieden müssen, weiß sie, aber was heißt das konkret?

christiane paul berichtet sehr engagiert und zugleich selbstironisch von den anstrengungen, ihren lebensstil von der ernährung über den haushalt bis zur mobilität umweltfreundlich zu gestalten. sie streitet sich mit promiwirten über die frage, ob heizpilze sein müssen, und diskutiert mit dem new yorker literaturstar und vegetarier jonathan safran foer, ob ihre kinder kein fleisch mehr essen sollen. sie befragt ernährungsberater, klimawissenschaftler und politiker zu den chancen und hürden des ökologischen wandels. sie merkt, wie schnell man als berufstätige mutter mit zwei kleinen kindern an die eigenen grenzen kommt und wie leicht man anderen mit bekehrungsversuchen auf die nerven geht. doch auch wenn das ökologisch bewusste leben manchmal reichlich mühsam ist, will sie mit ihrem verhalten andere motivieren – damit sich immer mehr einzelne und schließlich auch die politik für unsere zukunft engagieren.

[für mich ein extrem wertvolles buch – in dem nicht nur über die person christiane paul sehr viel interessantes und nachahmenswertes erfuhr nachdem ich sie bis dato nur als schauspielerin kannte.

motivierend und verbindend aber vor allem dass sie von den selben autoren und themen inspiriert wurde und zu ähnlichen schlüssen wie ich kommt wie wir es gemeinsam in zukunft besser machen können und müssen - c]

 

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Die Chancen der Globalisierung“, Joseph Stiglitz, Siedler Verlag, München 2006.

 

Der frühere Finanzberater der Regierung Clinton und Weltbankchefvolkswirt verfasste nach dem Buch „Die Schatten der Globalisierung“ und „Fair Trade“ in diesem Buch einen umfassenden, gut verständlich geschriebenen Überblick an Kritikpunkten der derzeit gelebten weltweiten politischen und wirtschaftlichen Globalisierung. Er nimmt sie jedoch als gegeben an und arbeitet zahlreiche alternative Ansätze aus die die derzeitige Dominanz westlicher Staaten – allen voran die USA und deren Stiefkindern WTO und IWF – verringern würden. Außerdem schlägt er zahlreiche Verbesserungen vor um die wirtschaftliche Benachteiligung der armen und ärmsten Staaten der Welt zu reduzieren und zu mehr Gerechtigkeit und Wohlstand aller Menschen zu führen.

 

Gut lesbar und sicher einer der kritischsten Geister der momentanen Globalisierung der aber die zahllosen Chancen darin ebenso sieht und an die zahlreichen Alternativgruppen, NGO’s und Einflussmöglichkeiten der Bürger zu glauben scheint.

 

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the big five for life – was wirklich zählt im leben”, john strelecky, dtv

total toll – ich möchte fast sagen verliebt bin ich in dieses buch – ein amerikanischer, sehr erfolgreicher chef vieler unternehmen, der von praktisch allen mitarbeitern ob seiner objektivität und führunsprinzipien bis zu seinem krebstod höchst geschätzt wird. ‚überlege dir die fünf dinge die du getan/gesehen/gemacht haben willst in deinem leben’ – nach denen du sagen kannst, jetzt könnte ich mit einem erfülltem leben sterben und suche dir eine berufliche tätigkeit die damit in einklang steht. ich hab’ meine big 5 schon lange notiert ...

 

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"die zukunftsmacher. eine reise zu menschen, die die welt verändern - und was Sie von ihnen lernen können", joanna stefanska - wolfgang hafenmayer, oekom-verlag 2007.

die beiden schweizer autoren unternahmen eine weltreise auf alle kontinente und interviewten 230 menschen die entgegen landläufigen meinungen wie fehlender beruflicher hintergrund, man sei zu alt/jung, finanziell nicht abgesichert, habe schon erfolg mit dem was man tut oder was sollen andere über mich denken - ihren weg gingen mit dem ziel mit ihrem dasein einen positiven einfluss auf die welt auszuüben und am ende ihres lebens auf etwas zurückblicken zu können mit dem sie die erde ein wenig besser machen konnte und dass sie zufrieden und glücklich macht. das buch ist gut aufgebaut und leicht zu lesen und ich glaube da ist für jeden etwas dabei dass er sich herausnehmen kann.

 

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Projekte der Hoffnung. Der Alternative Nobelpreis. Ausblick auf eine andere Globalisierung“, Gesko von Lüpke, Peter Erlenwein, oekom-Verlag, 2010

 

Seit mittlerweile über 30 Jahren wird der ‚right livelihood award’ vergeben an Menschen die sich für andere Wirtschaftssysteme, ökologische Aspekte und zukunftsfähige Lösungen – meistens in Dritteweltstaaten – eingesetzt haben und deren Geschichten sehr erfolgreich sind. Ihre Beispiele geben Anlass zu großen Optimus dass der notwendige Wandel von Ökonomie und Ökologie sowie der Sozialsysteme weltweit gelingen kann.

 

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"the story of stuff. wie wir unsere erde zumüllen", annie leonard, econ-verlag, ullstein buchverlage gmbh, 2010.

die amerikanische autorin beschäftigt sich seit mehr als 20 jahren mit dem thema müll und ausgehend von den usa wie und in welchem ausmass derzeit müll bei der rohstoffgewinnung, produktion, distribution, dem konsum und der entsorgung anfällt.

sie schlägt zahlreiche alternativen und informationsquellen vor und betont den vorteil von zeitgewinn vs. konsumismus. interessanterweise kommt auch sie zu oft ähnlichen schlüssen und vorschlägen wie c. felber oder r. d. precht.

 

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Plastikfreie Zone – Wie meine Familie es schafft, fast ohne Kunststoff zu leben

Sandra Krautwaschl, Wilhem Heyne Verlag 2012

Kein Leben für die Tonne

Schockiert über die Auswirkungen, die die gigantischen Plastikmengen auf Gesundheit und Natur haben, beschließt Sandra Krautwaschl (aus Graz) mit ihrem Mann und drei Kindern, ohne Plastik zu leben … Gar nicht so einfach: Was tun, wenn man sich weiter die Zähne putzen, telefonieren und sich der Sohn ganz sicher nicht von seiner Plastik-Ritterburg trennen will? Höchst unterhaltsam und motivierend beschreibt sie, wie sich eine ganz normale Familie undogmatisch, aber mit viel Elan in das Experiment stürzt.

[Motiviert von Werner Boote’s ‚Plastic planet’ beginnt Sandra mit ihrer Familie ihr Haus und Leben schrittweise plastikfrei zu machen. Dabei trifft sie auf viele Hürden, findet kreative Lösungen, scheitert teils und erweitert die Fragestellungen auf den ganzen Lebensstil – zeitgemäß, lustig und zum Nachlesen und –ahmen zu empfehlen!]

Link zum Projekt: www.keinheimfuerplastik.at

Lesetipps von Menschen die sich ähnlichen Fragestellungen und Lebenstiländerungen gestellt haben:

Das Leben ist eine Öko-Baustelle: Mein Versuch, ökologisch bewusst zu leben, Christiane Paul (siehe Besprechung weiter oben)

Fast Nackt: Mein abenteuerlicher Versuch ethisch korrekt zu leben, Leo Hickmann

Die Einkaufsrevolution: Konsumenten entdecken ihre Macht von Tanja Busse

 

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die kunst kein egoist zu sein. warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält.“, richard david precht, goldmann verlag, 2010

 

richard david precht, philosoph und bestsellerautor – zeigt was am menschsein es uns oft schwer macht gut sein zu wollen und sollen und was uns dennoch davon abhält – ohne obiges buch zu zitieren (und auch umgekehrt nicht) kommt er von philosophischen und soziologischen betrachtungen zu erstaunlich viel parallelen wie christian felber – und er schliesst mit der frage „was passiert, wenn nichts passiert?“ und dass gesellschaftlicher wandel jetzt unumgänglich ist. 

 

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teflonherz und liebesgier. Beziehungen in zeiten der ichsucht’, wolfgang paetzold

diederichs verlag – münchen, 2012

schlechte zeiten für die liebe. singles sind hin- und hergerissen zwischen wünsche, begierden und dem steten zweifel an sich selbst. partnerschaften verkommen durch überhöhte ansprüche und egoistische erwartungen zur kampfzone. wir sehnen uns nach geborgenheit und suchen doch immer das aufregendere, bessere leben – und natürlich den nächsten, passendenderen lebensabschnittsbegleiter.

wolfang paetzold kennt den fluch der freiheit des modernen individuums aus seiner therapeutischen und psychatrischen praxis: wo alles möglich scheint, fällt es schwer, sich festzulegen. er plädiert für den mut zur bindung, für die freiwillige unfreiheit, für ein dankbareres bewusstsein des hier und jetzt. und für die liebe ohne hinterausgang.

[teflon heart (caged animals) schon ein wahnsinns-stück musik schreibt paetzold ein unglaublich auf den punkt gebrachtes buch über die rahmenbedingungen denen paarbeziehungen heute ausgesetzt sind und vom umgang mit anderen und sich selbst – und wir teilen die dankbarkeit für ein leben im hier und jetzt und ein bekenntnis zu liebe und zufriedenheit statt stetem streben nach mehr – absolute empfehlung!]

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der mensch im gleichgewicht. gesundheit neu gedacht, mit herz, logik und intuition

martin weber, ennsthaler verlag steyr, 2009

wirkliche heilung – nicht symptombekämpfung

martin weber, erfolgstherapeut vieler spitzensporter (m. gruber, h. maier, f. gottwald), entdeckte mit 51 jahren seine gabe, energie zu sehen und zu spüren. seine intuition ermöglicht ihm, menschen zu helfen, gezielt ihre selbstheilungskräfte zu aktivieren. es geht ihm nicht darum, krankheiten zu bekämpfen, sondern gesundheit zu erhalten und zu aktivieren. dazu gerhört der ganze mensch mit seinem umfeld, seinen beziehungen, seinen gedanken und gefühlen.

konkret, mit kompetenz und vielen praktischen beispielen aus seiner langjährigen erfahrung als energetiker, querdenker, visionär und ernergietherapeut bringt martin weber seine leser_innen einen schritt näher zum verstehen der wahren mechanismen, die in jedem menschen wirken.

das buch ist für menschen gedacht, die an wirklicher heilung – nicht symptombekämpfung – interessiert sind. es zeigt auf, dass medikamente niemals zu wirklicher heilung führen und dass vor allem nach verletzungen oder operationen der körper wie ein sensibles musikinstrument neu gestimmt werden muss. --- www.openspirit.at ---

[ich kam über g. sieböcks ansichten zu martins arbeit und kann das buch und seine ansichten sehr empfehlen weil er andere und weitreichende betrachtungen einbringt die allgemeine sichtweisen hinterfragen und ergänzen.]

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Mängelexemplar, Sarah Kuttner – S. Fischer Verlag 2009

„Die Psyche ist so viel komplizierter als eine schöne glatte Fraktur des Schädels.“

Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, selbstironisch und liebenswert. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da.

[Ein kluges Buch zum (oft nicht eingestandenen, schnell abgetanem) Thema Depression. Aktuellen Zahlen zufolge beläuft sich allein in Österreich die Zahl von Menschen mit psychischen Schwierigkeiten auf 900 000.

Das Buch ist voller Humor und ernst zugleich, voll Ironie, Zärtlichkeit und Wärme verfasst – unbedingt lesenswert!]

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Tiere essen“, Jonathan Safran Foer, Kiepenheuer & Witsch, 2010

Der amerikanische Autor, Jahrgang 1977 wird Vater und macht sich daher über drei Jahre Recherchearbeit Gedanken wo seine Nahrung, genauer – sein Fleisch – herkommt. Das Buch behandelt die Massentierhaltung in den USA wo die etwa 300 Millionen Einwohner mit Abstand den größten Fleischverbrauch der Welt erreichen. Er thematisiert ausführlich den Einzug industrieller Produktionsmethoden in die großen Mastbetriebe, Vorgänge in Schlachthöfen und stellt Fragen über Tierleid, Haltungsmethoden, Futtergewinnung bis hin zu den weltweiten Konsequenzen der fleischlichen Ernährung bis hin zu den weltweiten Auswirkungen. Auch wenn das Buch kein Plädoyer für Vegetarismus ist wurde der Autor über seine Arbeit selbst zu einem.

Seine Ergebnisse dürften für große Teile der westlichen Welt aber auch viele Gebiete der restlichen Erde übertragbar sein. Das Buch ist sehr gut zu lesen und deren Inhalte müssen Thema für jeden sein, da es niemanden egal sein sollte woher das kommt das er vor sich drei Mal täglich am Teller hat. Eine Empfehlung für jeden und ein Mittel die Entrücktheit der Nahrung von ihrer Herkunft zu verringern.

 

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"Tier zuliebe. Vegetarisch leben - eine Kostprobe", birgit klaus, diederichs verlag, münchen, 2011.

birgit - mitte 40 - macht für sich selber das experiment ein jahr lang vegetarisch (ovo-lacto-vegetarierin) zu leben -auch sie steht bald vor dem klassischem thema fragen dazu in freundesrunde oder bei einladungen beantworten zu müssen - was nervt. sie behält es sich vor nicht zu missionieren - und baut das buch rund um zahlreiche interviews mit gesprächspartnern unterschiedlicher berufsgruppen auf und bietet so ein breites bild von argumenten für/gegen fleischloses leben - wärmste und total lustige lektüre.

 

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Vier Fische. Wie das Meer auf unseren Teller kommt“, Paul Greenberg, Berlin Verlag

Der preisgekrönte Autor und passionierte Angler Greenberg nimmt uns mit auf eine Reise zu den Flüssen und Meeren dieser Welt und erzählt die Geschichte der vier Fischarten, die heute unsere Speisekarten beherrschen: Lachs, Barsch, Kabeljau und Thunfisch.

Er besucht norwegische Großfarmen, die jährlich 500 000 Tonnen Lachs produzieren, in Alaska besichtigt er die einzige Fair-Trade-Fischerei der Welt. Er erklärt, warum die Meerestiere zunehmend mit Quecksilber, PCB und anderen Schadstoffen belastet sind und wie der Europäische Wolfsbarsch zu einer global nachgefragten Ware werden konnte.

Greenberg stellt viele der Fragen, die immer mehr Menschen beim Anblick einer Speisekarte oder der Tiefkühltruhe eines Supermarkts beschäftigen:
was ist der Unterschied zwischen Wild-, Zucht- und Biofisch? Welchen Fisch kann (soll?) man bedenkenlos essen? Was bedeutet Überfischung eigentlich? Lassen sich Fische wirklich domestizieren wie andere Tiere, oder sollten wir gar ganz aufhören, Fisch zu essen?
Fisch, so sei Fazit, sind das letzte wirklich „wilde“ Nahrungsmittel. Womöglich nicht mehr lange. Nur wenn wir besser verstehen, unter welchen Bedingungen und um welchen Preis Fisch auf Tellern landet, werden wir dem Lebensraum – und der Nahrungsquelle – Meer mit neuer, dringend gebotener Achtung begegnen.
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Um sich mit einer Materie (Fisch – Meeresfrüchte) vertrauter zu machen – die ich persönlich noch nie (essen) mochte, las ich das sehr gut lesbare, fundierte und aktuelle Sachbuch.

Es zeigt Alternativen auf uns zielt letzlich darauf ab weniger Fisch zu essen, Meeresteile komplett zu schützen, und Fischarten die die ganzen Weltmeer nutzen wie Thunfische gleich wie Leitarten des Naturschutzes (Tiger – Panda – Wale) komplett zu schützen und die Bejagung einzustellen.

Schade bleibt, dass der Autor anerkennt, dass der globale Fussabdruck sofort massiv auf eine Bruchteil seines derzeiten Niveaus sinken würde, wenn alle Menschen Vegetarierer wären und er es selbst probiert hat, aber zu fleischhaltiger Ernährung zurückgekehrt ist.
 

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Im Fadenkreuz der Walfänger – Regine Frerichs, 2008

Bordtagebuch einer Greenpeace-Aktivistin – Kosmos Verlag

Mein Leben für die Wale

Neben den riesigen Schiffen der Walfangflotte suchen winzige Schlauchboote ihr Ziel in der aufgewühlten See. Eine gigantische Atemwolke zeigt die Anwesenheit des Gejagten – ein Minkewal. Sofort reagiert ein Schlauchboot und setzt sich ins Fadenkreuz des Waljägers …

Regine Frerichs kreuzte in den letzten Jahren mit ihrem Team in einem der schwierigsten Gewässer der Welt im Südpolarmeer und manövrierte zwischen Einschollen und japanischen Fangschiffen. Immer mit dem Ziel, den Harpunen der Jäger im Weg zu sein. Ein Kampf David gegen Goliath für die Erhaltung der (Gruppe von) Spezies, die einzigartig auf der Welt ist und in höchstem Maße bedroht.

Beobachtung von Buckelwalen (!!) mit Silvia, vor der Küste Ecuadors 2002

In ihrem Bordtagebuch erzählt die Aktivistin hautnah und authentisch von der Arbeit der Crew, kräfteraubenden Einsätzen, von glücklichen Momenten und dem Leben auf hoher See. Und Regine Frerichs zeigt, wie wichtig es ist, sich ins Eismeer zu wagen und für die Zukunft zu kämpfen.

[Ein Buch das sich, neben dem welten Atomausstieg, mit dem zweiten Hauptumweltthema beschäftigt das 1971 zur Greenpeace-Gründung führte und sehr packend ist – ein völliges Walfangverbot UND eine zunehmend größer werdende Ablehnung weltweit des perversen Schlachtens der Großsäuger sind bisher die Erfolge dieser waghalsigen und mutigen Arbeit voller Enthusiamus!]

 

 

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schwarzbuch wwf. dunkle geschäfte im zeichen des panda’, wilfried huismann – gütersloher verlagshaus, 2012, fsc mix L

monsanto, coca-cola, shell …

die liste der partner des wwf ist lang und liest sich wie ein ranking der welt weit führenden wirtschaftskonzerne. auch diktatoren und aristokraten gehören zu den paten des ‚grünen empire’ wwf.

 

wilfried huismann begibt sich auf eine spurensuche im reich des panda und deckt auf, dass die vorzeige-organisation kein blütenreines unternehmen ist. sie kooperiert mit den größten umweltsündern des planeten und ist mitverantworlich für die umsiedlung von ureinwohnern – ende offizieller klappentext.

 

[ich bin wütend und zwar soooo:

mir ist bewusst nicht alles (…) alleine (..) ändern zu können, aber dass (fast) alles zu hinterfragen ist macht die sache nicht leichter. der wwf agiert demnach seit der gründung 1961 oft tatenlos oder negativ im schutz von tigern, orang-utans, stört sich nicht an der flächenhaften (zer-)störung der reichhaltigsten fischgründe der welt vor chile, unterstützt die rodung von primär- und als lebensraum für tier und mensch lebensnotwendigen sekundärwäldern zum anbau von palmöl- und sojamonokulturen und der verbreitung gentechnisch veränderter organismen deren folgen unabschätzbar bleiben. zudem ist er beteiligt an monsanto’s machenschaften und schert sich in keinster weise um millionen verdrängter mitglieder der immer dunkelhäutigen mitglieder der urbevölkerung aus gebieten die offiziell für den wwf geschützt werden, in folge dann aber den interessen der global players geopfert werden.

 

mein zorn ist auch so groß weil ich vieles davon (indien, chile – chiloe, namibia, südafrika, malaysia – borneo, argentinien’s norden) selbst schon kennenlernen durfte und die ohnmacht so oft in der ignoranz der menschen hier gegenüber solchen themen erlebe.]

 

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tiere klagen an“, antoine f. goetschel, s. fischer verlag, 2012

haben tiere eine würde? sind tierschützer die besseren menschen? muss man sadist sein, um tiere  zu quälen? warum lassen wir wilde tiere nicht in ihrer natürlichen umgebung? warum landet die katze auf dem schoß und der fisch in der pfanne? und was sagt der umgang mit tieren über uns als gesellschaft, über uns als menschen aus? 

egal, ob es um übertriebene tierliebe, missbrauch von haus- und nutztieren, tierschutz contra menschenschutz oder ethik im umgang mit tieren geht: es gibt wohl nur wenige fälle in mitteleuropa die der autor nicht kennt. 

[ein aktuelles, zeitloses buch im anbetracht steigendem fleischkonsums in westlichen und schwellenländern und immer mehr tieren in tierversuchen sowie grausamster zuchtveränderungen an tierischen organismen sowie versuchen zu gunsten der „guten sache“ (profit …).]

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wo die elefanten sterben’, tarquin hall – hoffmann und campe, 2000

ein arbeitselefant im nordosten indiens dreht durch, greift dörfer an und tötet dutzende von menschen. solche einzelgänger, goondas genannt, wurden meist von ihren besitzern falsch behandelt, brechen aus und entwickeln sich zu unberechenbaren killern. die einzige möglichkeit, ihnen einhalt zu gebieten, ist, sie zu erschießen. dinesh choudhury, der berühmteste elefantenexperte des landes.

fasziniert von der geschichte verschafft sich der britische journalist tarquin hall die genehmigung, an der jagdexpedition teilzunehmen, und es beginnt eine ungeheuer spannend, dicht und farbig geschilderte reise durch das archaische land assam auf den spuren des goonda. eine reise, die einen haufen ebenso schrulliger wie liebenswerter gestalten, alles erfahrene abenteurer, zu einem team zusammenschweißt, das nur ein ziel vor augen hat: den auftrag zu erfüllen. der leser wird brillant unterhalten, gerät mit choudhurys gesellen von einer gefährlichen situation in die nächste. dabei erfährt er vieles über indiens geheimnisvollen nordosten und seine elefanten, denn die jäger begegnen diesen tieren mit großer achtung und liebe und kennen so viele geschichten über sie, dass sie gar nicht aufhören mögen zu erzählen.

der afrikanische elefant (elephas africana) - die zweite der beiden elefantenarten weltweit und auch bedroht, namibia 1999

ein buch mit tiefe und einer kräftigen protion humor, das den leser bis zum grandiosen schluss in atem hält und noch lange nachwirkt.

[das buch gibt eine intensive und humorvolle einführung in aspekte des lebens in indiens nordosten zwischen bhutan, bangladesh und birma. der asiatische elephant (elephas maximus) ist heute – obwohl medial weit weniger beachtet als sein afrikanischer verwandter – durch wilderei (potentmittelchen unwirksame) und lebensraumzerstückelung vom aussterben bedroht.] 

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die grossen tierwanderungen“ – ben hoare, 2009 – haupt verlag
eng. Original „animal migration, remarkable journeys in the wild“ – marshall editions – london.

zu bestimmten zeiten des jahres begeben sich tiere auf wanderung: vom winzigen ruderfusskrebs bis zum blauwal, vom gnu über den galapagoslandleguan zum eisbär, etc. – diese wanderungen sind schwierig, kostspielig und teilweise gefährlich. dabei queren sie gebiete zu lande, im wasser und in der luft.

warum nehmen sie es auf sich tausende von kilometern weit zu wandern? wie orientieren sie sich dabei und finden den weg? wie überleben sie wanderungen die mehrere monate dauern können? sind gewisse spezies besser für die reise gewappnet als andere?

auf jeweils einer doppelseite werden die wanderungen von rund 50 tierarten in allen erdteilen beschrieben und mit karten und fotografien illustriert.

für jeden der sich für unsere näheren und ferneren tierischen verwandten erwärmen kann ein allgemein verständliches buch das vor allem auch zeitpunkte und orte (!) angibt an denen die jeweiligen spezies konzentriert an sogenannten ‚hot spots’ bei ihren wanderungen beobachtet werden können.


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Schwarzbuch Waldorf’, Michael Grandt – Gütersloher Verlagshaus, 2008

Seit rund 90 Jahren gibt es die Waldorfpädagogik.

Bekanntlich soll sie Kreativität und Selbstwertgefühlt unserer Kinder maßgeblich fördern. Basis für diese Erziehungsmethode ist die Anthroposophie, als vorgeblich tolerante und hochgeistige Weltanschauung, begründet von Rudolf Steiner.

Michael Grandt gilt in den Medien als Spezialist für das Thema. Er beleuchtet mit diesem Buch Mythos und Wirklichkeit des Waldorf-Systems und bringt die Thematik und die öffentliche Diskussion auf den Punkt. Grandt beantwortet in einer kritischen Auseinandersetzung unbequeme Fragen wie:

vertritt Steiner rassistisches Gedankengut? Kann Waldort heute noch zeitgemäß sein? Proklamieren Waldorf-Schulen esoterisch-okkulte Weltanschauungen? Darf eine solche Pädagogik staatlich gefördert werden?

[für mich war das der erste (und letzte) einstieg in diese ‚lehre’ und ich bin überrascht, fast schockiert welche ansichten & methoden basiernd auf steiners ansichten weltweit verbreitet und oft sogar öffentlich gefördert werden *kopfschüttel*.

btw – auch HERMES Österreich (http://www.hermes-oesterreich.at) stützt sich auf die Lehren Steiners, wobei deren Projekte kaum verfänglich erscheinen. Rudolf Steiner selbst darf wohl aber recht eindeutig als Okkultist einer- und Rassist andererseits bezeichnet werden. Wieder einer, nebst beispielsweise Konrad LORENZ, deren dunkelbraune Schatten deren Werke beinah’ hinfällig machen.]

 

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anleitung zum zukunfts-optimismus. warum die welt nicht schlechter wird

matthias horx, campus verlag – 2007

die angstlobby regiert das land:

klimakatastrophe! demografische katastrofe! wachsende gewalt, werte- und normzerfall, prekarisierung der arbeit – das sind nur einige der schweren schreckensvokabeln, welche täglich auf uns herabgeschleudert werden. die folge: eine chronische depression, die unsere gesellschaft lähmt und echten wandel verhindert.

dieses buch rüttelt auf!

matthias horx rechnet mit dem wohlfeilen pessimismus ab. Er kämpft für den gelassenen, lösungsorientierten optimismus – die letzte provokation, die in unserer gesellschaft noch möglich ist. in verdunkelten zeiten birgt dieser optimismus das erbe der aufklärung. und er tut dringend not. horx zeigt an ausgewählten beispielen, wie der schreckensdiskurs gesellschaften so weit lähmen kann, dass sie zugrunde gehen. es ist höchste zeit für den alarm gegen den alarmismus! das buch liefert munition gegen die verbreitesten untergangsgerüchte und zeigt, wie wir den grassierenden pessimismus überwinden können.

[das buch liest sich gut verständlich und nachvollziehbar. ich persönlich nehme es als anregung für mehr wachheit und eine selbstbewusste eigene meinungsbildung und als bestätigung für eigenantrieb in hinblick auf verbesserungen im kleinen und unterstützung aufgeklärter ideen am weg in die nächsten jahrzehnte!]

 

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Himmelsreise – Mein Streit mit den Wächtern des Islam

Necla Kelek, 2010, Kiepenheuer & Witsch

Über vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Viele von ihnen sind gut integriert. Religion ist Teil ihrer kulturellen Identität. Aber es ist eine schweigende Mehrheit. Lauter sind jene, die demonstrativ Zeichen der Abgrenzung gegen die „Ungläubigen“ setzen und behaupten, dabei den Gesetzen ihrer Religion zu folgen. Mit diesen islamischen Traditionalisten, die Glauben zu Politik machen und sich zugleich als Opfer der hiesigen Gesellschaft stilisieren, setzt sich Necla Kelek auseinander.

Ihnen stellt sie eine aufgeklärte Lesart des Korans entgegen, die über Entstehung und Hintergründe des Islam informiert: Auf das heilige Beruf kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Kelek erkundet Vorzeige- wie Hinterhofmoscheen, spricht mit Imamen und nimmt den Streit mit Predigern wie Tariq Ramadan und Fethullah Gülen auf, die zu Unrecht als Reformer gefeiert werden. Sie zeigt auf, wie unterschiedlich grundlegende Begriffe wie Anstand, Respekt und Freiheit verstanden werden, zeichnet das Verhältnis der Deutschen zum Islam nach, von Karl dem Großen bis Hitler, und enthüllt die Zusammenarbeit von Muslimbrüdern und Geheimdiensten bei der Gründung der ersten deutschen Moscheevereine.

Necla Kelek wendet sich gegen die Verharmlosung des Islam und weist nach, dass er immer Lebenskonzept, Ideologie und Politik zugleich ist. Ihr Credo: Wir müssen den Glauben von seinem patriarchalischen Missbrauch befreien und ihn spirituell rehabilitieren. Und endlich die Probleme anpacken, die unübersehbar mit den Muslimen verknüpft sind – zum Beispiel die verweigerte Gleichberechtigung der Frauen und die mangelnde Bildung der Kinder.

[Lesenswert und informativ – islamischer Glaube ist jedem säkularisiert zuzugestehen wie alles andere Private auch; Forderungen jedoch der Welt einen solchen Glauben und ein Leben unter der Prämisse der ‚Scharia‘ zuzugestehen nicht. Es bleibt abzuwarten, ob man solche Stimmen als Gesellschaft aufgreift um Radikalen den Zulauf zu schwächen und weitere gesellschaftliche Separierungen zu verringern …]

 

 

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Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“, Thilo Sarrazin, Deutsche Verlags Anstalt München, 2010.

 

In dem Buch beschreibt der Autor mit viel Zahlenmaterial, Grafiken und Tabellen welche Szenarien hinsichtlich der Anteile deutscher und nichtdeutscher Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten möglich sind. Er befürchtet eine Ausdünnung der autochthonen (ursprünglichen) Bevölkerung und eine Verschiebung hin zu bildungsfernen Massen. Auch gibt er ein paar Ideen und Vorschläge preis wie man dem Einhalt gebieten kann.

Ich wollte das Buch lesen, da es breite Debatten auslöste und sich vorrangig auch mit Fragen des Umgangs mit Muslimen beschäftigt. Es ist ansprechend formuliert, erfordert aber besondere Aufmerksamkeit aufgrund der vielen Zahlenangaben.

 

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kein döner land. kurze interviews mit fiesen migranten’, cem gülay, helmut kuhn – dtv 2012

ey, alter geht’s noch?

nach dem erscheinen seiner autobiografie wird cem gülay zu zahlreichen lesungen eingeladen und trifft migranten und ‚bio-deutsche’, jugendliche und erwachsene, lehrer, sozialarbeiter, schüler. So kommt er herum in deutschland, macht neue erfahrungen und interessante beobachtungen. auch bei den reisen im internet. ‚antolisches inzuchtmännchen’ als anrede, das ist doch ein schöner versuch, den ‚agressiven südländer’ zu reizen. in jedem städchen gibt es einen döner-laden, aber passt der da auch wirklich hin? außerdem fragt er sich, warum ‚döner-morde’ döner-morde heißen, ob ‚kopftuchmädchen’ womöglich besser integriert sind, als man denkt, ob beleidigtsein ein muslimisches grundproblem ist, ob 96 von 100 schülern mit migrationshintergrund wirklich einfach zu dumm sind, wenn nur vier einen ausbildungsplatz bekommen, und warum ein so hochentwickeltes land die verantwortung für integration mehrheitlich der nicht zu beneidenden lehrerschaft überlässt.

aus diesen erfahrungen und gesprächen entsteht ein scharfes, manchmal satirsich gefärbtes bild vom stand der dinge nach sarrazin.

[ähnlich wie hatice akyün (einmal hans mit scharfer soße, ali zum dessert) betrachtet gülay das zusammenleben von deutschen, türken und anderen minderheiten im einwanderungsland deutschland ohne vorurteile. dabei kommt er zu ansichten, dass es sich einige definitiv in einer art ‚sozialer’ hängematte leicht machen und andere aufgrund von verfehlter politik in ihren vierteln schlicht unmöglich haben sich zu verbessern. mit einem aktuellen rundblick durch ganz deutschland zeigt er auf dass integrationsfragen solche sind die uns alle angehen und das miteinander aller brauchen.]

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„In eisige Höhen“, Jon Krakauer 

(Orig. „into thin air“, Villard Books, NY) – Piper Verlag, 1998 

Teilnehmerbild einer der kommerzielen Expeditionen zum Mount Everest 1996, von denen viele nicht mehr ins Tal zurückkehrten

Im März 1996 beauftragete die amerikanische Zeitschrift “Outside” Jon Krakauer, einen Bericht über die ‚Kommerzialisierung des Everest’ zu schreiben. Krakauer schloß sich dem Team unter Führung von Rob Hall an, einem erfahrenen Bergsteiger aus Neuseeland. Als Krakauer am frühen Nachmittag des 10. Mai 1996 den Gipfel erreichte, hatte er 57 Stunden lang nicht geschlafen und taumelte vor Erschöpfung und Sauerstoffmangel. Er war bereits wieder auf dem gefährlichen Abstieg, als sich noch zwanzig andere Bergsteiger verbissen zum höchsten Punkt drängten. Keiner von ihnen hatte registriert, wie der Himmel sich verdunkelte. Sechs Stunden später und 1000 Meter tiefer rettete sich Krakauer mit letzter Kraft aus dem peitschenden Schneesturm in sein Zelt: Er war in Sicherheit, aber sechs seiner Kameraden hatten ihr Lager nicht mehr erreicht und rangen erbittert ums Überleben. Als der Sturm sich legte, waren fünf von ihnen umgekommen, und der sechste hatte so schlimme Erfrierungen erlitten, daß ihm die rechte Hand amputiert werden musste.

Krakauers Bericht, den er nur wenige Wochen nach der Katastrophe verfasst hatte, erschien im September 1996; das vorliegende Buch entstand nach diesen Aufzeichnungen. Es zeigt, wie das „Dach der Welt“ zum Ziel jener geworden ist, die das ultimative Abenteuer, den absoluten Kick suchen und dafür bereit sind, bis  zu US-$ 70.000,-- zu bezahlen. Die oft unerfahrenen Bergsteiger werden geführt von „Bergunternehmern“, die den Job haben, ihre betuchten Kunden auf den Gipfel zu bringen – manchmal sogar mit rücksichtsloser Gewalt und mit tödlichen Folgen.

Jon Krakauers eindrucksvoll und spannend erzähltes Buch ist das einmalige Dokument eines Augenzeugen. Er beschreibt, trotz kritischer Töne über die Auswüchse des modernen Alpinismus, auch die magische Anziehungskraft des Bergsteigens und die rätselhafte Irrationalität, die Leute dazu treibt, in den Bergen über sich selbst hinauszuwachsen. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der US-Bestsellerlisten.

 

[Bekanntermaßen ist die indigene Volksgruppe der Sherpas oft jene die erstaunliche Leistungen im hochalpinen Bereich jenseits von 5000 Höhenmetern erbringt und neben der ‚normalen’ Bergsteigerleistung unfassbare Lasten auf und in diesen Höhenlagen trägt.

Das Buch schildert unglaublich fesselnd und nachvollziehbar welche Risiken wenig Geübte dabei einzugehen bereit sind und an welche Grenzen der menschliche Organismus in Höhenlagen stößt.]


 

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 „Kritik der reinen Toleranz“, Henryk M. Broder, wjs Verlag, 2008.

Herr Broder thematisiert in dem Buch eine missverstandene Toleranz vieler Menschen in westlichen Ländern gegenüber Aspekten des Lebens in islamischen Ländern die durch Migration auch vermehrt in den Westen getragen werden und gegen die es keine Toleranz geben darf. Konkret bezieht er sich auf die Shari’a, Ehrenmorde, Steinigungen, das Töten gleichgeschlechtlich Liebender und generell Ansichten radikaler Prediger des Islams weltweit.

Das Buch schildert viele Beispiele von Übergriffen und radikalen Forderungen dieser muslimischen Religionsvertreter die sich mit den Menschenrechten und modernen Zivilisation in keiner Weise vertragen. Schade ist, dass Broder – wie er auch selber eingesteht – das ganze Buch über extrem polemisch agiert.

Insgesamt ergibt es sich jedoch eine klare Aussage dass man gegenüber radikalen Ausformungen des Islam weltweit schlichtweg nur mit Intoleranz reagieren kann. Menschenrecht und Gleichberechtigung sind nicht verhandelbar – einmal mehr bleibt für mich die Notwendigkeit im Raum stehen, dass Integration und das Miteinander unterschiedlicher Kulturen die weltweit miteinander leben uns alle angeht und jeder dazu seinen Beitrag leisten muss – wir haben nur diese eine Erde und alle das gleiche Recht hier gemeinsam zu leben.

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Couch Surfing – Brian Thacker

Eichborn Verlag, 2009 (Orig. Australien 2008, Allen & Unwin)

Was sind das für Menschen, die anderen via Internet eine Couch zum Schlafen anbieten? Und muß man ein Abenteurer oder grenzenloser Optimist sein, um in der Wohnung von Fremden entspannt zu schlafen?

Brian Thacker hat seine Tasche gepackt und ist von Couch zu Couch um die Welt gereist. Gewohnt hat er bei einem Architekten, einem Wildhüter, einem Arbeitslosen. Er verbrachte ein paar Tage in den Townships von Soweto, war auf Safari in Kenia, testete Bier in Belgien und war zu Gast bei Familienfesten in Island und Indien. Seine wunderbar erzählten, skurillen und berührenden Erlebnisse und Begegnungen zeugen davon: Couch Surfing lässt die Welt zusammenwachsen, über alle Unterschiede und Differenen hinweg.

(‚becouchte’ Länder waren … chile – brazil – us – canada – island – belgien/luxemburg – turkia – kenia – südafrika – india – philippinen)

[Brian schreibt unterhaltsam und nimmt einen mit auf einen trip von nur rund 9 wochen in 15 staaten der erde, die er ohne reiseführer besuchte und sich dabei auf couches einheimischer bettete und so einblicke in das leben der menschen abseits gewohnter touristenwege oder auch alternativem, jedoch ‚herkömmlichen’ reisens gewinnen konnte.]

 

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Fliegende Hunde – Begegnungen mit Australien

Felicitas Mayall, Rowohlt-Verlag 2013

Felicitas Mayalls Mann stammt aus Australien, und auch ihr ist der fünfte Kontinent inzwischen zu einer zweiten Heimat geworden. In dem Land am Ende der Welt mit seiner Weite und Schönheit erfährt sie Freiheit und Herzlichkeit. Doch ist die gewaltige Natur dort stets von Zerstörung bedroht: durch Wirbelstürme, Brände, Fluten, Minengesellschaften. Mit der Beharrlichkeit eines Schaufelbaggers erobert die Zivilisation das wilde Land. Felicitas und Paul Mayalls Tour durch Westaustralien ist eine Reise der Begegnung und Wiederbegegnung mit Menschen und mit Paradiesorten der Freiheit, von denen keiner weiß, wie lange es sie noch gibt. Und so befinden sich die beiden Reisenden bald auch auf einer „Suche nach der verlorenen Zeit“, und die Autorin konstatiert immer wieder:  Paradies gefunden – Paradies verloren.

Von Perth nach Norden durchs Pilbara und die Kimberleys zum Uluru führt sie ihr Weg, dann nach Westen durch die große Wüste zu den Goldfeldern. Sie ertragen Härten, die sie in Europa nie akzeptieren würden, doch nie verlassen sie Neugierde und Humor.

Felicitas Mayalls Reiseerzählung und die atemberaubenden Fotografien von Paul Mayall fangen den Zauber dieses fremdartigen Landstrichs auf einzigartige Weise ein.

[… die Liberalen haben die Wahlen in Westaustralien (2013) gewonnen und werden sicher dafür sorgen, dass sämtliche Arten von Booms erhalten bleiben und dass der Klimawandel per Gesetz verboten wird. Zitat aus dem Buch.

In Anbetracht der Schönheit und Vielfalt der Erde fragt man sich wie lange so viele noch weitermachen wollen mit der Gier nach immer noch mehr … egal wie offensichtlich sich die Folgen dieses Verhaltens aller Ortens zeigen.]

  

 

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Hinter dem Horizont links – Christopher Many

Acht Jahre mit dem Land Rover um die Welt, Delius Klasing Verlag 2011

Christopher auf Matilda, einem 30jahre altem Land Rover der ihn über 8 Jahre um die Welt brachte ...

200 000 Kilometer – 3000 Tage Zeit: Das sind 66,66 km im Tagesdurchschnitt. Mehr wäre mit einem 30 Jahre alten Land Rover auch illusorisch …

In den schottischen Highlands steht ein vernachlässigter Land Rover. Er sieht nicht so aus, als sei er das ideale Fahrzeug für eine Weltreise. Doch Christopher Many, auf der Suche nach Abenteuern, sieht das anders. Er träumt von einer Tour de Force durch die eisstarrende Ödnis Sibiriens und weit darüber hinaus, ausgerüstet mit kaum mehr als Pass, Kreditkarte und einem vollen Tank. Sein Ziel? „Fremde, neue Welten zu erforschen und dorthin zu fahren, wo noch nie zuvor ein Land Rover gewesen ist.“

Beharrlich durchstreift Many die Welt von der Mongolei bis Somaliland, um herauszufinden, wie sie „tickt“, und erhält so Informationen, die oft im Widerstreit mit den üblichen westlichen Ansichten liegen. Häufig ist er allein unterwegs, aber es gibt auch viele intensive Begegnungen – eine davon wird zur großen Liebe und Weggefährtin. Nach 100 besuchten Ländern kehrt er zurück, körperlich und seelisch erschöpft, von Schlangen gebissen, von Malaria geschüttelt … aber mit einem besseren Verständnis der Welt, in der wir leben …

Zu gleichen Teilen eine Dokumentation des aktuellen Weltgeschehens und ein Reisetagebuch voll hintergründigem Witz, zeichnet sein Buch ein lebendiges Bild von den Abenteuern einer Weltreise und wirf einige unbequeme Fragen auf, die dorthin führen, wo erst wenige zuvor gewesen sind.

[Über dreihundert Seiten, verzehrt und aufgesaugt in weniger als zwei Tagen. Und Christopher ist seit bald einem Jahr mit seiner Liebe schon wieder unterwegs … ein sehr empfehlenswertes Buch, gesetzt, überlegt mit viel Witz, das Einblick gibt in das Unterwegs sein in Asien – Nord-, Südamerika und Afrika, das nachdenklich macht und so viel vom dem aufzeigt das auch für mich Reisen und das Leben als so besonders erscheinen lassen – PFLICHTLEKTÜRE!]

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Überleben in Italien’ – Beppe Severgnini, Karl Blessing Verlag – 2007

Geliebt haben wir Italien schon immer – jetzt endlich können wir es auch verstehen.

Beppe Servergnini, 2004 zum ‚europäischen Journalisten des Jahres’ gewählt, lüftet das bestgehütete Geheimnis dieser Welt: was bewegt die Italiener? Wie fühlen, wie denken Sie? In einer zehntägigen Reise entführt Severgnini uns an jene sozialen Knotenpunkte, in denen das Herz dieses Landes schlägt: an Strände, auf Flughäfen, die großen Piazzas, in die Restaurants, Museen und Mehrfamalienhäuser, in den Straßenverkehr und in jene Verhörräume, die beschönigend auch Hotelrezeption genannt werden.

[Ein Buch das aufzeigt wie vielfältig ein Land ist und warum es Phänomene wie Berlusconi geben kann und dennoch funktioniert. Amüsant und lesenswert – italia veniamo!] 

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eistau“, ilija trojanow, hanser 2011.

trojanow – bulgarischer schriftsteller – weitgereist, der bereits auf vielen kontinenten lebte, schildert in seinem jüngsten roman das leben eines glaziologen der zunächst seinen lebensinhalt auf alpinen gipfeln schwinden sieht und dann als expeditionsleiter betuchte beim besuch ewigen eises der antarktis begleitet. da aber auch dessen bestand zunehmend schwindet nimmt alles einen unerwarteten lauf.

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Der entfesselte Globus“, Ilija Trojanow, Carl Hanser Verlag, 2008.

Trojanow, Verfechter und Freund der deutschen Sprache, geboren in Bulgarien hat schon viel von dieser Welt gesehen und berichtet in diesem Buch über Geschichten und das Leben in unterschiedlichen afrikanischen Staaten, Teilen und den unfassbar großen Städten Indiens wie etwa Mumbay wo er selbst lang lebte, als auch über Teile Asiens wie Bali, Bahrein und sein Geburtsland Bulgarien. Wir sind eine Welt – eine Menschheit und sollten es schaffen frei von Vorteilen miteinander auszukommen. Dieses Buch trägt einen Teil zu dieser Sichtweise bei – empfehlenswert.
 

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der weltensammler“, ilija trojanow, dtv 2007.

in dem buch geht der autor vom leben des britischen offiziers burton aus der im 19. jahrhundert zunächst im britischen indien nicht nur dienst leistet sondern sich auch unerkannt unter das volk mischt um deren lebensgewohnheiten kennenzulernen, konvertiert zum islam und reist ebenso inkognito durch arabien ehe er sich auf eine strapaziöse reise zu den quellen des nils aufmacht – empfehlenswert.

trojanow – sohn bulgarischer eltern, reist selbst sehr viel lebte in mumbay, kapstadt und derzeit in wien.

 

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der saddhu an der teufelswand“ – reportagen aus einem anderen indien

ilija trojanow, national geographic 2010


in seinem erstmals 2001 erschienen buch lädt trojanow ein zu einer indienreise jenseits gängiger klischees und vorstellungen. ob auf dem kamelmarkt von pushkar, bei den bishnoi in der wüste rajasthans, in bombays alterwürdigem kricket club of india (ja – auch ilija trojanow erklärt einem die regeln, sinn und wesen von cricket) oder in den klöstern ladakhs, wo trojanow unterwegs ist, wird indiens ganze vielfalt greifabr.

auch gibt er eine einschätzung zu sri lanke, damals noch mitten im bürgerkrieg.

ein gutes, amüsant zu lesendes werk für jeden indiophilen, aber auch allgemein an leben und kultur am subkontinent interessierten leser.

„wer reist, hat etwas zu erzählen, dieser elementaren wahrheit ist trojanow auf der unmittelbare weise verpflichtet.“ (neue zürcher zeitung)
 

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der preis der leichtigkeit. eine reise durch thailand, kambodscha und vietnam’ – andreas altmann, frederking & thaler verlag, münchen – 2006

unterwegssein mit leichtem gepäck [immer gut], ohne festen plan, nur der intuition folgend, heißt leben. davon ist andreas altmann überzeugt, schon seit jahren. diesmal verschlägt es ihn nach südostasien, genauer: thailand, kombodscha und vietnam. abseits der breiten touristenströme und mit einem wachen blick für die schönen und dunklen seiten der länder taucht er ein in fremde lebesnwelten, bewegt sich zwischen den licht- und schattenseiten hin und her, aber immer auf die menschen zu. mit seiner gabe, zuhören zu können, begegnet er bettelmönchen und suchtkranken, ehemaligen kriegsfotografen und barbesitzern, folterknechten vergangener regimes und schnapsbrennern, huren und zivilisationmüden – (fast) alle bringt er zum reden und ihre geschichten zu papier. und wenn altmann nicht gerade in maroden eisenbahnzügen, auf fahrradrikschas und den rücksitzen von mopeds unterwegs ist, um zwischen bangkok, hanoi, phnom penh und hué pulsierende städte und einsame landstriche zu erkunden, macht er rast. dann arbeitet er als freiwilliger in einem aids-kloster, sucht einen verschollenen freund in dem von tsunami verwüsteten inselparadies phuket oder schreibt – allein, abgeschieden in einem kleinen café, einer stillen hinterhofpension.

altmanns tagebuch ist voll von momenten der sinnlichkeit, ein wildes road movie und zugleich eine reflexion über das unvermutete und das vertraute, über das fremde und das eigene selbst

[aa inspiriert mich mit seinen ansichten, seiner art zu reisen, seiner offen art auf menschen zuzugehen und sich stets von neugier auf die welt und ihre vielfalt antreiben zu lassen.

und es ist urkomisch geschichten von unterwegs zu lesen, die man selbst so oder sehr ähnlich erleben durfte – herzerfrischend, humorvoll und jeden buchstaben wert!]

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erleuchtung gibt’s im nächsten leben. eine verrückte reise durch indien’, andreas pröve, piper verlag 2010

indien: kein anderes land zieht andreas pröve immer wieder so magisch an, keines verlangt ihm mehr ab, keines hat er so oft bereist. jedes jahr brechen hier millionen gläubige auf – bauern und handwerker, busfahrer und programmierer; in gewändern, die alle kastenunterschiede überdecken.

sie opfern zeit, geld und ihre gesundheit; sie kommen barfuß, auf glühenden kohlen und nagelbrettern, um zu leiden, zu entbehren, sich zu kasteien und ihren göttern zu huldigen.

das reisen als bußgang: kaum etwas könnte andreas pröve, der seit 1984 im rollstuhl die entlegendsten winkel der erde erkundet, fremder sein. ebenso skeptisch wie fasziniert begibt er sich in die welt der erleuchtung, trifft auf sadhus und hungerkünstler, einbeinige gurus und stumme asketen. er durchstreift slums und naturschutzgebiete, die backwaters an keralas küsten und die kardamonberge, trotzt rabiaten lkw-fahreren, freundet sich mit straßenkindern in mumbau an und verliert sich in jahrtausendealten tempeln.

[kurz gesagt – für jeden reise- und/oder indieninteressierten ein sehr tolles und empfehlenswertes buch!!]

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die spur des tigers’ – werner kopacka, nymphenburger verlag 1993

unter all den guerilleros ist thalayasingham, der tiger, einer der unbekanntesten in der westlichen welt. sein kampf für einen unabhängigen tamilenstaat im norden sri lankas ist immer nur dann in den schlagzeigen der westlichen presse, wenn wieder hundere von tamilen und singhalesen dem bürgerkrieg zum opfer fielen, der seit 1982 mit unerbittlicher härte tobt.

auch stefan, journalist aus europa und mit einer singhalesin verheiratet, ahnt kaum etwas vom ausmaß der wahren tragödie, als er nach sri lanka kommt, um urlaub zu machen. dies ändert sich jedoch schlagartig, als seine frau rani und seine beiden kinder mark und mariko bei einem bombenattentat tamilischer freiheitskämpfer auf den zug nach trincomalee in colombo ums leben kommen. plötzlich ist er selbst betroffener. sein leben erscheint ohne sinn. er flüchtet sich in den alkoholnebel des vergessens und lernt dabei den dänen palle jespersen kennen, der schon bald sein freund und vertrauter wird. gemeinsam beschließen sie, für das massaker von colombo-fort rache zu nehmen. als fotograf und reporter getarnt, begeben sie sich auf die spur des tigers – und damit mitten in die auseinandersetzung zwischen singhalesen und tamilen.

nach einer abenteuerlichen seereise auf dem boot eines französischen waffenschmugglers landen sie von südindien aus wieder auf sri lanka und schlagen sich bin in ein rebellendorf im norden der insel durch. sie gewinnen das vertreuen der gefolgsleute des tigers und treffen diesen auch persönlich. es ist der vorabend der entscheidung …

[auch wenn in romanform gibt der oberösterreichische autor kopacka – selbst verheiratet mit einer singhalesin – einen packend erzählten einblick in die brutale jüngere zeitgeschichte rund um die konflikte zwischen tamilen und singhalesen in sri lanka.]

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'triffst du buddha, töte ihn!', dumont verlag 2010 - andreas altmann

Martialischer Titel, unblutiger Inhalt: Andreas Altmann wagt in „Triffst du Buddha, töte ihn!“ einen Selbstversuch. Ohne Sprengstoffgürtel, dafür mit klarem Verstand. Herausgekommen ist ein berührendes literarisches Roadmovie über eine Reise nach Indien – und eine Reise ins Innere des menschlichen Geistes.

Buddhismus ist mega-in: Seit Jahren werden wir von fernöstlichem Devotionalien-Ramsch überschwemmt. Ob als Statue oder Kühlschrankmagnet, Buddha gibt’s beim Discounter ebenso wie beim Kaffeeröster um die Ecke. Da ist es nur folgerichtig, dass Deutschlands bekanntester Reiseschriftsteller Andreas Altmann jetzt ein Buch zum Thema veröffentlicht. Allein der Titel macht stutzig: „Triffst du Buddha, töte ihn!“.

Was nach Anstiftung zum Gewaltverbrechen klingt, hat einen gänzlich buddhistischen Hintergrund: Vor Jahren hörte Altmann in Indien den Satz „Triffst du Buddha auf der Straße, dann töte ihn“. Und ließ ihn sich erklären: „Buddha soll dir Hebamme sein, Guru und Mentor. Um das in dir schlummernde Potential zu wecken, es zur Welt zu bringen. Aber wenn es geweckt ist, dann musst du dich verabschieden, ihn von dir weisen, ihn ‚töten’“.

Das Buch ist ein Abschied. Ein definitiver, ohne Totschlag, dafür inklusive Abschiedsgeschenk. Im ersten Teil der Reise folgt Altmann den Spuren Buddhas und begibt sich zu den „heiligen Stätten“: seinem Geburtsort Lumbini, Bodhgaya, dem Ort, an dem er „erleuchtet“ worden sein soll, Kushinagar, dem Sterbeort. Dort findet er – nichts. Außer toten Steinen und erstarrtem Personenkult, das Ganze in Kombination mit pseudoreligiösem Massentourismus.

Die wahren Schätze finden sich unterwegs: Das Buch lebt von den Menschen, die Altmann unterwegs trifft. Sie teilen mit ihm ihre Geschichten und ihre Erfahrungen. Und Altmann teilt sie mit dem Leser. Er erzählt vom 18-jährigen Ishan, der jeden Tag nach der Schule zwei Stunden Weg zurücklegt, um mit Gleichgesinnten über Gedichte zu sprechen, von dem Zugpassagier, der den französischen Präsidenten wegen seiner Frau nicht mag („Er hätte jemanden aus seinem Dorf nehmen sollen“), vom stakselbeindürren Riksha-Fahrer Malulal, der behutsam ein blindes Paar über die Straße führt. Der reportage-artige Erzählton wechselt von nonchalanter Nachlässigkeit über ätzende Ironie bis ins Poetische: „Das leise Quietschen der Naben, das Holpern der Räder, der Atem von Jeevan, dem Fahrer. Wie durch Milch tauchen wir, wie Watte liegt die Welt vor uns.“

Die Reise endet im zweiten Teil, auf einem Meditationskissen im Dhamma Chakka Vipassana Center. Hier wird eine der ältesten Meditationstechniken Indiens gelehrt: Vipassana. Zehn Tage sitzen, zehn Tage den eigenen Atem beobachten – isoliert, wortlos – um zu geistiger Klarheit, innerem Frieden und zum eigenständigen Denken und Handeln zu kommen. Mit eingeschmuggelten Schreibutensilien notiert der Autor, was ihm beim stundenlangen Sitzen tagsüber durch den Kopf ging und wie er näher an Buddha und seine Weltanschauung herankommt. Um sich am Schluss dankbar von ihm zu verabschieden: „Der spirituelle Lehrer ist nur Wegweiser. Du musst dein eigener Meister werden“.

[der schluss von andreas altmann ist dass vipassana (kurse werden weltweit angeboten) für jeden zentral und bedeutsam, ja ein 'goldschätzchen' ist: damit kann es uns gelingen uns vollkommen auf das hier und jetzt und den augenblick zu konzentrieren und damit unmittelbar in der jetztzeit zu leben. gedanken an vergangenheit, zukunft und andere ablenkungen fallen stückweise weg und wir können unseren gegenüberns das wertvollste auf erden schenken - unsere ungeteilte aufmerksamkeit! wärmste empfehlung und außerdem schreibt er total lustig, speziell wenn man indien auch schon kennen lernen durfte!]

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im land der regenbogenschlange’ – andreas altmann, duMont buchverlag, 2008

andreas altmann startet in sydney und kommt nach drei monaten wieder dort an (ziemlich genau zur selben zeit als ich dort sein durfte J). mit 25 000 kilometern in den beinen und einem ranzen voller storys von männern und frauen, die er unterwegs getroffen hat. er hört geschichten die erstaunlich viel über das leben auf dem fünften kontinent verraten. er begegnet erin, der 18-jährigen amazone, die mit elf per motorrad von zuhause abhaute. Er findet jeffrey, den aborigene, der fünf milliarden dollar erben könnte, aber nicht will. und er  zieht mit fred brophy und seinen kriminellen preisboxern durchs outback. drei von dreihundert begegnungen. einmal mehr erweist sich altmann als begnadeter augenöffner, der nicht aus sicherer distanz agiert, sondern sich aussetzt: mal intensiv und hitzig, dann wieder ehrfürchtig und einfühlsam. wer dieses buch liest, kehrt klüger, glücklicher und leicht benommen nach europa zurück, das herz und den kopf voller bilder und unglaublichkeiten.

[well, there are’t to many words more to say … gute einführung in das land und seine bewohner in den (vor allem) letzten 200 jahren und – bei dem autor fixer bestandteil – oft seehr amüsant.] 

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reisen durch einen einsamen kontinent. Unterwegs in kolumbien, ecuador, peru, bolivien und chile’ – andreas altmann, Rowohlt-Taschenbuch-Verlag 2009

Ob Señora Botero de Mejía, eine Greisin, die durch die Straßen von Bogotá zieht und Nahrungsmittel an die Ärmsten verteilt, ob der Schuhputzer Xavier in Ecuador, der sich für die Geheimnisse der Sprache interessiert, ob eifersüchtige Rentner oder strenggläubige sechzehnjährige Mütter: Andreas Altmann destilliert aus ihren Lebensgeschichten ein unsentimentales Portrait des heutigen Südamerikas und zeigt, dass Gier und Zerstörung nur eine Handbreit von Barmherzigkeit und Liebe entfernt sind.

[Altmann schreibt so humorvoll, so intensiv und ist stets auf der Suche nach Menschen und deren Geschichten, daß meine seine Texte und Bücher richtiggehend aufsaugt. Für einen prinzipiell weltoffenen Weitreisenden erwecken seine Worte Lust nach intensivem Leben im Hier und Jetzt und dem Kennenlernen neuer Orte auf diesem Planeten – Empfehlung!]

 

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In Afrika’ – Heinz Strunk, Rowohlt Polaris, 2011

Sonne, Palmen, Black Jack, Bürgerkrieg

Heinz Strunk

Seit Jahren reist Heinz Strunk zu Weihnachten mit einem Freund in die Fremde. Wohin, ist eigentlich egal, Hauptsache Meerblick, gepflegte Anlage und in der Nähe ein Spielcasino. Die beiden bevorzugen nämlich Reisen, bei denen die Erholung nicht durch tolle Erlebnisse, neue Anregungen oder interessante Urlaubsbekanntschaften erfolgt, sondern durch Nicht-Erkrankung, körperliche Ruhe und keine Gewichtszunahme. Anders gesagt: Den größten Erholungswert haben Reisen, auf denen nichts passiert. Diesmal soll es nach Mombasa (Kenia) gehen.Die erste Woche verläuft wie geplant. Doch am zweiten Weihnachtsfeiertag sind in Kenia Wahlen angesetzt, und plötzlich hallen Gewehrschüsse durch die Nacht. Allen Warnungen zum Trotz sind die beiden nicht davon abzuhalten, da nächste Taxis nach Mombasa City zu nehmen …

[Wenn man mit dem Humor von Stermann und Grissemann kann wird man auch dieses Buch sehr schätzen …]

 

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einmal um die ganze welt. wie uns die erste erdumrundung allein mit muskelkraft gelang

colin angus, 2007 – Piper Verlag

aus eigener kraft um den globus

der kanadier colin angus verkörpert eine ganz neue generation von abenteurern: als erster hat er nur mit muskelkraft die erde umrundet und damit auch ökologisch ein zeichen gesetzt. 43 000 kilometer – mehr als der erdumfang – von vancouver über russland, europa, den atlantik, mittel- und nordamerika. zwei jahre lang, immer nur zu fuss, mit dem fahrrad oder dem ruderboot. von ‚national geographic’ zum ‚abenteurer des jahres’ ernannt, dokumentiert colin angus diese außergewöhnliche tour sympathisch und extrem spannend.

[ich las das buch 1 1 ½ tagen und bin sehr beindruckt von der zähigkeit und unbeirrtheit einer deratigen reise die komplett ohne verbrennungsmotor zurückgelegt worden ist. die 400 seiten fesselten mich sehr. und die idee ist jener von gregor sieböck (weltenwanderer) und anderen gleich auf einen energieärmeren und zukunftsträchtigeren lebensstil aufmerksam zu machen und vielleicht zum nachahmen im kleinen anzuregen – ein absolutes klassebuch!]

 

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slow motion. in 730 tagen um die welt mit fahrrad, zelt und zeichenblock’ – jens hübner

delius klasing verlag, 2012

zwei jahre nimmt jens hübner sich zeit für eine fahrradreise, die ihn schließlich durch 42 länder führt. er ist anfang 40, hat design und kunst studiert und eine agentur geleitet. ziel seiner reise ist es ‚die intensität der langsamkeit’ zu erfahren und die welt auf ganz persönliche weise neu zu entdecken. etwa 25 000 k’s legt er dabei zurück, übernachtet meist im zelt und verarbeitet seine eindrücke unter anderen in tagebüchern und zeichnungen.

nach dem einstieg in osteuropa, wo er sich an das radfahren und draussen-leben gewönt, führt die reise durch die türkei, syrien, israel und ägypten. von dort richtung süden durchquert er ostafrika. unterwegs entstehen zeichnungen, gern auf material, das er am weg findet. gelegentlich pausiert er für einige tage um in aquarelltechnik zu malen.

indien ist die nächste etappe wobei ihm in varanasi (benares) ein seidenhändler und kunstmäzen eine ausstellung ermöglicht. er fährt von bangkok, durch malaysia und indonesien und wechselt in down under (australien) schließlich für 10 000 durch’s outback auf ein motorrad. fortgesetzt wird in südamerika von la paz immer weiter nach norden. die usa schließlich sind eine kulturelle herausforderung als er plötzlich wieder auf ein strenges regelwerk trifft.

[das buch motiviert zum langsamen und bewussten leben oder reisen – hübner wollte per rad keine rekorde brechen sondern länder, menschen und das dasein intensiv erleben – empfehlung.]

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enjoy live – viva la vida loca – cause it’s short enough!

lebe voll liebe für und im moment - das ist alles was zählt - weiter nichts,

c

30.03.2017 um 22:29 Uhr

Dokumentar- und Spielfilmtipps

von: chri   Stichwörter: nachdenklich, bewegt, zornig, verstört, angeeckelt

Stimmung: revolucionario ... el che de europa ...
Musik: HIM - burry me deep inside your heart (!!)

Diesen Text sehe ich als Beginn einer Sammlung von Dokumentarfilmen zu Themen an denen ich selber nicht vorbei will und kann und von denen ich überzeugt bin daß es gut ist wenn sie möglichst viele Menschen ebenfalls kennenlernen.

Die Aspekte dieser Filme sind zu bedeutsam, aktuell und weitreichend, als daß man darüber hinwegsehen könnte nicht zumindest zu versuchen als Multiplikator zu wirken.

Zudem denke ich dass sie notwendige Informationen darstellen die im Bildungsbereich von Kindern bis zu Erwachsenen verwendet werden sollen um möglichst vielen Menschen Chancen einzuräumen sich eine eigene Meinung zu aktuellen Geschehnissen der kapitalen Marktwirtschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts zu machen.

 

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Plastic Planet – ein Film von Werner Boote, Österreich 2009

Plastik ist billig und praktisch. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters. Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen unser Hormonsystem schädigen. Wussten Sie, daß Sie Plastik im Blut haben?

Regisseur Werner Boote zeigt in seinem investigativem Dokumentarfilm, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert?


[Das hier ist ein Beispiel aus dem Film - spontan um nur einen weitern Ort zu nennen, fällt mir der Nordrand von Maio ein, einer kleinen Insel der Kapverderden, die ich '97 mit Silvia besuchen durfte - ein westafrikanischer, armer Inselstaat doch den JahrzehntHunderten anhaltenden Kunststoffen ist egal wo sie anlanden ...]

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birdwatchers – das land der roten menschen’ – brazil, 2009 – ein film von marco bechis

Die weißen Großgrundbesitzer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul führen ein komfortables Leben. Der Anbau von genveränderten Pflanzen auf ihren gewaltigen Feldern ist nicht die einzige Einnahmequelle, auch ‚Birdwatching’-Touren für Touristen sind im Angebot. Die für diese Touren als Foto-Attraktion engagierten Guarani-Kaiowá Indianer fristen dagegen ein klägliches Dasein in ihren Reservaten abseits der fruchtbaren Plantagen, vertrieben von dem Land, das einmal ihnen gehörte. Es ist dieses perspektivenlose Leben, das viele junge Guarani in den Selbstmord treibt. Und es ist ein solcher Selbstmord, der die Revolution des Stammes auslöst …

Guarani-Kaiowá-Indianer auf gerodetem früherem Regenwald, der seine Heimat war

Seit der Besiedlung Brasilienes durch die Europäer im 16. Jahrhundert ist der Lebensraum der ursprünglich dort lebenden Indianer-Stämme immer weiter eingeschränkt worden. Heute gibt es für sie kaum mehr Land außerhalb der ihnen zugeteilten Reservate.

BIRDWATCHERS erzählt intensiv vom Kampf der Guarani-Kaiowá-Indianer um die Rückgewinnung ihres angestammten Lebensraums und dem Versuch, ihre Tradition und Kultur in einer feindlichen und bedrohlichen Umgebung zu bewahren. Meisterlichte Intensität und Authentizität gewinnt der Film durch das Spiel der Laien-Darsteller, die alle tatsächlichem dem Stamm der Guarani-Kaiowá-Indianer angehören.

Beispielhaft für das Schicksal vieler indigener Völker erzählt Birdwatchers vom Verlust von Lebensraum und Lebensform und nimmt die Zuschauer mit auf eine betörende, aber auch verstörende Reise in das Herz des brasilianischen Regenwaldes.

Nähere Informaton zu den Guarani-Kaiowá-Indianern:

http://www.guarani-survival.org/de

 

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let’s make money  - ein film von erwing wagenhofer, 2009

erwin wagenhofer folgt in diesem dokumentarfilm der spur des geldes im weltweiten finanzsystem. die meisten von uns ahnen nicht einmal, wo ihr geld ist. sicher ist nur, dass es sich nicht bei der bank befindet, der wir es anvertraut haben.

‚let’s make money’ blickt hinter die kulissen der bunten prospektweld von banken und versicherern. was hat unsere altersvorsorge mit der immobilienblase in spanien zu tun? wir müssen dort kein haus kaufen, um dabei zu sein. sobald wir ein konto eröffnen, klinken wir uns in die weltweiten finanzmärkte ein – ob wir wollen oder nicht. die meisten von uns interessiert es auch nicht, weil wir gern dem lockruf der banken folgen: „lassen sie ihr geld arbeiten!“

doch geld kann nicht arbeiten: arbeiten können nur menschen, tiere oder maschinen.

[hab’ den film gerade zum ersten mal gesehen und denke er gehört wie viele andere hier verpflichtend in die schul- und erwachsenenbildung. private anregungen sollen/können sein sich von herkömmlichen banken ab und neuen (http://www.demba.at/), wenn geld zum anlegen da ist dieses an ökologische fonds oder mikrokreditgeber mit absicherung der inflation (y nada mas) weiterzugeben und – btw – zum thema passend der gerade erfolgende kleinkrieg zwischen den Waldviertler Schuhwerkstätten (http://www.gea.at/fma/) und der FMA …]

 

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we feed the world“ – ein film von erwin wagenhofer, österreich 2005

mit jean ziegler, peter brabeck, karl otrok.

 

Erwin Wagenhofer verfolgt mit WE FEED THE WORLD den Weg von Lebensmitteln zurück und spürt dabei ökonomische Verkettungen von globalen Dimensionen auf. Die Ausmaße seines Themas sind freilich zu groß, um in eine repräsentative Form zu passen. Deshalb begnügt er sich mit Exkursen – mit Fallbeispielen für die Logik eines Systems, das vom wirtschaftlichen Profit getrieben wird und dabei den „Kollateralschaden“ Hunger in Kauf nimmt. Er tritt nicht selbst als Autor in Erscheinung, sondern überlässt das Feld der kritischen Bestandsaufnahme Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung.

 

Wagenhofer meint zu seinem Film: ‚Die Botschaft ist: Wir müssen anders leben, wir müssen anders essen, anders einkaufen, wir müssen andere Filme anschauen. Oder wir müssen zumindest unzufrieden sein mit dem, was wir haben.“

[Für mich wieder gut in Erinnerung zu rufen, daß Brot in größtem Stil eßbar weggeworfen, Getreide zum Heizen verbrannt, Masttiere weltweit mit Exregenwald-und-jetzt-Soja gefüttert werden, man Tiere als Rohstoff sehen und behandeln kann und um nie mehr ein Ei unklarer Herkunft (wenn überhaupt) zu essen.]

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monsanto – mit gift und genen: vin dioxin zum gentechnisch veränderten organismus“ – ein film von marie-monique robin, arte frankreich 2008

monanto ist mit seinen niederlassungen in sechsundvierzig ländern weltweit marktführer für genteschnisch veränderte organismen (gvo) geworden. 90 prozent des heute angebauten gensamens, unter anderem soja, raps, mais und baumwolle, sind monsanto-produkte oder beruhen auf monsanto-patenten. die praktiken des konzerns stehen weltweit in der kritik der betroffenen und von globalisierungsgegnern.

seit seiner gründung 1901 wurde monsanto wegen der gefährlichkeit seiner produkte in zahllose prozesse verwickelt. heute will monsanto „alles saatgut kontrollieren und macht alle lebensmittel zu seinem eigentum“, sagt ein bauer in dieser dokumentation. in indien hat monsanto fast alle saatgutfirmen für baumwolle aufgekauft. die bauern können nur noch die viermal so teure, gentechnisch veränderte bt-baumwollsaat von monsanto beziehen. um sich das saatgut überhaupt leisten zu können, müssen die bauern kredite aufnehmen. fällt die ernte aus, sind sie pleite – das treibt immer mehr in den suizid.

 

soja'pflanze' vom typ 'roundup ready' die das generalunkrautvernichtungsmittel nach gentechnischer resistenzmachung überlebt

 

auch den us-sojabauern spielt der konzern übel mit: wie ein betroffener es ausdrückte, „verbreitet monsanto angst und schrecken unter den farmern“. da es sich bei den genpflanzen um patentiertes saatgut – eine art kopierschutz – handelt, dürfen die bauern nichts von der ernte zurückbehalten, um es im nächsten jahr erneut auszusäen. rüde werden sie von monsanto mit einer „gen“-polizei kontrolliert und bei verstößen mit prozessen überzogen.

der dokumentarfilm stützt sich auf bisher unveröffentlichte dokumente und stellungnahmen von geschädigten, wissenschaftlern, vertretern von bürgerinitiativen, rechtsanwälten und politikern. drei jahre hat regisseurin marie-monique robin in nord- und südamerika sowie in europa und asien recherchiert, mit bauern in indiene, mexico und paraguay gesprochen, um die geschichte des heute mächtigsten samenherstellers der welt zu rekonstruieren.

das von werbekampagnen aufgebaute image des sauberen und umweltfreundlichen konzerns der „wissenschaft des lebens“ bekommt tiefe risse. dürfen grundlebensmittel und ihr anbau ziel einer gnadenlos nach monopol und marktführerschaft strebenden unternehmenspolitik sein?

[zwei anmerkungen dazu von mir:

monsanto vertreibt das extrem giftige generalunkrautvertilgungsmittel ROUNDUP das nachweislich auch das menschliche erbgut schädigt (abgesehen von der anreichung in zahlreichen anderen organismen); leider bin ich schlechter dinge dass viele von euch dieses produkt – noch – in ihrem haushalt haben.

ach ja und

peter brabeck aus villach und derzeit vorstandsvorsitzender des nestlé-konzerns vertritt unter anderem die interessante auffassung dass WASSER wie jedes andere lebensmittel auch einen marktwert haben sollte und es für die etwa halbe weltbevölkerung die sich diesen nicht leisten kann ohnehin … zahlreiche … lösungsmöglichkeiten gibt … dem ist nichts hinzuzufügen.]

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unser täglich brot“ – ein film von nikolaus geyrhalter, österreich 2005

willkommen in der welt der industriellen nahrungsmittelproduktion und der high-tech-landwirtschaft! Zum rhythmus von fließbändern und riesigen maschinen gibt der film kommentarlos einsicht in die orte, an denen nahrungsmittel in europa produziert werden: monumentale räume, sureale landschaften und bizarre klänge – eine kühle industreille umgebung, die wenig raum für individualität lässt. Dieser film ist ein bildermahl im breitwandformat, das nicht immer leicht verdaulich ist – und an dem wir allen anteil haben. eine pure, detailgenaue filmerfahrung, die dem publikum raum für eigene erkenntnisse lässt.

„dem kreislauf von angebot und nachfrage, preisdruck und effizienz kommt man mit moralismus nicht bei.“ Nikolaus geyrhalter

industrielle rinder'produktion' - jedem das seine ...

[der preis von lebensmitteln ist eine, qualität und geschmack, sowie geografische nähe der produktion und gesundheit sind andere kriterien rund um unser essen. Wer anregungen am weg zu weniger fleischkonsum sucht, oder an vegetarisches oder veganes leben sucht wird hier fündig. Und man sieht zu welchen tätigkeiten die spezies mensch in der lage ist.]

 

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aber es darf auch mal ein 'normaler' film sein - etwa über die liebe ...

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Mustang – ein Film von Deniz Gamze Ergüven, 2015

Mit Günes Nezihe Sensoy, Doga Zeynep Duguslu, Elit Iscan, Tugba Sunguroglu, Ilayda Akdogan, Nihal Koldas, Ayberg Pekcan und Burak Yigit

 

Mustang ist ein Filmdrama der türkischen Regisseurin Deniz Gamze Ergüven aus dem Jahr 2015, das in türkisch-französisch-deutscher Koproduktion entstand. Der Film spielt in einem abgelegenen türkischen Dorf und schildert das Leben fünf junger Schwestern, die bei ihrer Großmutter aufwachsen, aus der Sicht der jüngsten Schwester, Lale. Nicht immer gelingt es ihnen, durch trickreiche Manöver ihre Lebensfreude und durch Ausreißen ihre Freiheit gegen die Einschränkungen einer repressiven, patriarchal geprägten Gesellschaft zu verteidigen. Die Eingangsszene des Films basiert auf Ergüvens persönlichem Erleben. Es ist ihr erster fiktionaler Film.

 

5 Geschwister - kurz vor der 'Verheiratung' der ersten beiden ...


[Was für ein schöner und verstörender Film zugleich. Es ist erschütternd zu sehen wie strikte Vorgaben und althergebrachte „Bräuche“ das Leben und Dasein junger Menschen so nachhaltig zerstören können – Empfehlung]


 

 

 

SWADES (Heimat) ein Film von Ashutosh Gowariker

Indien 2004 – mit Shah Rukh Khan, Gayatri Joshi und Raja Awasthi

Mohan ist sogenannten ‚NRI‘, ein ‚Non-Residant-Indian‘, und arbeitet bei der NASA. Als er nach Indien zurückkehrt, um seine frühere Ziehmutter zu sich in die USA zu holen, muss er feststellen, wie sehr er sich von seinem früheren Leben entfremdet hat. Mit einem Luxus-Wohnmobil macht er sich auf die Reise ins ländliche Indien und begegnet sich und seinen Wurzeln neu. Der Charme seiner Heimat und vor allem seiner früheren Jugendfreundin Gita stellen Mohan bald vor eine schwere Entscheidung …

SWADES ist ein Film über das moderne Indien, über den Kamp um Fortschritt und Entwicklung. LAGAAN-Regisseur Ashutosh Gowariker zeichnet gefühlvoll ein Bild seiner Heimat, bunt, komplex und äußerst kritisch. SWADES ist eine zeitgemäße Version des Klassikers MOTHER INDIA: ein Appell an Indien und an die Seele jedes Zuschauers.

[Klassisches Bollywood-Kino trifft auf Alexis Sorbas … ein schöner Film, der viel von dem zeigt, warum so viele Menschen Indien lieben – aber auch viele der harten Problemfelder aufzeigt.]

 

Gita und Mohan kommen sich näher ...


Mein gebrauchter Mann – ein Film von Lars Jessen

Mit Christiane Paul, Fritz Karl, Ursula Strauss

Sophie (Christiane Paul), ist eine erfolgreiche Lektorin. Selbst partner- und kinderlos, beobachtet sie, wie um sie herum an Familienplanung und der Optimierung von Lebensentwürfen gefeilt wird: Männer, die spät noch einmal Vater werden, Frauen jeglichen Alters, die ihre Familien für einen jüngeren Mann verlassen oder sich ihren Kinderwunsch auch ohne Partner mit Hilfe von Samenbanken erfüllen. Alles scheint möglich. Auch Sophie hätte gern Kinder, aber nur mit dem Mann, den sie liebt. Da lernt Sophie Fritz (Fritz Karl) kennen: Zahnarzt, frisch geschieden und offen für eine neue Beziehung – allerdings ohne weitere elterliche Verpflichtungen. Als dem ungleichen Paar klar wird, wie unterschiedlich sie ticken, stellt sich die Frage: gibt es eine gemeinsame Zukunft? Und wenn ja, wer gibt nach?

Sophie trifft Fritz's Sohn Vincent

 

 

Auf der anderen Seite – ein Film von Fatih Akin

2009 mit Nurgül Yesilcay, Baki Davrak, Patrycia Ziolkowska, Nursel Köse, Tuncel Kurtiz und Hanna Schygulla

Auf der anderen Seite erzählt die Geschichte von sechs Menschen, deren Leben auf schicksalhafte Weise miteinander verwoben sind. Sechs Leben in verschiedenen Welten. Wege, die sich kreuzen, ohne sich zu berühren. Erst der Verlust führt alle Schicksale zusammen, die von Anfang an unausweichlich miteinander verbunden waren …

Auf der anderen Seite ist nach „Gegen die Wand“ der zweite Teil von Fatik Akins Trilogie ‚Liebe, Tod und Teufel‘. Ein Film, der offenbart, dass die Tragik des Todes auch eine verbindende Kraft sein kann, die es erlaubt, dass Menschen einander neu begegnen. Voller magischer Momente und getragen von einem wunderbaren Darstellerensemble, erzählt er von Abschied und Tod, aber auch von Sehnsucht und Heimkehr.

[Ich bin völlig fertig … ich liebe schon „Gegen die Wand“ seit (wir) ihn das erste Mal sahen und dieser Film ist ebenfall zutiefst berührend, eindringlich und schmerzhaft.]

Ayten und Lotte

 

 

 

 

Macho man – ein Film von Christof Wahl, 2016

Mit Christian Ulmen, Aylin Tezel, Dar Salim

Daniel weiß genau, was Frauen wollen: ein selbstbewusstes Auftreten und gestählte Muskeln – all das, womit er leider nicht dienen kann. Doch im Urlaub in der Türkei passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Klub verliebt ist, interessiert sich ausgerechnet für ihn- den  Schattenparker, den Warmduscher. Daniel schwebt im siebten Himmel, wird aber bald auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er – zurück in Deutschland – Aylins Großfamilie kennenlernt, die in schnell als Softie abstempelt. Da hilft nur ein – ein Macho-Crashkurs von Aylins Bruder Cem. Ein cooles neues Outfit, türkische Discos und über Griechen-Witze lachen? Alles kein Problem für Daniel, der großen Gefallen an seiner neuen Rolle findet. Mit seiner aufpolierten Männlichkeit punktet er nun zwar bei Aylins Familie, aber leider nicht mehr bei seiner Angebeteten.

[Herrlicher Film, extrem komisch und mit einem chenialen CU sowie Gastauftritten von N. Tschirner und L. „weltmeister“ podolski. Eine herrliche komödie über männer und die liebe!]

'Cremst Du mich mal ein?' (--- feurio ---)

 



Labor day“ – nach dem Buch „Der Duft des Sommers“, 2013

Mit Kate Winslet, Josh Brolin, Gattlin Griffith

Winslet und Brolin spielen zwei Fremde, die unter unglaublichen Umständen zueinanderfinden. Was als zufällige und unerwartete Begegnung an einem Feiertagswochenende beginnt, wird zu einer Liebesgeschichte über zweite Chancen im Leben.

Die Winslet (geb.75 ) brilliert ein weiteres Mal in diesem extrem zärtlichen und zerbrechlichen Film in der Darstellung einer Frau die für den einen Wert – Liebe – lebt.

 

zärtliche annäherung ...

 

 

 

 


Spuren“ (orig. Tracks) – nach dem Buch von Robyn Davidson

Mit Mia Wasikowska, Adam Driver

1975 kommt die junge Robyn Davidson (Wasikowska) mit nur einem Ziel nach Alice Springs: Sie will die australische Wüste bis zum indischen Ozean durchqueren – 3.200 Kilometer, zu Fuß, begleitet nur von Kamelen und ihrem Hund Diggity. Nicht nur ihre Freunde und Eltern halten das Vorhaben für einen verrückten Traum: Ein cholerischer Kamelhändler nutzt sie aus, als sie auf seiner Farm den Umgang mit den zauberhaften, aber auch gefährlichen Tieren erlernt. Als ihr das Geld ausgeht, lässt Robyn sich auf einen Deal mit dem „National Geographic“-Fotografen Rick Smolan (Adam Driver) ein. Gegen ihr Bauchgefühl erlaubt sie ihm, sie auf ihrer Reise zu besuchen und sie für eine Geschichte in dem Magazin zu fotografieren. Endlich, nach zwei Jahren Vorbereitungzsiet voller Höhen und Tiefen bricht sie auf – zu einem Trip in die Einseimkeit und zu sich selbst.

Robyn unterwegs ...

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Großartige Geschichte und glaubhafte Umsetzung der Wanderung von R.D. – außergewöhliche Landschaftsportraits vom trockensten Erdteil dieser Erde – begeisternd für Wüstenmenschen …

 

 


verrückt nach dir“ (going the distance), us 2010

mit drew barrymore, justing long, christina applegate

erin (drew barrymore) und garrett (justin long) lassen sich auf einen leidenschaftlichen sommerflirt in new york ein. mehr ist nicht geplant, denn erin muss in 6 wochen nach san francisco zurückkehren. doch am ende dieser gemeinsamen zeit ist von einer trennung keine rede mehr. trotz der großen distanz und freunde, die alles besser wissen, starten die das abenteuer „fernbeziehung“. und mithilfe vieler unanständiger sms, mitternächtlicher anrufe und so manch kreativer idee könnten sie es sogar schaffen, all die zwischen ihnen stehenden hindernisse aus dem weg zu räumen. btw – aus der soundtrack is nice … the boxer rebellion (us-gb) the boxer rebellion - if you run die sogar im film auftreten …

making love ... in front of other people (erin + garrett)

 


Das Verschwinden der Eleanor Rigby“ – 2012

mit Jessica Chastain, James Mcavoy, Isabelle Huppert & William Hurt

nach mehr als sieben jahren haben sich conor (mcavoy) und eleanor (chastain) getrennt. einstmals ein traumpaar, begegnen sie sich jetzt wie fremde und versuchen zu verstehen, wie es soweit kommen konnte. nach einem unerwarteten und tragischem schicksalsschlag haben sie sich immer weiter voneinander entfernt. aus zwei verschiedenen perspektiven zeigt der film sowohl aus seiner als auch aus ihrer sicht, wie beide um ihre liebe und das leben kämpfen, das ihnen einst so vertraut war.

connor + eleanor


 

 

 

 

 

03.09.2010 um 10:04 Uhr

Bali aus meiner Sicht (Christian)

von: chri   Stichwörter: wieder, zu, Haus, ist, auch, ganz, schoen, aber, schoener, ist, unterwegs

Hallo Freunde und Bekannte!

Möchte hier auch noch ein paar ergänzende Bemerkungen zu Bali loswerden. 

Zum einen sind seit kurzem Bilder von dort und von Borneo auf der Homepage - damit man sich die Sache leichte rund bildhaft vorstellen kann.

Zum anderen würd' ich Bali fast jedem als Ziel empfehlen - so lange er nicht mit der Absicht auf zwei Wochen Badeurlaub aus Europa kommt - denn dafür ist es zu weit und Seen bzw. das Mittelmeer gibt es hier viel näher.

Ansonsten hätt' ich gesagt gibt es in Bali wohl für fast jeden Geschmack etwas und abgesehen von - mMng nach - nie vorhersehbaren Terrorattaken wie anno 2002 als in Kuta in Südbali in einer Disco gleicht 200 Menschen den Tod fanden - ists sehr sicher und geht Dir unabhängig vom Geldbeutel nix ab.

Man kann die Insel also sicher von Jung bis Alt und mit oder ohne Kind(er) besuchen und vom Strand bis zum Bergwandern viel machen und geniessen. Für's Berggehen und auch für den einzigen Nationalpark im Inselwesten der wohl rund 1/3 der Insel bedeckt war unsere Zeit dann zu kurz.

Und auch in Sachen Ruhe oder Aktivität reichts von dem Radeln durch Reisfelder bis hin zum Durchfeiern in Kuta im Süden bei einem Rausch nach dem anderen quer durch und bietet was für jeden 'Geschmack'.

Nicht vergessen sollte man dass der hohe Standard natürlich auch seinen Preis hat und Bali daher sicher teurer ist als das 'andere' Indonesien - was übrigens auch für Malaysia gilt - und daher sicher nicht mehr als 'Billigziel' durchgehen kann. Wir haben mit mittelmässig ausgeprägten Aktivitäten wohl so grob an die 20,-- p. T. gebraucht!

Lg,

 

Christian

 

16.08.2010 um 14:06 Uhr

Was ist los in Bali?

von: chri

Mittlerweile sind unsere Tage auf Bali auch schon gezaehlt; konkret ist es noch ein Abend. Morgen frueh werden wir wohl zu Fuss (!!) zum Flughafen gehen. Sind ca. drei Kilometer, aber das wird schon klappen ...

Was hat sich sonst so getan in Bali? Wir waren in Ubud, haben uns Fahrraeder ausgeborgt und die Umgebung erkundet. Wenn man sich abseits der Touristenmassen in Ubud bewegt, kann es auch ganz nett sein: Reisfelder, wohin man schaut und sehr schoene Tempel in jedem Dorf. Aber die gibt es auf Bali ueberall! Ubud um die Mittagszeit ist eigentlich auch interessant. Es kommen ganz viele Tagesgaeste mit einer Tour. Das heisst, es gibt unglaublich viel Stau. Als Fussgaenger ueberholt man die Autos locker, alles steht. Aber am Abend, wenn es etwas ruhiger ist, kann Ubud auch ganz nett sein. Es gibt viele tolle Lokale und schoene Geschaefte. Untergebracht waren wir sehr nett in einem Homestay, also bei einer Familie. Hier ist bei jeder Unterkunft Fruehstueck dabei, in Ubud war es besonders gut.

Danach sind wir nach Padangbai an der Suedkueste gefahren. Eigentlich wollten wir von hier aus einfach nur Ausfluege machen, aber es hat uns so gefallen, dass wir letztendlich vier Naechte hier geblieben sind. Wir haben uns ein Moped ausgeborgt und sind die Sidemen Road gefahren, eine kleine, kurvige Strasse, von der aus man wieder sehr schoene Reisterrassen sehen kann. Ausserdem sind wir mit dem Moped an die aeusserste Nordkueste gefahren, ueber Tirta Gangga. Auch hier praegen Reisterrassen das Bild, und die Straende an der Ostkueste sind unglaublich toll, alles
schwarzer Sand!! Ausserdem scheint hier alles relaxter zu sein. Es gibt zwar touristische Infrastruktur, aber nicht so aufdringlich wie sonst ueberall.

Im Norden waren wir auch, in Lovina, auch hier sehr schoener, schwarzer Sandstrand. Von dort aus haben wir eine Zweitagestour mit dem Moped gemacht, in die Berge, zum See Danau Bratan mit einer Tempelanlage direkt am See. Es
war toll, einmal selber fahren zu koennen und stehenzubleiben, wo es einem gefaellt. Von dort aus sind wir nach Jatiluwih gefahren. Ich wollte zuerst nicht, aber dann hat es sich mehr aus ausgezahlt. Hier gibt es die unglaublichsten Reisterrassen (ja, schon wieder!!), die ich je gesehen habe. Schon hunderte von Jahren alt und im Gespraech,
UNESCO Weltkulturerbe zu werden.

Das Fahren mit dem Moped war schon anstregend. Entweder es ist wahnsinnig viel Verkehr, und sie fahren auch wie die Wahnsinnigen. Oder die Strassen sind schmal und schlecht, oder es hat uns eingeregnet, und beim allerletzten Moped
haben wir nach ca. einer Stunde schon einen Platten gehabt!! Was dann im uebrigen wir zahlen mussten, aber das ist eine andere Geschichte ...

Heute ist unser letzter Abend in Kuta. Wir sind in diese Touristenhochburg gefahren, weil wir uns hier billige Unterkuenfte erwartet haben. Ich sag mal, naja, wirklich billige haben wir wieder nicht gefunden, dafuer ziemlich grattlig! Aber ich sag eh nichts, weil die letzten zwei Naechte in Padangbai hatten wir eine tolle Unterkunft mit
Pool!! War wirklich einmal etwas anderes...

Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen!!
Vielleicht schreibt Christian abschliessend auch noch einmal ein paar Eindruecke von ihm ...?


 

07.08.2010 um 11:38 Uhr

Bettwanzen on tour

von: chri

Die letzten Tage waren leider nicht unbedingt erfolgreich. Zuerst sind wir um einen ziemlich hohen Preis in Ermangelung anderer Transportmoeglichkeiten mit dem Taxi ins Tabin Wildlife Reserve gefahren. Die Erwartungen waren hoch, aehnlich viele Tiere zu sehen wie am Sungai Kinabatangen ein paar Tage vorher. Leider hat das Gebiet diese Erwartungen nicht erfuellt. Wir haben zwar unsere sechste Primatenart auf Borneo, die Borneo Gibbons, beobachten koennen und einige wenige Voegel gesehen, das war's dann aber auch ... Zu allem Ueberfluss ist Christian beim Ueberqueren eines Baches hineingefallen, mit dem Rucksack und allem, hat sich natuerlich auch aufgeschuerft und zuerst sogar geglaubt, sich eine Baenderverletzung zugezogen zu haben (was dann aber nicht so war). Seine ganzen Sachen, also so ziemlich alles, inkl. Fernglas, sind nass geworden. Ins Tabin Wildlife Reserve kommen nur Leute mit Geld (eine normale Tour dorthin ist naemlich sehr teuer) - und an diesem Tag auch wir. Zum Mittagessen sind wir total verschwitzt und dreckig angekommen, in ein Cafe, wo nur herausgeputzte Reiche fein gegessen haben. Da muss man sich auch erst einmal ueberwinden, da ueberhaupt etwas zu essen. Aber die Guides dort waren sehr nett zu mir, einer hat mir sogar zweimal etwas vom Buffet gebracht, obwohl ich das ja gar nicht bezahlt habe, und einer hat mir noch eine Viper gezeigt, die seit dem Tag vorher auf einer Pflanze geschlafen hat.

Die Staedte, in denen wir uebernachtet haben, sind immer dreckiger und haesslicher geworden. Und die roten Flecken auf unseren Koerpern immer zahlreicher, und an Stellen, wo normalerweise nicht einmal die Sonne hinkommt. Ich hab' mir das nicht erklaeren koennen ... Bis ich einmal ganz oben bei unserem Moskitonetz so braune Flecken gesehen habe - und mir das dann natuerlich genauer angeschaut habe. Sind doch tatsaechlich zwei Bettwanzen IN UNSEREM MOSKITONETZ mit uns mitgereist. Und hatten jede Nacht vermutlich ein Festessen!!!

Anschliessend wollten wir im Mount Kinabalu National Park wandern. Irgendwie haben wir es sogar geschafft, dorthin zu kommen. Dort allerdings war beim Aussteigen schon klar, dass wir das nicht durchziehen koennen. Haben wir die letzten Wochen nur geschwitzt, war hier ploetzlich ein dermassen kalter Wind, auf den wir ueberhaupt nicht vorbereitet waren. Meine Fliessjacke fristet seit Reisebeginn ein einsames Dasein in den Tiefen des Rucksackes - hier haette sie eine wichtige Rolle uebernehmen koennen ... wir haben nur wenige Kilometer entfernt in Ranau uebernachtet, und dort war es nach wie vor sehr warm. Dass es im Nationalpark ploetzlich so ungemuetlich kalt ist, daran hat keiner von uns gedacht. Also sind wir wieder unverrichteter Dinge zurueckgefahren.

In der Naehe von Ranau gibt es heisse Quellen, die Poring Hot Springs. Dort haben wir einen sehr netten Tag verbracht. Ich habe mich in einen der Outdoor Pools gelegt und mich so richtig im warmen Wasser einweichen lassen. In dem Becken - es ist sehr klein, man liegt da alleine drin - geht ueberhaupt kein Wind, d.h. es herrschen dampfbadaehnliche Verhaeltnisse vor. Irgendwann ist es mir dann eh zu warm geworden, ich war schon ganz rot im Gesicht ... Die Aussicht von den Pools ist auch sehr schoen, ueberall dichteste Vegetation und Baeume! Ausserdem haben wir einen sehr schoen angelegten Schmetterlingsgarten besucht und viele schoene, grosse Schmetterlinge bewundern koennen. Ich habe sogar dreimal eine Schmetterlingsdame bei der Eiablage beobachten koennen!!

Weil das mit dem Nationalpark nichts geworden ist, sind wir einen Tag frueher als erwartet nach Kota Kinabalu zurueckgekommen. Am naechsten Tag wollten wir nochmals zu einer der vorgelagerten Inseln fahren, aber es hat den ganzen Tag geschuettet. Somit ist das im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser gefallen ... Allerdings muss man auch sagen, dass das Wetter in Sabah viel besser war als am Anfang, und wir viele schoene, sonnige und heisse (!!) Tage hatten. Nur irgendwann regnet es halt wieder, und wenn es vorher laenger schoen war, dann regnet es nachher umso mehr!

Am Freitag schliesslich sind wir nach Bali geflogen. Die erste Huerde war schon, ueberhaupt zum Flughafen zu kommen. Letztenendes mussten wir dafuer ein teures Taxi nehmen. Die zwei Air Asia Fluege waren ok, aber eben wieder ohne Essen oder Getraenke, zuerst nach Kuala Lumpur zurueck und dann nach Denpasar in Bali. Der erste Flug hatte 45 Minuten Verspaetung, der zweite dann fast zwei Stunden, was unsere Ankunftszeit auf Bali auf fast neun Uhr abends verschoben hat. Dass wir mit einem teuren Taxi vom Flughaben wegfahren muessen, haben wir schon gewusst, aber was sich nachher abgespielt hat, darauf waren wir nicht vorbereitet. Wir haben uns nach Sanur an der Suedostkueste fahren lassen, weil wir dachten, wir schlafen hier eine Nacht und fahren dann weiter. Und in Sanur wird man sicher eine billige Unterkunft finden, es gibt ja so viele davon, dachten wir ... Es gibt zwar viele, und wir kennen sie jetzt alle, weil wir alle abgegangen sind (!!), aber sie waren alle ausnahmslos bereits voll!!! Ich bin noch nie auf keiner Reise so lange und so weit mit dem ganzen Gepaeck gegangen. Man glaubt, man kommt gemuetlich in Bali an, nimmt eine billige Unterkunft und geht dann noch in eines der Strandlokale essen und vielleicht sogar noch auf einen entspannenden Drink. Statt dessen haben wir um Mitternacht dann eines der wenigen Zimmer genommen, die ueberhaupt frei waren, zu einem Preis, den wir normalerweise ueberhaupt nicht zahlen. Das Zimmer war dann auch schoen, aber geniessen kann man das dann freilich nicht mehr.

Christian hat schon auf Borneo immer wieder sehr viel an Malaysia zu kritisieren gefunden (vielleicht schreibt er einmal selber davon). Hier in Bali ist es natuerlich noch schlimmer, Massentourismus pur, jeder verarscht einen, auch der Transport heute nach Ubud war die reinste Katastrophe. Und Zimmerpreise, die weiter ueber dem liegen, was er sich vorgestellt hat. Das macht die ganze Sache alles andere als leichter. Man kann in Bali wahrscheinlich wirklich einen schoenen Urlaub verbringen, aber nicht zu den Preisen und in der Art und Weise, wie er sich das vorstellt. Ja, und so werden die letzten Tage, die uns noch bleiben, wohl nicht mehr so viel bringen. Es gaebe zwar viel, was ich mir anschauen moechte, aber ich habe nicht die leiseste Idee, wie wir dort hinkommen sollen...

30.07.2010 um 14:14 Uhr

Wildlife Encounters in Nordosten von Borneo

von: chri

Da sind wir wieder! Mittlerweile haben wir einen Tag in Brunei verbracht - haetten wir uns auch nie gedacht, dass wir da einmal hinkommen! Alles dreht sich um den 29. Sultan!! Ueberall haengen Bilder von ihm, und es gibt ein tolles Museum, nur fuer den Zweck, die Utensilien fuer seine Kroenung sowie die ganzen Gastgeschenke von Staatsoberhaeuptern weltweit unterzubringen. Und das kann man sich jetzt anschauen ... Ausserdem gibt es eine sehr schoene Moschee dort, die man auch als Nicht-Moslem anschauen kann. Alles ist ein bisschen verrueckt dort, besonders die Beleuchtung bei Nacht. Irgendwie unbeschreiblich, dieses kleine Land, und nichts, was man sich irgendwie erwarten wuerde.

Mit Hilfe von zwei Bootsfahrten reisen wir wieder nach Malaysia ein, dieses Mal ist es das Gebiet Sabah, mit Kota Kinabalu (KK) als Hauptstadt. Dort ist alles recht touristisch. Christian hat es sofort mit Teneriffa verglichen ... Es ist aber wirklich muehsam, wir muessen zB bei mindestens sieben, acht Unterkuenften fragen, bis wir ein freies Zimmer bekommen. Ohne Reservierung geht hier (fast) gar nichts mehr. Das Zimmer ist schlicht, dafuer wenigstens ziemlich teuer. Wir fahren am naechsten Tag zu einer der vorgelagerten Inseln von KK, und zwar nach Pulau Manukan. Ist sehr schoen beschrieben, mit langem hellem Sandstrand, und vor allem fuer Schnorchler und Taucher ein Tipp. Da wir aber beides nicht tun, wollten wir eher relaxen und schwimmen. Das vergeht mir allerdings bei den Muellmengen, die im Meer schwimmen und an den Strand gespuelt werden. Dabei ist das hier ein Nationalpark!!!

Unsere naechste Station ist Sandakan, als Sprungbrett fuer Sukau, ein Juwel am Sungai Kinabatangan, dem laengsten Fluss Sabahs. Am Weg dorthin muessen wir aber wieder durch elendslange Palmoelplantagen fahren, mir scheint, fast ganz Sabah besteht nur mehr aus diesen Plantagen, mit ganz wenigen naturbelassenen Flecken mit Regenwald, und an einem dieser kostbaren Flecken bleiben wir in einem Homestay fuer zwei Tage und zwei Naechte. Wir machen insgesamt vier Bootstouren und eine Trekkingtour, jeweils zu unterschiedlichsten Tageszeiten, selbst eine Nachtfahrt ist dabei. Das Ergebnis ist sensationell. Ich kenne kein Gebiet, in dem wir bisher waren, wo wir mehr Tiere und mehr verschiedene Arten in so kurzer Zeit gesehen haben!! ZB fuenf verschiedene Primatenarten!!! Und das immer wieder, der ganze Wald scheint voll davon zu sein, ganz nah in den unterschiedlichsten Situationen und Gruppengroessen. Der Sungai Kinabatangen ist einer der ganz wenigen Flecken, wo es immer noch moeglich ist, Orang Utans in der Wildnis zu sehen. Und genau das ist uns passiert!!! Ich war so dermassen hingerissen - niemals haette ich mir gedacht, die Orangs wirklich noch wild in ihrer urspruenglichen Umgebung zu sehen. Als Draufgabe noch zwei Baumschlagen, ca. 35 Vogelarten (davon vier verschiedene Hornbills), fuenf Froscharten, vier Eulen bei der Nachtfahrt und natuerlich jede Menge Schmetterlinge und Insekten. Allerdings haben wir von dem Homestay auch noch andere Erinnerungen mitgenommen. Sie zieren vor allem unseren Ruecken, sind rot, jucken und stammen von Bettwanzen. Na bravo ...

Heute sind wir nach Sandakan zurueckgekommen und wollten eigentlich Sepilok, das bedeutendste Orang Utan Center in Malaysia, besuchen. Der Kontrast war uns beiden dann wirklich zu viel. Die letzten Tage faehrst du zu zwei mit einem kleinen Boot den Fluss ab, heute stehst du in einer Horde von Touristen, wie immer aeussert unpassend gekleidet fuer ein moslemisches Land, und sollst vermutlich in einer Warteschlange hier aufgezogene Orangs anschauen. Wir sind lieber im nahegelegenen Discovery Center ein bisschen gewandert und haben dort Voegel beobachtet sowie einen ganz tollen botanischen Garten besucht.

Ansonsten geht es uns sehr gut, Christian auch (wieder) ... Es hat ihn leider schon wieder verdauungsmaessig total erwischt, sodass ein Besuch in einer Apotheke nicht zu vermeiden war. Allerdings ist er nach einem Tag draufgekommen, dass er das voellig falsche Medikament bekommen hat!! Also hat er nochmals von vorne mit der Behandlung beginnen muessen, aber jetzt passt wieder alles!

Morgen moechten wir nach Lahud Datu fahren, um dort nochmals im Tabin Wildlife Reserve einen Tag den Voegeln und Primaten und was uns sonst noch so unterkommt nachzulaufen. Danach geht es vermutlich in die Region des Mount Kinabalu, dem hoechsten Berg Borneos, wieder zum Wandern. Heute ist im uebrigen schon die Halbzeit unserer Reise - die Zeit vergeht ...!!

 

22.07.2010 um 15:01 Uhr

Eindruecke von Sarawak

von: chri

Wie die Zeit vergeht! Morgen werden wir Sarawak, den westlichen Teil von Borneo Malaysia, schon wieder verlassen!! Nach unserem ersten Hineinschnuppern in die Nationalparks von Borneo in Gunung Gading (Rafflessia), sind wir am naechsten Tag nach Semenggoh gefahren, einem Reserve, wo man Orang Utangs zwar nicht in der Wildnis, aber doch halb-wild sehen kann. Sie sind dort nicht eingesperrt, sondern werden gefuettert, und erscheinen dann auch ueblicherweise zu den Fuetterungszeiten. Es sind alles Waisen oder ehemals illegal gehaltene Orang Utans, die hier an ein Leben in der Wildnis gewoehnt werden sollen. Es war schon toll, diese Menschenaffen, die zu 96 % das selbe Genmaterial haben wie wir, auf den Baeumen zu sehen. Trotzdem ist der Zoocharakter der ganzen Veranstaltung nicht wegzuleugnen. Man steht in einer Horde von Besuchern um in Summe vielleicht 15 Tiere.

Danach ging es weiter in den wunderschoenen Bako Nationalpark, auf einer Halbinsel noerdlich von Kuching im Meer gelegen. Wir konnten zwei Tage dort bleiben. Leider hatten wir genau diese Tage mit dem Wetter ueberhaupt kein Glueck. Es hat uns beide Tage so was von eingeschuettet!!! Unsere Bergschuhe haette man vermutlich auswringen koennen, so nass war alles, von unserer Kleidung gar nicht zu reden. Natuerlich trocknet dort dann auch nichts, nicht einmal "borneotrocken" sind unsere Sachen geworden, wie aber auch, bei einer Luftfeuchtigkeit von 99,99999 % ...? Ausserdem muss man sich entscheiden: Regenhaut und damit dampfend und schwitzend oder Regenschirm und damit auf den doch recht huegeligen und teilweise rutschigen Wegen nur eine Hand frei oder eben gar nichts von beiden. Egal wie man sich entscheidet, man hat immer das Gefuehl, man hat sich falsch entschieden.

Aber oben schreibe ich ja vom wunderschoenen Bako NP: Landschaftlich sehr schoen, mit tollen Wegen, die oft zu kleinen Buchten fuehren, und natuerlich die Longnose Monkeys, die Nasenaffen, (proboscis monkey)sehr interessant. Die Makaken wiederrum sind eine richtige Plage geworden, vor allem bei der Cafeteria, wo man sich schon sehr wehren muss, damit sie einem nicht das Essen vom Tisch weg klauen - haben wir mehrmals gesehen!!!

Wir verlassen Kuching mit dem Boot nach Sibu. Diesen Tag moechten wir am liebsten aus unserem Gedaechtnis streichen, wenn das nur ginge. Wir fahren wie gesagt mit dem Boot ca. 4,5 Stunden, bald auf dem offenen Meer. Ploetzlich steht die Frau, die gerade noch neben mir gesessen ist mit ihrer kleinen Tochter, mit der ich gerade noch ein bisschen gescherzt habe, auf und springt ueber Bord!!! Es war wirklich furchtbar fuer mich!! Die Wellen sind da draussen natuerlich dementsprechend hoch, und wir wussten ja auch nicht, ob die Frau ueberhaupt schwimmen kann. Das Boot hat sofort gestoppt und ist zurueckgefahren, zwei Bootsleute sind ins Meer gesprungen und haben die beiden wieder herausgefischt. Bei einer der naechsten Stationen sind die beiden dann einfach von Bord gegangen - kein Arzt, kein Psychiater, nichts. Wir fragen uns, was mit den beiden nun passieren wird ...

Von Sibu sind wir mit dem Bus ueber Bintulu nach Miri gefahren. Seit zwei, drei Tagen ist das Wetter deutlich besser. Wir haben in Miri ein paar Tempel besichtigt und den Ausblick ueber die South China Sea genossen. Man hat zahlreiche Offshore Oel Bohrinseln gut erkennen koennen. Ist auch kein so unbeschwerter Anblick mehr ...

Heute waren wir im Lambir Hill NP, sehr gut zum Wandern, mit etlichen Wasserfaellen, die Christian auch schwimmenderweise erkundet hat. Morgen dann wie gesagt verlassen wir Sarawak und werden eine Nacht in Brunei einlegen, bevor wir den zweiten Teil der Borneoreise in Sabah beginnen.

Alles in allem geht es uns sehr gut, wir sind beide gesund, die Malayen sind ausgesprochen nett, wirklich beeindruckend.

Das Preisniveau ist ein bisschen anders, als wir uns vorgestellt haben, und die Massen an Touristen, die sich hier bewegen, sind auch eher erschreckend. Wir machen jeden Tag unsere Einheiten "Stepaerobic", denn um ueber die Strassen zu kommen, muss man erstens den richtigen Zeitpunkt zwischen den ganzen Autos erwischen und zweitens meterhohe Kanten ueberspringen ...

Wir schwelgen in tollem vegetarischem Essen, das an allen Ecken von Essensstaenden angeboten wird und ebenfalls sehr billig ist. Nur das Bier ist unglaublich teuer. Eine grosse Flasche kostet 16 Ringit, das sind ca. 4 Euro!!!

Hoffentlich geht es euch allen gut und ihr geniesst den heimischen Sommer. In den naechsten Tagen wird es die ersten Fotos von Sarawak geben und in Sabah den naechsten Weblogeintrag.

 

16.07.2010 um 16:09 Uhr

In Borneo angekommen

von: chri

Nach drei Fluegen und drei Tagen sind wir nun endlich an unserem Reiseziel - Borneo - angekommen. Die Fluege waren ok, wenn auch beide verspaetet gestartet sind. In Muenchen mussten wir - schon im Flugzeug - noch ein Gewitter abwarten, in Dubai ist einem Flugzeug
vor uns der Reifen geplatzt und die Teile mussten erst von der Startbahn entfernt werden. Die Ankunft in Kuala Lumpur war sehr relaxt, wir waren im selben Gebiet wie 2006, in der Chinatown, und konnten sogar nach Mitternacht dort noch etwas essen und ein erstes Willkommensbier trinken.

Aufgrund der Zeitumstellung - es sind 6 Stunden - waren wir am naechsten Tag erst gegen Mittag einsatzfaehig. Nach einem erneuten Besuch in Little India, das uns dieses Mal viel besser gefallen hat - wir haben jetzt einfach mehr Bezug zu Indien - haben wir die Petronas Towers
besucht. Sehr beeindruckend das Ganze!! Dort gibt es auch ein tolles, sehr modernes Einkaufszentrum mit allem, was man so gewohnt oder nicht gewohnt ist (fuer mich zB Starbucks!!). Nicht ganz zufaellig war ich auch auf der Suche nach einem Kino und bin tatsaechlich
fuendig geworden. Twilight "Eclipse" war einfach ein MUSS fuer mich auf dieser Reise, kann ich es doch hier auf Englisch sehen.

Am naechsten Tag mussten wir dann bald aufstehen - ob wir wollten oder nicht! Der naechste Flug wartete auf uns. Wir sind mit der Air Asia nach Kuching in Borneo geflogen. Auch hier lief alles nach Plan. Ueberrascht war ich von dem tollen Terminal in Kuala Lumpur, das die Air Asia bedient. Ein Hostel in Kuching war schnell gefunden. Es gibt eine sehr nette Promenade am Sarawak-Fluss mit Cafes und Essensstaenden.

In Borneo ist es momentan ziemlich heiss, vorwiegend aber feucht und drueckend. Heute, auf unserem ersten Ausflug hier, haben wir sehr viel geschwitzt - vor allem Christian hatte die ganze Zeit ein klatschnasses T-Shirt!! Wir waren im Gulung Gading National Park, um eine der beruehmten Rafflessias zu sehen - die groesste Bluete weltweit - die dann aber nur 5 bis 7 Tage lang blueht. Heute war schon der 7. Tag, also war die Farbe nicht mehr ganz so schoen, aber trotzdem beeindruckend. Ausserdem sind wir zu Wasserfaellen gewandert. Die Vegetation ist unglaublich, man fuehlt sich in den tiefsten Regenwald versetzt, auch wenn man nur eine halbe Stunde vom naechsten
Ort entfernt ist!! Und das heisst natuerlich auch allerlei Getier und Insekten, etc.

Alles in allem geht es uns also wieder einmal sehr gut. Wir haben auch bereits einen neuen Begriff gepraegt: "borneotrocken"! Auf die Frage, ob zB ein T-Shirt schon trocken ist, kann man sagen "ja, borneotrocken", wenn es eigentlich noch ziemlich feucht ist.

Auch unser neuer Wasserfilter bewaehrt sich unglaublich gut. Wir haben noch keine einzige Plastik-Wasserflasche kaufen bzw. wegwerfen muessen!!

Wir gruessen alle Daheimgebliebenen,

Silvia und Christian

12.06.2010 um 11:30 Uhr

In 31 Tagen geht's los ...

von: chri   Stichwörter: positiv, gestimmt, fruehsommerlich, warm, schwitz

 

Hallo miteinander!

Die Zeit vergeht und der Sommer ist da auch wenn man's kaum mehr geglaubt hat. Der Garten gedeiht, beim Teich gehts zu und die Libellen fliegen um die Wette ...

da bietet es sich doch an einen Kachelofen (!!) zu bauen und den dann zu heizen, oder? Am besten bei rund 35 °!

Dazu FOOTBALL IS COMING HOME - die WM in Südafrika läuft und hat uns endlich in ihrem Bann - heute spielt Argentina zum ersten Mal - MESSI, MESSI - ALEALEALEEE!

Typisch eigentlich daß Salzburg die einzige Landeshauptstadt ist in der es NICHT möglich ist sich die Partien gemeinsam auf grosser Leinwand anzusehen (aussser man geht zum Wirtn)!

A ja und die AUSTRIA SALZBURG (www.austria-salzburg.at)  ist Meister und feiert im vierten Vereinsbestehensjahr nach Neugründung den vierten Titel und Durchmarsch von der 2. Klasse nunmehr in die Regionalliga - lokaler Fussbal ruleZ! Forza viola, forza viola, hey-hey!

Auf Tour gehts a wieder - eh klar - gmiatliche 5 1/2 Wochal noch Borneo-Malaysia und a bissi Bal(l)i (die Insel ned der fia die Fiass) - in diesem Sinn ist natürlich noch mehr Bierchen eingekühlt wenns mal oan von aich vorbeischneibbt.

 

Ach ja - FREQUENCY (www.frequency.at) isch' auch - vom Do, 19. bis Sa, 21. August in St. Pölten - super besetzt mit massive attack, muse, hosen, .... - mir foan hi - foats doch a hi und homma a recht a Gaude mitanond!

 

 Und hier noch ein Portrait von 'unserer Molchi:

Die Molchin

So - also Frühling-Frühsommer geniessen -im Hier und Jetzt wie wir und die Inder leben!

Enjoy life! Christian