E-Zigaretten und Wasserpfeifen haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Konsumenten versprechen sich davon, das klassische Erlebnis der Zigarette zu haben, dabei aber deutlich geringeren Gefahren für die Gesundheit bedenken zu müssen. Aber was sagt die aktuelle Forschung zu dieser Annahme?

Ein Überblick

Die E-Zigarette

Die E-Zigarette soll den Tabak nicht verbrennen, sondern verdampfen. Vereinfacht dargestellt, verdampft sie ein Liquid, so wie Wasser in einem Kochtopf zum Sieden gebracht wird. Ist das Wasser heiß genug entsteht Wasserdampf, anstelle von dem Wasserdampf wird hier aber ein meist nikotinhaltiges Liquid verdampft, wahlweise kann dies auch nikotinfrei sein. In der E-Zigarette befindet sich dieses Liquid, bestehend aus Propylenglykol, Glycerin und Aromen, die für den Geschmack sorgen. Eine Heizspirale verdampft das Liquid dann bei Temperaturen zwischen 80 °C und 120 °C. Mit dem Mundstück kann dieser Dampf dann inhaliert werden.

Die Wasserpfeife

Bei der Wasserpfeife wird in einem Köpfchen ein mit Molasse getränkter Shisha Tabak erhitzt, als Hitzequelle dient dabei glühende Kohle. Der Rauch wird dann mit einem Mundstück durch eine Rauch- und anschließend mit einer Tauchsäule durch Wasser gezogen. Das Wasser kühlt den Rauch und wird dann mit dem Mundstück an einem Schlauch inhaliert.

Die klassische Zigarette

Die Zigarette ist denkbar einfach aufgebaut, hierbei ist Tabak in einem Blättchen eingewickelt und wird angezündet. Der entstehende Rauch wird dann inhaliert, durchzieht aber meist einen Filter, der einen Großteil der entstehenden Schadstoffe zurückhalten soll.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Rauchen oder Dampfen hat immer negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Das Risiko für eine Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) liegt mindestens mit 194 Prozent, bei Zigaretten sogar mit 704 Prozent höher als bei Nichtrauchern. Auch das Risiko für Lungenkrebs liegt deutlich höher (1210 Prozent bei Zigaretten). In allen Dreien sind verschiedene gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe enthalten. So findet man im Dampf von E-Zigaretten Formaldehyd, Acrolein und Spuren von Nickel, Kobalt, Chrom und Blei. Alles Stoffe, die die Zellen des Körpers schädigen. Durch die Verbrennung der Kohle entsteht bei Wasserpfeifen feste Feinstaubpartikel, die die Lunge schädigen können, sowie weitere Substanzen. Die Zigarette schlägt mit dem gesundheitsschädlichsten Cocktail aus Benzol, Blei, Cadmium, Formaldehyd und weiteren. Insgesamt enthält der Tabakrauch laut chemischen Analysen über 5300 verschiedene Substanzen, die vor allem durch Wechselwirkungen so schädlich sind.

E-Zigarette als Weg aus der Sucht

Die E-Zigarette wird immer häufiger benutzt, nach Erhebungen von Statista, einem deutschen Portal für Statistik und Marktforschung, nutzten allein 2017 schon 3,7 Millionen Menschen die Dampfgeräte, Tendenz steigend. Vor allem bei jüngeren Konsumenten ist die E-Zigarette sehr beliebt. Nach Todesfällen in den USA, bei denen allerdings selbst angemischte und illegale Liquids verwendet wurden, war die Verunsicherung auch hier in Deutschland groß. Experten meinen, die E-Zigarette ist ein probates Mittel, um den Zigarettenkonsum zu reduzieren, oder komplett zu entwöhnen. Dabei ist es vor allem vorteilhaft, dass der Nikotinanteil in den Liquids variabel ist und damit langsam entwöhnt werden kann.

Wem dann noch das „gesellige“ Rauchen fehlt, kann dann auch weiterhin ohne Nikotin dampfen, man sollte sich aber im Klaren sein, dass auch beim Dampfen von Liquids ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht. Dr.  med. Tobias Rüther vom Uniklinikum der Universität München sagt dazu: „Für manche ist es einfacher, zunächst auf etwas weniger Schädliches umzusteigen, sich aber trotzdem Nikotin durch Inhalieren zuzuführen. Die meisten E-Zigaretten haben ein geringeres Suchtpotenzial, machen also weniger abhängig. Durch den Konsum der E-Zigarette kann man die Sucht verlernen und dann hört man ganz auf.“ Gerade für Jugendliche besteht aber durch die E-Zigarette ein erhöhtes Risiko für den Einstieg in die Droge Nikotin.

Die geringere Schädlichkeit der E-Zigarette dient gerne als Argument, warum es nicht schlimm ist, mit dem Dampfen anzufangen. Allerdings kann genau dieser Einstieg dazu führen, dass dann der Übergang zu klassischen Zigaretten erfolgt. Genau diese Gefahr wurde auch von der Politik zum Anlass genommen, am 2. Juli 2020 die zweite Gesetzesänderung des Tabakerzeugnisgesetzes auf den Weg zu bringen. Enthalten ist dort ein weitreichendes Werbeverbot für alle Tabakerzeugnisse, auch wenn diese ohne Nikotin beworben werden. Dabei gehen die Fristen bis in das Jahr 2023, danach sind aber auch klassische Werbeangebote auf Plakaten, Litfaßsäulen und weiteren verboten.

Rauchen und Dampfen ist gesundheitsschädlich

Dampfen ist weniger gesundheitsschädlich als Rauchen. Die E-Zigarette ist damit eine Alternative zur klassischen Zigarette und auch zur Wasserpfeife. Allerdings ist die Studienlage zu den gesundheitlichen Auswirkungen und gerade zu den Langzeitauswirkungen noch sehr dünn, bis nicht vorhanden. Grundsätzlich kann mit dem Gebrauch der E-Zigarette der Weg von der Zigarette zum rauchfreien Leben vereinfacht werden, trotzdem sind weitere Studien, gerade mit Blick auf den Jugendschutz und die Gesundheit der Konsumenten dringend notwendig.

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